Donnerstag, 24. Mai 2012

Zittern bis zum nächsten Tag


Tennis-Oberliga
TVV-Spieler Sascha Wennagel. Foto: ev

Fellbach (jsv) – Die Tennis-Herren des TV Vaihingen haben es spannend gemacht. Denn nach der 3:6-Niederlage bei Rot Weiß Fellbach mussten sie noch mächtig um den Oberliga-Klassenverbleib bangen. Erst als sie erfuhren, dass Mitkonkurrent Kirchheim/Teck beim TC Ravensburg 2 verloren hatte (4:5), war der Nichtabstieg so gut wie sicher.
Vaihingens Trainer Armin Maute wollte der Sache auch nach dem Spiel noch nicht ganz trauen. Bis gestern habe er gezittert, verriet er. Erst, als das Ergebnis der Kirchheimer im Internet erschien, legte sich die Anspannung etwas. Zwar hätten seine Schützlinge von Ravensburgs Spieler Martin Wetzel von der Kirchheimer Niederlage erfahren, doch erst die Bestätigung im weltweiten Netz ließ Maute aufatmen. „Das war schon sehr sportlich von den Ravensburgern, schließlich ging es bei denen um nichts mehr“, meinte der TVV-Coach.
Seine Spieler konnten ihm trotz teilweise ansprechender Leistung das große Zittern hingegen nicht ersparen und unterlagen mit 3:6 in Fellbach. „Da lief aber auch einiges unglücklich“, sagte der Trainer, der gar nicht gut auf den Oberschiedsrichter zu sprechen war. Dieser hatte die Partie von Sascha Wennagel wegen des einsetzenden Regens als einzige in die Halle verlegt. Und das sei „nicht optimal“ gewesen. „Ich bin mir sicher, draußen hätte er gewonnen. Da wären sein Topspin und sein Winkelspiel viel besser zum Tragen gekommen“, so Maute. In der Halle unterlag Wennagel jedoch Erol Jung mit 4:6, 5:7.
Besser startete Christoph Gayer. Er gewann den ersten Satz 6:2 und hatte dann zweimal Spielball zum 1:0 im zweiten Durchgang. Doch diese vergab er. Sein Gegner Moritz Dettinger kam daraufhin stärker auf und gewann ebenfalls 6:2. Im Match-Tiebreak des dritten Satzes lag Gayer dann schnell mit 0:6 hinten und verlor letztlich 6:10. „Das waren fest eingeplante Punkte“, sagte Maute.
Da auch Marc-Daniel Frey trotz guter Leistung Frederik Akesson unterlag, stand es nach den ersten drei Einzeln 0:3 aus Sicht der Vaihinger. Auch die zweite Einzelrunde lief für den TVV anders als geplant. Einzig Sebastian Gayer siegte. Er schlug Christoph Rieger mit 6:3, 6:2. Dominik Knapper, der sich Mitte des zweiten Satzes am Rücken verletzte, und der Topgesetzte Ignacio Vicente-Filba hatten gegen Johannes Maxelon (3:6, 2:6) und Mikael Ekman (3:6, 0:6) hingegen nichts zu bestellen. Somit stand es nach den Einzeln 1:5 gegen die Vaihinger – die Begegnung war damit verloren. Der Kampf um den Klassenerhalt ging jetzt allerdings erst in seine heiße Phase. Und das ohne Maute, der nach Vaihingen musste, um mit den Herren 40 um die Meisterschaft in der Bezirksklasse 2 zu spielen. Der Trainer stellte aber noch die Doppel zusammen. Der angeschlagene Knapper und Vicente-Filba bestritten eines davon, Sebastian Gayer/Wennagel sowie Christoph Gayer/Frey die beiden anderen.
„Zwei der drei Doppel mussten wir gewinnen, denn bei einer 2:7- oder 1:8-Niederlage wäre entweder Kirchheim oder Fellbach aufgrund der mehr gewonnenen Matches drin geblieben“, schilderte Maute die Ausgangslage. Er selbst wurde fortan per SMS über die Spielstände auf dem Laufenden gehalten. Es sei dann „recht souverän“ gelaufen. Zwar unterlagen Knapper und Vicente-Filba mit 0:6, 1:6 gegen Ekman/Rieger, doch die beiden anderen Doppel bestätigten durch glatte Zwei-Satz-Siege ihre anhaltend gute Form der vergangenen Wochen.
Dennoch ging dann das große Zittern los. Mit einem glücklichen Ende. „Es wurde schließlich doch noch ein erfolgreicher Sonntag“, freute sich Maute.

TV Vaihingen: Vicente-Filba, Christoph Gayer, Sebastian Gayer, Wennagel, Knapper, Frey.

Die Damen des TV Vaihingen sind sieglos abgestiegen. Im Kellerduell der Verbandsklasse unterlagen sie mit 4:5 beim TC Bad Friedrichshall. „Es wäre schön gewesen, sich mit einem Sieg zu verabschieden“, meinte Trainer Maute. Doch dem war nicht so. Nach Siegen von Anh-Tuyet Huynh, Kristin Morlok und Jennifer Frick stand es 3:3 nach den Einzeln. Im Doppel gewannen einzig Ann-Katrin Knienieder/Huyn. Für die Zukunft strebt Maute einen Neuanfang bei der ersten Damen-Mannschaft an. In Kürze will er ein neues Konzept vorlegen, in dem vor allem auf die Jugendarbeit gesetzt werden soll. Außerdem werde die Mannschaft „ein völlig neues Gesicht bekommen“, sagt er. Auch, weil einige Spielerinnen nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Huynh beispielsweise, die ein einjähriges Praktikum in Vietnam absolvieren wird. Auch Knienieder falle künftig aus. Sie wird wie bereits Verena Lohrmann aus Studiengründen nicht mehr für den TV Vaihingen aufschlagen. Wer sonst noch alles nicht mehr an Bord sein wird, konnte Maute noch nicht sagen.

TV Vaihingen: Friedrich, Knienieder, Huynh, Morlok, Frick, Menzer.


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