„Die beste Faustballparty aller Zeiten“
Vaihingen (jsv) – Es soll die beste Faustballparty aller Zeiten werden. Und mittendrin sind die beiden Vaihinger Michael Marx und Kolja Meyer. Am Freitag startet in Stuttgart-Stammheim die Europameisterschaft.
Einen Kalender, um die fehlenden Tage bis zum Tag X durch zu streichen, haben Michael Marx und Kolja Meyer zwar nicht – doch das Kribbeln sei förmlich zu spüren. Es werde immer stärker, sagen beide. „Ich stehe jeden Tag mit dem Gedanken an die EM auf“, meint Angreifer Meyer. „Seit Freitag habe ich die EM im Kopf“, ergänzt Abwehr- und Zuspieler Marx. Da ging zum einen das vorerst letzte Spiel des TV Vaihingen gegen Stammheim über die Bühne und zum anderen habe er da eine wichtige Prüfung im Rahmen seines Studiums der Fahrzeugtechnik geschrieben. Und nun ist der Kopf frei. Gestern Abend war Marx zusammen mit seinem Teamkameraden Andreas Rothmaier und dem Nationalmannschaftskollegen Jan Hoffrichter noch bei einem Turnier für Betriebsmannschaften am Start. „Just for fun“, sagt er. Und sicher auch, um nochmals zu relaxen.
Beide Vaihinger stehen
vor ihrer Premiere
Für die beiden Vaihinger ist es die erste Europameisterschaft im Aktivenbereich. „Das ist die Bestätigung für die Leistung, die man jahrelang bringt“, sagt Marx, der vergangenes Jahr nur knapp an der WM-Teilnahme vorbeischrammte. Die Vorfreude auf das Ereignis praktisch vor der eigenen Haustür ist den beiden anzuhören. „Man ist schon gespannt, wie es läuft“, sagt Meyer. Marx kann sich hingegen an den Bildern auf der Homepage des Ausrichters nicht satt sehen. „Stammheim setzt alles in Bewegung. Das ist schon toll. Mal sehen, was dabei rüberkommt“, sagt er. Auf alle Fälle sollten sich alle Faustball-Fans das Ereignis keinesfalls entgehen lassen, meint Marx. Aus Vaihingen erwartet er einige Zuschauer. „Ich selbst wäre da auch hingegangen, wenn ich nicht nominiert geworden wäre“, sagt er.
Marx schätzt, dass um die 2500 Zuschauer zur EM kommen werden. Das sind ungefähr zehn Mal so viele, wie normalerweise zu den Bundesligaspielen kommen. Ob er deswegen nervös sei? „Sobald ich auf dem Feld stehe, ist mir das egal. Dann merke ich das alles um mich herum nicht mehr.“
Heute Abend stoßen Marx und Meyer zur Nationalmannschaft, die in Calw untergebracht ist. Dort wird noch ein Vorbereitungsturnier gespielt. Drei Teams nehmen daran teil: die deutsche Nationalmannschaft, eine Truppe mit älteren Spielern um die Faustball-Legende Martin Becker und ein Team um den Vaihinger Michael Krauß. Gespielt wird nach dem Modus „jeder gegen jeden“.
Am Donnerstag steht zunächst noch eine Trainingseinheit in Calw auf dem Programm, ehe es dann ins EM-Quartier in Stammheim geht. Und tags darauf startet das Turnier bereits. Marx und Meyer haben eine große Erwartungshaltung – was die eigene Leistung, aber auch die Zielsetzung mit der Mannschaft angeht. Eine Stammmannschaft wird es sicher nicht geben, sind sich beide sicher. Zumal der Teminplan voll gepackt ist und dadurch der ganze Kader gefragt sein wird.
Ins Turnier startet die deutsche Nationalmannschaft am Freitag (25. Juli) um 14 Uhr gegen Titelverteidiger Schweiz. Zuvor werden aber noch die Gegner in der Partie Schweiz gegen Italien studiert. „Jeder hat eine Chance“, sagt Meyer. Er meint damit einerseits die Mannschaften, die ins Halbfinale einziehen können, andererseits aber auch die Möglichkeiten, die jeder Spieler bei der EM bekommen wird. „Entscheidend ist die Tagesform“, sagen Marx und Meyer. Wer einen schlechten Tag erwischt, kann aufgrund der Leistungsdichte, anders als im Verein, ersetzt werden. „Das finde ich beruhigend“, meint Meyer. Dadurch würde nämlich nicht so viel Verantwortung auf den Schultern einiger Weniger lasten.
