HSV-Fanclubs kicken für einen guten Zweck
13/07 2010
HSV-Fanclubs kicken für einen guten Zweck
Kleinglattbach (kh). Auf dem Sportplatz in Kleinglattbach haben an diesem Samstag die Farben blau und weiß dominiert – die offiziellen Vereinsfarben des Fußball-Bundesligisten Hamburger Sportverein. Roland Schinkel vom HSV-Fanclub Baden-Württemberg hatte wieder HSV-Anhänger zum internationalen Supporters-Club-Turnier eingeladen.
Ob starker Regen oder brennende Hitz – das Fanclub-Fußballturnier des HSV findet seit 15 Jahren auch unter extremen Bedingungen statt. „Es war gar keine Frage, dieses Ereignis abzusagen, auch wenn die Sonne fast unerträglich heiß auf das Spielfeld brennt“, meinte Hauptorganisator Roland Schinkel vom HSV-Fanclub Baden-Württemberg. Zu aufwendig war die Vorbereitung und zu weit der Anfahrtsweg vieler Mannschaften gewesen, um den Kick für einen guten Zweck einfach abzusagen. Sogar HSV-Fans aus der Schweiz und dem Drei-Länder-Eck hatten sich auf den Weg nach Kleinglattbach gemacht. „Leider haben im Vorfeld schon ein paar Mannschaften abgesagt. Am Ende konnten sieben Teams nicht kommen“, erklärte Schinkel. Traurig ist er vor allem über die Absage der Liechtensteiner HSV-Anhänger.
Dafür kam in diesem Jahr mal wieder Unterstützung aus Hamburg selbst. Die offiziellen Fanbeauftragten Carsten Neubauer und Jörg Trautmann fuhren mit dem Supporters-Bus aus der Hansestadt in den Vaihingen Stadtteil, um dort den Verein zu repräsentieren und den Fans die neuesten Fanartikel anzubieten. Auch Vorstandsmitglied Oliver Scheel hatte sich angekündigt, zog dann aber das Spiel um Platz drei der deutschen Nationalmannschaft in Südafrika vor. Die kürzeste Anreise hatte das Tischtennis-Team aus Kleinglattbach. „Vor ein paar Jahren hat einmal ein HSV-Fanclub abgesagt und als Ersatz haben wir die Tischtennisabteilung des TSV Kleinglattbach gefragt“, erinnerte sich Schinkel. Seitdem tauschen die jungen Männer einmal im Jahr ihren kleinen Plastikball gegen eine Lederkugel.
Die Farben Blau und Weiß dominierten am Wochenende den Kleinglattbacher Sportplatz und standen symbolisch für die gemeinsame Begeisterung für einen Verein. „Wir sind seit vier Jahren beim Fußballturnier dabei und kommen vor allem wegen der besonders schönen Atmosphäre her“, meinte eine HSV-Abordnung aus Unterfranken. Wie in einer großen Fanfamilie fühle sich die Stimmung untereinander an. Auf dem Platz war die Verbundenheit aber kurzzeitig vergessen. In 28 Spielen kämpften die sieben Mannschaften um den heiß begehrten Pokal. Den Spielplan durch die Absagen kurzfristig über den Haufen geworfen wurde der Turniersieger im Modus jeder gegen jeden ermittelt. Nach einem anstrengenden Nachmittag setzte sich HSV Schweiz mit 19 Punkten aus sieben Partien und einem Torverhältnis von 16:6 durch. Punktgleich folgten HSV Gemmingen und HSV Baden-Württemberg. Nur aufgrund des besseren Torverhältnisses hatte HSV Gemmingen leicht die Nase vorn. Tischtennis Kleinglattbach landete mit sechs Punkten auf dem vorletzten Platz.
Für Roland Schinkel steht neben dem Treff von gleichgesinnten Fußballfans vor allem der soziale Aspekt im Vordergrund. Durch eine Tombola mit vielen HSV-Fanartikeln wurde der Erlös am Ende gesteigert. „Wir unterstützen Projekte wie Anstoß zur Hoffnung, das den Fußball in Dritte-Welt-Ländern ermöglicht und fördert“, erklärte Schinkel. Im vergangenen Jahr wurden durch das Fanclub-Turnier 900 Euro eingenommen, die dann in Form von Sachspenden wie beispielsweise Fußballschuhe oder Bälle nach Mosambik geschifft wurden. Ein etwas neueres Projekt ist auf den Philippinen. „Dorthin schicken wir Rollstühle und Gehhilfen, die wir von dem Geld erwerben“, sagte Schinkel. Vor allem die Freude durch das Spenden und die Gewissheit, dass die Spenden auch ankommen, treiben den HSV-Fan immer weiter an. Schinkel: „Es macht einfach Spaß, wenn man weiß, dass man auf der Welt helfen kann.“
