Donnerstag, 24. Mai 2012

„Ich war skeptisch, was das für ein Haufen ist“


Handball SG Vaihingen-Illingen
Klaus Fengler

Vaihingen – Die Handballer der SG Vaihingen-Illingen haben in Klaus Fengler einen neuen Trainer. Der Nachfolger von Bernd Gebauer hatte bis Ende 2005 bereits den SV Illingen trainiert und trifft nun unter anderem auf einige bekannte Gesichter. VKZ-Sportredakteur Jens S. Vöhringer verriet der neue SG-Coach, auf was er besonders Wert legt.

Herr Fengler, die SG ist mit beiden Mannschaften abgestiegen. Wie sieht das Ziel für die kommende Runde aus.
Das kann ich in drei Stichworten sagen: Disziplin, Zuverlässigkeit und das Zusammenrücken von Jung und Alt.

Können Sie das erläutern?
Wir müssen ein Team werden. Letzte Saison war das wohl teilweise ein heilloses Chaos hier, wie in Presseberichten zu lesen und aus dem Umfeld zu hören war.

Und das soll nun besser werden.
Ja. Woran das alles lag, weiß ich nicht. Aber mehrmals musste die Mannschaft vor einem Spiel wohl erst noch mit dem Lasso eingefangen werden. So was soll es nicht mehr geben.

Wie wollen Sie das erreichen?
Zum Beispiel durch das Vorleben der genannten Attribute und das Vermitteln von Leidenschaft für den Handball.

Sie haben den, na sagen wir mal Generationenkonflikt, angesprochen.
Mir stehen vier, fünf Spieler zur Verfügung, die über 30 Jahre alt sind. Der Rest ist unter 20. Viele davon sind gerade erst aus der Jugend gekommen oder dürften noch A-Jugend spielen. Eine letztere gibt es aber nicht mehr. Hier sind nun alle gefordert.

Und Sie ganz besonders.
Richtig. Es war für mich zunächst nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen. Da war die Mannschaft mit ihren Problemen und auch die SG. Ich war skeptisch, was das für ein Haufen ist.

Seit wann bestand der Kontakt zur SG?

Es gab Anfragen im Januar und im März.

Und?
Die habe ich abgelehnt.

Dennoch haben Sie die Mannschaft dann nach der Runde probeweise fünf Wochen lang trainiert.
Ich habe dabei gemerkt, dass das Fieber immer noch da ist und das die verbliebenen Spieler lernen wollen.

Gerade einige Jugendspieler haben Ihnen Ihren Entschluss dann erleichtert.
Da ist mir regelrecht das Herz aufgegangen. Fünf Spieler sind abends zu mir gekommen und haben mich darum gebeten, weiterzumachen.

Kennen Sie eigentlich noch Spieler aus Ihrer Zeit beim SV Illingen?
Nur die fünf Jugendspieler, die ich früher in der Illinger Jugend trainiert habe, also: Athanasios Bakas, Erik Franck, Hendrik Gutjahr, Tobias Prasse und Christopher Thieldecke.

Was geschieht mit der zweiten Mannschaft? Wird die auch von Ihnen trainiert?
Nein, nicht speziell. Die Spieler können bei uns mittrainieren, bekommen aber beispielsweise bei taktischen Trainingseinheiten der Ersten andere Aufgaben zugeteilt. Die Zweite betreue ich auch nicht während ihren Spielen.

Sie haben nun erst einmal nur für eine Saison zugesagt.
Ja, mal sehen, wie es dann weitergeht.

Noch einmal zur Zielsetzung.
Eine Platzierung gebe ich nicht aus. Es geht hier nicht um Punkte. Ich will die anfangs erwähnten drei Eigenschaften forcieren.

Wie sieht es mit der Mannschaft aus?
Ich bekomme keine zwölf Feldspieler zusammen.

Im Tor haben Sie hingegen keine personellen Mangel.
Nein, dort drängt sich Cort Peters hinter Ralf Bofinger und Hendrik Gutjahr auf.

Wie soll die SG denn auf dem Feld zum Erfolg kommen?
Durch Schnelligkeit, denn wir haben keine Rückraum-Schützen. Wir müssen schnell über die erste oder zweite Welle zum Abschluss kommen. Mit den vorwiegend körperlich starken zweiten und dritten Mannschaften in unserer Liga können wir sonst nicht konkurrieren.

Und weiter? Wie werden sie in der Defensive stehen?
Wir müssen kompakt werden. Eigentlich wollte ich eine 3-2-1-Defensive spielen lassen, aber dafür habe ich zu wenige Spieler zum Wechseln. Deshalb werden wir mit einem 5-1- oder einem 4-2-System spielen.

Das Training ist in vollem Gange. Wie ist die Beteiligung?
Gut. Ich hatte meist so um die zehn Spieler.

Trainieren Sie durch?
Nein. Zwar trainieren wir derzeit weiterhin zwei-, dreimal pro Woche, aber wir werden dann auch einmal für zwei Wochen pausieren. Ich habe einen Trainingsplan für die Spieler für die Sommerferien ausgearbeitet.

Machen Sie auch Testspiele?
Ja, erst kürzlich haben wir gegen Oberriexingen gespielt.

Und, wie war’s?
Ich habe zwei Tage gebraucht, um das Gesehene zu verarbeiten?

So schlimm?
Wir haben ohne Systeme gespielt und sehr viele technische Fehler gemacht. Dennoch haben wir 37:31 gewonnen.

Werden weitere Tests folgen?
Sicherlich, diese Woche schon in Wiernsheim. Schließlich geht es am 14. September mit dem Pokalspiel in Backnang los. Eine Woche später folgt dann der Rundenauftakt. Gegen wen steht noch nicht fest.


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