Hochdorf (jsv) – Das Hochdorfer Tennis-Camp hat sich gewandelt. Bis vor zwei Jahren waren zwar beinahe doppelt so viele Kinder und Jugendliche am Start, dennoch ist das Camp mittlerweile weitaus effektiver, wie Organisatorin Margit Bäcker sagt.
In diesem Jahr waren 22 Kinder und Jugendliche dabei, früher seien es regelmäßig zwischen 40 und 50 gewesen, sagt Margit Bäcker, die Jugendwartin der Tennisabteilung des TSV Hochdorf. Früher, das war bis vor zwei Jahren. Damals habe eine Teilnahme für alle gleich viel gekostet. Seit vergangenem Jahr müssen Nicht-Mitglieder nun mehr zahlen. Doch in diesem Aufpreis ist eine Schnuppermitgliedschaft für die darauf folgende Saison dabei. Diese rechtfertige den fast doppelt so hohen Preis, denn damit können die Nachwuchsspieler das Angebot des Vereins nutzen. „Sie haben dann Rechte, aber wenig Pflichten“, meint Bäcker mit einem Lachen im Gesicht. „Früher war das hier eher eine Aufbewahrungsstätte“, erläutert Markus Hagdorn, der Jugendtrainer des TSV.
Die Maßnahme hat
sich bisher ausgezahlt
Die Hochdorfer Tennis-Verantwortlichen machten sich Gedanken und kamen auf die Idee mit der Schnuppermitgliedschaft. Der Hintergedanke dabei: Es sollen einfach mehr Kinder hängen bleiben, also auch nach Ende des Camps weiterhin in Hochdorf Tennisspielen. Dass der Nachwuchs in den Verein eintrete, sei schließlich Sinn der Sache, sagen Bäcker und Hagdorn. Die Maßnahme hat sich bisher ausgezahlt. „Viele hat man nur einmal gesehen, dann nie wieder“, blickt Bäcker auf die Camps vor dem Wechsel zurück. In all den Jahren habe nur ein einziger Teilnehmer weiterhin Tennis gespielt und sei der Abteilung beigetreten.
Dies ist nun anders. „Es ist viel effektiver geworden“, sagt Bäcker. 2007 sind von 21 Kindern sieben hängen geblieben. Und auch in diesem Jahr könne sich die Ausbeute sehen lassen. 14 Teilnehmer seien schon Mitglied der Tennisabteilung – acht neue werden hinzukommen. Es hätten sogar noch mehr sein können, doch das Camp musste verschoben werden. Bäcker: „Einige, die sonst dabei gewesen wären, sind schon im Urlaub.“
Für die sportlichen Belange ist Hagdorn zuständig. Trotz der Bemühungen und der Bestrebungen mehr Jugendliche ans Vereins-Tennis zu führen, soll bei der dreitägigen Veranstaltung natürlich der Spaß im Vordergrund stehen, sagt er. Hagdorn selbst ist bereits zum fünften Mal dabei und hat die Gruppen eingeteilt. Diese richten sich nach Alter und Spielstärke. In diesem Jahr sind fünf Gruppen am Start – auch weil ein fünf- und ein sechsjähriges Mädchen dabei sind. Sie bilden eine eigene Gruppe.
Dennoch – „vom System her ist relativ viel gleich geblieben“, sagt Hagdorn. Die Teilnehmer durchlaufen morgens und nachmittags jeweils vier Stationen. Die Übungen an jeder einzelnen dauern 25 Minuten. Danach stehen fünf Minuten Pause an. An drei der Stationen werden ausschließlich tennisspezifische Trainingsformen durchgeführt. Dort wird dann beispielsweise an der Vor- und der Rückhand, dem Aufschlag oder aber auch an den Grundschlägen gefeilt.
Für jede Station ist ein Jugendspieler des TSV Hochdorf verantwortlich, der von Hagdorn genaue Instruktionen erhält. „Die Trainer sind zwischen 16 und 17 Jahren alt“, erläutert er. Und vor einigen Jahren waren sie sogar selbst noch beim Camp als Teilnehmer dabei. So wie der 16-jährige Christian Hagdorn, der jüngere Bruder des Jugendtrainers, und Philipp Deberling (17), die bisher bei allen zehn Camps dabei waren und festgestellt haben: „Das Spielen macht schon noch ein bisschen mehr Spaß.“ Der dritte Stationsleiter ist Luca Thoma (17), der zum dritten Mal dabei ist und über das Camp zum Tennisspielen kam.
Es steht noch eine weitere Station auf dem Programm. Bei der können die Teilnehmer ihre Koordination und ihre Geschicklichkeit verbessern. Dort wird aber je nach Bedarf auch Hockey, Basketball oder Fußball angeboten – vor allem für die älteren Camp-Teilnehmer. Die jüngeren können dort beispielsweise Seilhüpfen oder auch einen Tennisball auf dem Schläger an Stangen vorbei jonglieren. „Das ist gut für die Motorik“, so der Jugendtrainer.
Besonderen Anklang finden die Übungen, bei denen der Schläger zum Einsatz kommt. „Die Aufgaben beim Camp gefallen mir gut“, sagt der zehnjährige Richard. Das Trainieren im Verein mache ihm jedoch weniger Spaß. Und auch die vierte Station könne aus seiner Sicht gestrichen werden: „Ich hätte lieber noch eine weitere mit Tennis.“
