07/07 2010
Ein Nussdorfer fährt hoch hinaus
Nussdorf (mot). Steile, endlos lange Anstiege, gefährliche Abfahrten und beeindruckende Panoramen. Die Zillertal Bike Challenge hat viel zu bieten. Doch es ist vor allem das Wetter, das den Mountainbikern zusetzt. Ein Nussdorfer nahm die Herausforderungen trotzdem an – Wolf-Thorsten Witt.
Wolf-Thorsten Witt belegte mit einer Gesamtzeit von 13:59:49 Stunden bei der Zillertal Bike Challenge den 42. Platz. Gewinner und damit sogenannter King of the Mountain (König des Berges) wurde der Finne Jukka Vastaranta mit einer Zeit von 10:04:29 Stunden. Der Belgier Tim Wynants und Christian Schneidawind aus Deutschland sicherten sich die Plätze zwei und drei. Mit einer Zeit von 12:19:15 Stunden erkämpfte sich die Finnin Pia Sundstedt den Titel Queen of the Mountain (Königin des Berges). Giuliana Vitali aus der Schweiz wurde vor der Deutschen Tamara Horn Zweite. Altersklassen gab es keine. Unter den drei Erstplazierten wurde ein Preisgeld von 15 000 Euro aufgeteilt.
In den drei Renntagen legten die Mountainbiker eine Strecke von 203 Kilometern zurück und überwanden 10 046 Höhenmeter. „10 000 Höhenmeter – das ist, als ob man von der Meereshöhe direkt auf den Mount Everest fährt und dann noch einmal auf den Feldberg. Alles in drei Tagen bei 30 Grad Celsius“, beschrieb Witt die Herausforderung. Ursprünglich waren 179 Fahrer gestartet. Ins Ziel schafften es nur 127 Mountainbiker. Ein Grund, warum Witt mit seinem 42. Platz in der Gesamtwertung so zufrieden ist: „Es herrschte eine glühende Hitze. Bei langen Anstiegen bin ich außerdem nicht so fit. Mein Ziel war es, einen Platz im ersten Drittel zu erreichen, und das ist mir gelungen.“ Schon am Vormittag habe es im Tal meist 25 Grad Celsius, berichtete Witt und ergänzte: „Zudem war die Luft teilweise sehr staubig, was die Atmung zusätzlich erschwerte.“
Die erste Etappe führte die Mountainbiker von Fügen durch das Kaltenbachtal nach Zell am Ziller. Mehr als 3500 Höhenmeter galt es auf dieser Etappe zu bewältigen. Am Ende des ersten Tages stand Witt auf dem 56. Platz. „Ich wollte eigentlich unter die Top 50“, sagte er, fügte aber hinzu: „Ich habe mich selbst überfordert, und bei Anstiegen über eine Stunde geht sowieso schnell die Kraft verloren.“ Trotz Krämpfen kämpfte Witt weiter.
Die zweite Etappe war mit 80 Kilometern die längste. Sie führte von Zell am Ziller auf das Übergangsjoch. Das bedeutete einen Höhenunterschied von knapp 2000 Metern. Hinzu kam, dass die letzten 100 Höhenmeter im Schnee als Tragepassage zu bewältigen waren. „Da heißt es runter vom Rad und es durch den Schnee tragen“, berichtete Witt. Das alles im Rennen, versteht sich. Als Vorteil der zweiten Etappe sieht er die Tatsache, dass der lange Anstieg gleich am Anfang zu bewältigen war. „Morgens ist es noch nicht so warm und man kommt leichter den Berg hinauf.“ Am Ende des zweiten Tages erreichte er Rang 42. „Durch die enorme Verbesserung war ich für die dritte Etappe motiviert“, erklärte Witt.
Bei dieser galt es die letzten 56 Kilometer und knapp 3300 Höhenmeter zu bewältigen. Witt beendete sie ebenfalls auf dem 42. Platz. Die Strecke führte von Mayrhofen auf das Penkenjoch, von dort hinab ins Tal und endete am 2660 Meter hoch gelegenen Hintertuxer Gletscher.
Nach den anstrengenden drei Tagen waren wohl alle Teilnehmer dankbar, das Fahrrad gegen eine Gondel tauschen zu können, mit der es ins Tal ging. Die Aussicht vom Fahrrad war aber auch gut. Witt: „Bei ungefähr 24 Prozent Steigung fährt man gerade einmal acht bis neun Kilometer pro Stunde. Das ist vielleicht doppelt so schnell wie man läuft. Man hat also genug Zeit, nach rechts und links zu sehen.“ Ein Vorteil für ihn beim Erklimmen des Berges war sicherlich sein Gewicht. Er fahre das ganze Jahr Rennen und achte deshalb stets auf eine gesunde Ernährung, sagte Witt.
