Bericht aus Taiwan: Heute Nacht sind die Vaihinger Faustballer auf der anderen Seite der Erde angekommen
Vaihingen (rkü). Die World Games in Taiwan werfen ihre Schatten voraus. Vier Faustballer aus Vaihingen sind heute Nacht in Hongkong angekommen, um rechtzeitig vor Beginn der Spiele am 17. Juli fit zu sein. Die World Games sind der höchstangesehene Wettbewerb in den Sportarten, die nicht bei den Olympischen Spielen vertreten sind.
Sechs Stunden Zeitverschiebung sind es zwischen Vaihingen und dem Ort der World Games, der 1,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt Kaohsiung in Taiwan. Um durch die Umstellung nicht Probleme mit dem Hormonhaushalt zu bekommen, haben einige der Vaihinger Sportler schon tagelang ein ganz besonderes Training absolviert: Früh aufstehen. Damit das nicht ganz umsonst war, haben Michael Marx und Andreas Rothmaier gleich einen gemeinsamen Waldlauf in der Morgenluft angehängt. Auch Kolja Meyer und Marco Lochmahr haben sich bemüht, früher aus den Federn zu kommen als üblich. Ihnen ist es ganz einfach wichtig, bei den World Games möglichst fit zu sein und ihre Chancen nicht durch schlechte Vorbereitung auf solchen scheinbar nebensächlichen Gebieten zu schmälern.
Am Donnerstagabend traf sich das Vaihinger Quartett zum letzten Abschlusstraining auf dem Sportplatz am Alten Postweg. Zu Gast waren hierbei auch Christian Erlenmayer (TV Unterhaugstett) und Fabian Sagstetter (TV Schweinfurt/Oberndorf). Gemeinsam ging es gestern früh zunächst mit dem ICE nach Frankfurt und von dort aus per Flugzeug nach Hongkong. Heute Nacht kamen sie dann nach mehr als zehnstündigem Flug an.
Das Abschlusstraining in Vaihingen war eher ein lockeres Spielen als eine harte Trainingseinheit. Bekam einer der Spieler den Ball nicht, musste er sich gleich anhören: „Wer hat dich denn nominiert?“ Marco Lochmahr ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich hoffe, dass morgen nochmal ein paar andere zu uns ins Flugzeug steigen.“ Es war eine fröhliche Truppe, die genau um ihre Qualitäten wusste, sich aber beim Spielen gegenseitig hochnahm. Michael Marx beispielsweise wollte nach Prüfungsstress und täglich früherem Aufstehen seine Knochen schonen. „Am letzten Abend vor der Abreise riskiere ich nichts mehr.“ Andreas Rothmaier pflichtete ihm bei und nahm ebenfalls eine Auszeit, während die übrigen noch ein wenig Faustball spielten.
Gerätselt wurde derweil über den Inhalt der „Deutschland-Tasche“, die jedes Mitglied des Nationalteams zur Verfügung gestellt bekam. Trikots, Trainingsanzüge, T-Shirts – die viel diskutierte Frage war eher: „Was muss ich sonst noch mitnehmen?“ Wie viel die persönlichen Dinge wiegen durften, hing offenbar auch von der Größe des jeweiligen Spielers ab, weil damit auch das Gewicht der bereits eingepackten Mindestausrüstung zusammenhing.
Reisepass und Kreditkarte sowie ein bisschen Bargeld waren die Dinge, die ansonsten noch ins Gepäck gehörten. Und zwei Faustbälle pro Kopf. Aus denen wurde nach dem gemeinsamen Spielen noch schnell die Luft gelassen, dann brauchten sie nicht mehr so viel Platz.
Die deutsche Nationalmannschaft, die zur Hälfte aus den Vaihinger Spielern besteht, fliegt morgen von Hongkong nach Kaohsiung weiter, wo die World Games stattfinden. Vorrundengegner sind vom 17. bis 19. Juli Chile, Taiwan, Brasilien, die Schweiz und Österreich. Die Endspiele finden am 20. Juli statt. Bundestrainer Olaf Neuenfeld sagt zu den Chancen seines Teams: „Unser realistisches Ziel ist eine Medaille. Sehr optimistisch wäre die Finalteilnahme.“
Am Vormittag des 22. Juli werden die Spieler wieder daheim sein. Bis dahin wollen sich die Vaihinger Faustballer in regelmäßigen Abständen per E-Mail melden. Ihren Bericht aus Taiwan veröffentlichen wir im Sportteil der VKZ.
