Vaihingen (kor) – Die SG Vaihingen-Illingen hat die Nachfolge von Bernd Gebauer endgültig geregelt. Nach einer selbst gewählten Probezeit von fünf Wochen hat Trainer Klaus Fengler für die im September beginnende Handball-Saison zugesagt.
Der neue Trainer der SG Vaihingen-Illingen kommt aus Norddeutschland, ist aber ein alter Bekannter. „Moin, moin“, grüßt Klaus Fengler per Anrufbeantworter aus seiner Illinger Praxis für Physiotherapie. Bis Ende 2005 hatte sich Fengler in der Jugendarbeit des SV Illingen betätigt und die erste Mannschaft trainiert. Nach außen gab er sich eher kühl, nicht als ein Mann der großen Worte. Dafür schwelgten die Illinger Handballer in Superlativen. „Er war der beste Trainer, den Illingen je hatte“, sagte Spieler Frank Oechsle, nachdem er und der Coach sich aus Illingen verabschiedet hatten. Die gleichen lobenden Worte fanden auch andere, die den Verein nach der Ära Fengler verließen.
In der Saison 2005/2006 brach verletzungsbedingt der personelle Notstand aus. Der Verbleib in der A-Liga war in Gefahr, als bei einer Mannschaftssitzung in der Weihnachtszeit der Rückzug vom Spielbetrieb beschlossen wurde. Bei einer zweiten Sitzung zwischen Weihnachten und Neujahr wurde dieser Beschluss gekippt. Fengler, der nicht eingeladen war, trat daraufhin zurück. Dass Illingen am Ende abstieg, fiel aufgrund des Zusammengehens mit dem TV Vaihingen zur SG Vaihingen-Illingen nicht ins Gewicht. Gut zwei Jahre später ist nun klar, dass die Spielgemeinschaft am Ende der Saison 2008/2009 aufgelöst wird. Deshalb konnte Vorstandsmitglied Martin Witte-Gutjahr seinem Wunschkandidaten Fengler nur für eine Saison zusagen. Letzterer war auch nach fünf Wochen Probetraining nicht gerade Feuer und Flamme für die neue Aufgabe.
Erst am Wochenende habe er den erfahrenen Trainer am Telefon endgültig überzeugen können, das Angebot der SG anzunehmen, sagte Witte-Gutjahr. „Er hat sehr hohe Ziele, legt die Messlatte sehr hoch“, führt Witte-Gutjahr aus. Nach dem Absturz in die B-Liga, dem Verlust der drei Spieler Thilo Jöst, Sebastian von Seggern und Johannes Schöll sowie aufgrund der Planungsunsicherheit über die kommende Saison hinaus, stellt sich die Situation bei den SG-Männern nicht rosig dar. Witte-Gutjahr rechnet nicht mit dem Wiederaufstieg, dementsprechend verdeutlichte er auch Fengler, dass Abstriche zu machen seien. Immerhin glaubt das Vorstandsmiglied eine Tendenz zu erkennen, derzufolge die Illinger Spieler einen Wechsel zum TV Vaihingen ins Auge fassen. Dem Trainer würde das die Aussicht bringen, über 2009 hinaus mit demselben Stamm an Spielern weiter arbeiten zu können. Seitens der Verantwortlichen bestehe das Interesse an einer längerfristigen Zusammenarbeit mit Fengler, sagt Witte-Gutjahr.
Dass wegen Fengler alte Spieler zurückkehren, hält das SG-Vorstandsmitglied allerdings für unwahrscheinlich. Denn da es schon relativ spät sei, hätten alle Kandidaten wohl schon andernorts zugesagt. Unabhängig davon müsse man eingestehen, dass die SG bei den Männern wenig zu bieten habe. Erhöht hat sich die Zahl der Illinger im Team, was daran liegt, dass keine A-Jugend gemeldet wurde. Die verbliebenen Jugendspieler rücken daher nun zu den Aktiven auf.
Bisher hatte Bernd Gebauer aus Dürrmenz die Aktiven, die A- und die B-Jugend betreut. Künftig kümmern sich Dominik Kellner und Sascha Gutjahr um die B-Jugend. Gutjahr wird zudem erstmals für die SG als Schiedsrichter zum Einsatz kommen. Bei den Frauen hat Frank Konrad das Traineramt von Manuela Schrenk übernommen. Anders als ursprünglich vorgesehen, wird die Lienzingerin Schrenk die A-Jugend jedoch nicht abgeben. Angesichts von je zwei aktiven Mannschaften sowie sieben in der weiblichen und acht in der männlichen Jugend, bleibt die Zahl der Mannschaften der SG Vaihingen-Illingen konstant.
