02/07 2010
Nicht willkommene Abwechslung in Lana
Vaihingen/Lana (nac). In der 1. Faustball-Bundesliga läuft es zurzeit nicht wirklich rund für den TV Vaihingen. Am vergangenen Wochenende gab es zwei schmerzliche Niederlagen gegen den TV Stammheim und den TSV Pfungstadt. Die Qualifikation für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft könnte erstmals seit Jahren wieder verpasst werden. „Es ist noch nichts passiert“, sagt TVV-Trainer Markus Knodel. „Im Sport ist es nunmal so, dass wenn zwei Mannschaften aufeinandertreffen eine in der Regel verliert.“ Doch statt die Scharte gleich wieder auszumerzen, macht der Bundesliga-Spielbetrieb eine Woche Pause. Stattdessen spielt der TV Vaihingen den IFA-Cup im italienischen Lana – vergleichbar dem ehemaligen Uefa-Cup im Fußball. „Der Zeitpunkt ist nicht optimal. Der IFA-Cup hat nicht so einen hohen Stellenwert wie der Europapokal. Die Qualifikation für die DM ist wichtiger als dieses Turnier“, sagt Knodel ernüchtert. Der einzige Vorteil sei, dass die Spieler nach den beiden Niederlagen in Folge gleich wieder abgelenkt seien.
Allerdings fährt der TVV nur mit einem Notteam nach Italien. Michael Krauß hat erneut Schulterprobleme und fällt vorerst aus. Außerdem steht Björn Rink nicht zur Verfügung. Knodel: „Mit nur einem Angreifer sind wir nicht optimal besetzt.“ Den Part von Michael Krauß vorne rechts wird Michael Marx übernehmen. „Er ist ein Halbschläger, hat in der Jugend lange Schlag gespielt“, sagt Knodel. „Gegen Rosenheim hat er das in dieser Saison bereits gespielt. Damals mussten wir umstellen, weil es nicht lief.“ Auf der Abwehrposition, die Marx normalerweise innehat, läuft Daniel Rothmaier auf. Als Ersatz wird Knodel selbst herhalten müssen. „Zur Not müsste ich mich wo reinstellen. Vorne rechts müsste ich voraussichtlich am wenigsten tun“, erklärt der TVV-Trainer. „Aber so richtig funktionieren würde das nicht mehr. Ich habe seit einem Jahr nicht mehr trainiert.“
Die Favoriten auf den Titel beim IFA-Cup sind die beiden österreichischen Mannschaften des FC Grieskirchen/Pötting und des TuS Kremsmünster. Knodel: „Die österreichische Liga ist relativ stark. Jetzt im Juli, glaube ich, steht schon die Entscheidung um die Meisterschaft an. Und in jedem der beiden Vereine spielt einer der drei Weltmeister-Angreifer von 2007.“ Doch auch die Schweizer Teams FB Elgg-Ettenhausen, SVD Diepoldsau und STV Oberentfelden sollten vorne mitspielen. „In Österreich und der Schweiz fließen ganz andere Geldmittel als bei uns in Deutschland. Die Mannschaften bereiten sich beispielsweise auch mal in Brasilien auf die Saison vor“, berichtet Knodel. Und dann tritt auch der TV Stammheim mit dem Vaihinger Schlagmann Marc Krüger an. Außerdem am Start sind der ÖTB Drösing aus Österreich sowie FaC Zdechovice aus Tschechien und der SSV Bozen aus Italien.
Trotz der starken Konkurrenz peilt der TV Vaihingen zumindest das Überkreuzspiel um das Halbfinale an. Das ist das Minimalziel. Knodel: „Ins Überkreuzspiel müssten wir kommen. Es hängt aber viel von Schlagmann Kolja Meyer und der Tagesform ab.“ Alles, was danach kommt, ist Zugabe. „Platz eins bis vier ist drin“, ist der Vaihinger Trainer dennoch überzeugt.
Die Gegner kennen die Vaihinger bestens, trifft der TVV doch regelmäßig in der Saisonvorbereitung bei Turnieren auf diese Mannschaften. Auch in diesem Frühsommer waren die meisten Teams bereits Gegner des TVV beim Stammheimer und beim eigenen Turnier. Aber Rückschlüsse aus den Leistungen von damals und heute sollte man nicht ziehen, sagt Knodel: „Die Saisonvorbereitung ist zum Einspielen da. Da setzen manche Mannschaften vermehrt auch einige Ersatzspieler ein. Und wir zum Beispiel sind bedeutend weiter als noch beim Stammheimer Turnier.“
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