Donnerstag, 24. Mai 2012

TVV wird Zweiter beim Europapokal




Die Vaihinger Faustballer (im Bild Kolja Meyer) waren gut – Urfahr war noch besser. Foto: Wirth
Die Vaihinger Faustballer (im Bild Kolja Meyer) waren gut – Urfahr war noch besser. Foto: Wirth

Linz (rkü). Der TV Vaihingen hat das Double auf europäischer Ebene nicht geschafft. Beim Faustball-Europapokal der Landesmeister musste sich das Team des neuen Trainers Karl Katz gestern Mittag im Finale dem Gastgeber FBC ASKÖ Urfahr geschlagen geben. Die Zuschauerzahlen waren enttäuschend.

So glatt wie der Vaihinger Sieg im Halbfinale gegen den Schweizer Vizemeister TSV Jona ausfiel, so glatt war auch die Niederlage im Endspiel gegen Österreichs Landesmeister aus Linz-Urfahr – beide Spiele endeten 4:0.
Der TV Vaihingen galt beim Europapokal auf dem Feld nicht als Favorit für den Gesamtsieg. Lediglich im Halbfinale gegen Jona wäre ein Ausrutscher für den Deutschen Meister doch recht peinlich gewesen. „Unser Sieg war aber nie in Gefahr, wir hatten die deutlich im Griff“, sagte Kolja Meyer nach dem 4:0-Erfolg. Der erste Satz ging mit 11:9 noch recht knapp an Vaihingen, danach wurden die Ergebnisse deutlicher: 11:5, 11:5 und 11:6.

Wesentlich spannender machten es da die anderen beiden Halbfinalisten, der Schweizer Meister und Titelverteidiger Faustball Widnau sowie der Gastgeber und Österreichische Landesmeister Urfahr. Die favorisierten Gastgeber kamen nicht so ins Spiel, wie es von ihnen erwartet wurde. Als gegen Ende der Begegnung Regen einsetzte, ging alles ganz schnell – Urfahr und insbesondere Angreifer Martin Weiß wissen, den nassen Boden für sich zu nutzen.

Diese Erfahrung machten gestern Mittag auch die Vaihinger. In den ersten beiden Sätzen des Endspiels konnte der TVV noch gut mithalten. Die ersten drei Punkte gehörten dem Deutschen Meister. Dann holte Urfahr auf, die Mannschaften schenkten sich nichts. Vaihingen führte sogar mit 9:7, doch der Satz endete 13:15 aus Sicht der Vaihinger. Der zweite Durchgang ging mit 11:7 an Urfahr. „Nachdem sie gegen Widnau unerwartete Schwierigkeiten bekommen hatten, haben sie gegen uns überraschend gut gespielt“, analysierte Kolja Meyer gestern. „Martin Weiß war beim Hallen-Europapokal in Vaihingen schwach, aber in Linz war er sehr, sehr gut. Er hat sich weltmeisterlich gezeigt.“

Bei Beginn des dritten Satzes begann es zu regnen. Urfahr gewann ohne Probleme mit 11:7 und 11:4. Warum hat Vaihingen solche Probleme mit regennassen Rasenplätzen? „Die Annahme ist auf dem rutschigen Boden viel schwieriger“, erläuterte Kolja Meyer. „Ich selbst schlage den Ball 18 bis 25 Meter weit. Martin Weiß schlägt ihn 24 bis 25 Meter weit. Der landet fast jedes Mal 30 bis 50 Zentimeter vor der Auslinie.“ Und ist entsprechend schwer anzunehmen, erst recht bei druckvollem Spiel und nassem Untergrund.

Von der Zuschauerresonanz auf die Europapokalspiele, bei denen immerhin die besten Faustball-Vereinsmannschaften Europas zu bewundern sind, waren die Vaihinger enttäuscht. Beim Finale schätzen sie die Zahl der Schlachtenbummler auf knapp 300, beim Halbfinale dürften es rund 150 gewesen sein. Normale Bundesliga-Spieltage in Vaihingen werden von bis zu 200 Zuschauern besucht. „Wäre der Europapokal bei uns gewesen, hätten wir bestimmt 700 bis 800 Zuschauer gehabt“, sind sich die Vaihinger sicher.

Immerhin: Das Rahmenprogramm hat ihnen gefallen. Es ist üblich, dass die teilnehmenden Mannschaften den Samstagabend gemeinsam verbringen. In Linz gingen sie ins Casino, wo gut gegessen wurde und sich manche Sportler auch im Spiel versuchten. Um Mitternacht ging es wieder in die Hotelzimmer, um am nächsten Tag für die Endspiele fit zu sein.




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