Donnerstag, 24. Mai 2012

Viel Können und noch mehr Glück




Bei den Skat-Enzkreismeisterschaften im Löwensaal wurde Willi Kowallik (rotes Hemd) mit dem SC Vaihingen Dritter.	Foto: Simecek
Bei den Skat-Enzkreismeisterschaften im Löwensaal wurde Willi Kowallik (rotes Hemd) mit dem SC Vaihingen Dritter. Foto: Simecek

Vaihingen (dma). Der Skatclub Vaihingen hat die Enzkreismeisterschaften im Skat ausgerichtet. Für den Titelverteidiger, der in den Lösensaal eingeladen hatte, reichte es zu Platz drei. Überlegener Erster wurde Grand Hand Neuenbürg.

Schon seit mehr als 30 Jahren spielt Joachim Trommler Skat, aber erst „seit sieben Jahren spiele ich es richtig.“ Genauso lange ist er nun beim SC Vaihingen. Im Vorjahr konnte der schon 1953 gegründete SCV zum ersten Mal die Enzkreismeisterschaften gewinnen. Da Trommler nicht nur Spieler ist, sondern auch im Vorstand aktiv, fiel ihm die Rolle des Organisators zu. „Wir haben erstmals auch einen Wanderpokal gestiftet, damit der Sieger nicht nur das Preisgeld in den Händen halten kann“, berichtet er. Der Gewinner erhält zusätzlich einen Jackpot von 180 Euro.

Um den Titel Enzkreismeister tragen zu können, brauchen die Mannschaften viel Geduld, Konzentration und vor allem Kartenglück. „30 bis 40 Prozent sind Können, der Rest ist Glück“, meint Trommler, denn „ohne die richtigen Karten bringt auch die beste Spielanlage nichts.“

In Vaihingen angetreten sind sieben Mannschaften, davon zwei aus der Enzstadt selbst. In jeder Mannschaft kämpfen jeweils sechs Spieler um möglichst viele Punkte für das eigene Team. An Dreier- und Vierertischen sitzen sich die Kontrahenten gegenüber, immer darauf bedacht, die eigenen Karten vor den flinken Augen des Anderen zu schützen. Nach über sechs Stunden setzt sich am Abend Grand Hand Neuenbürg mit 19086 Punkten durch, vor Goldstadt Asse und dem Titelverteidiger aus Vaihingen.

Mit dem typischen Bild der Kneipenzocker hat das Turnierskat aber wenig gemeinsam. Hochkonzentriert wird gereizt, Trümpfe gezogen und werden Punkte gezählt. Die großen Turniere werden in Turnhallen mit mehr als 100 Teilnehmern ausgespielt. „Wir spielen nach den deutschen Skatregeln. Da wird auch nicht geschummelt“, sagt Trommler bestimmt. Gegenseitiges Zeichengeben oder Absprachen sind so gut wie nicht möglich, „ vielleicht noch beim Reizen, aber danach läuft alles korrekt ab.“ Und sollte es doch einmal eine Regelstreitigkeit geben, kann einer der drei Schiedsrichter hinzugezogen werden, die im Löwensaal anwesend sind.

Der SC Vaihingen trifft sich jeden Freitag im Ochsen in Enzweihingen. Hier werden dann verschieden Hände besprochen, wie man welche Kartenkombinationen am besten anwendet und gleichzeitig wird die Vereinsmeisterschaft ausgespielt. Herbert Oechsle, der auch schon bei den deutschen Meisterschaften angetreten ist und am Samstag für die erste Vaihinger Mannschaft am Tisch saß, führt diese Wertung momentan an. „Wir Skatspieler sind eine aussterbende Rasse. Wir haben 25 Mitglieder, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 50. Über frisches Blut freuen wir uns immer“, so Organisator Trommler. Doch auch bei seinen beiden Töchtern hatte er bisher kein Glück. „Ich hab es mal mit Offiziersskat probiert, aber das war es dann auch“, sagt Svenja Trommler.

Im Vergleich zum vereinsinternen Spiel unterscheidet sich das Mannschaftsskat entscheidend. Wo man als einzelner Spieler schon mal auf Risiko gehen würde, muss man als Teammitglied die Vernunft walten lassen und vorsichtiger agieren. Wenn man zu risikofreudig rangeht, kann es auch schon mal einen Rüffel vom Mannschaftsführer geben. „Skat ist wie Schach ein Denksport. Nur das Vorausplanen ist nicht so möglich. Darin liegt aber auch der Reiz des Ganzen“, meint Trommler.
Auch im nächsten Jahr werden die Kartenspieler aus Vaihingen wieder dabei sein und versuchen den „eigenen“ Pokal zurückzuholen. Dazu brauchen sie aber auch das nötige Glück.




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