Donnerstag, 24. Mai 2012

Ensinger Laufcup


Startschuss zum Ensinger Laufcup. Foto: Vöhringer
Startschuss zum Ensinger Laufcup. Foto: Vöhringer

Ensingen (jsv) – Für viele gehört er mittlerweile fest ins Programm; andere waren in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Der Ensinger Laufcup war am Samstag wieder ein Erfolg. Bei seiner dritten Ausgabe gingen insgesamt rund 400 Läufer an den Start.
„Es hätten ruhig noch ein paar mehr sein können“, meinte Organisator Harald Feierabend. Die hochsommerlichen Temperaturen haben seiner Meinung nach schließlich dafür gesorgt, dass sich der ein oder andere Läufer gegen eine Teilnahme entschied. „Macht langsam“, riet er den 79 Schülern - darunter 57 der Ensinger Grundschule – vor dem Start: „Wartet die ersten 500 Meter einmal ab – es ist warm.“ Für die meisten Teilnehmer aller Läufe war hinterher auch das Wetter das Thema Nummer eins.
„Es war schon heiß“, sagte der zehnjährige Niklas Kienzle, der im Schülerlauf als Zehnter über die Ziellinie gelaufen war. Doch die beschwerlichen klimatischen Bedingungen schienen ihm nicht wirklich viel ausgemacht zu haben. Rund 25 Minuten nach seinem ersten Lauf reihte er sich in der Riege der Fünf-Kilometer-Läufer ein. Dort wurde er Elfter in 23:42 Minuten und überraschte vor allem den moderierenden Organisator, der sich übers Mikrofon auch gleich laut Gedanken darüber machte, dem Nachwuchsläufer einen Vertrag anzubieten. „Jetzt bin ich aber schon schlapp“, meinte Kienzle, der schon zum dritten Mal am Laufcup teilgenommen hat und auch sonst bei der ein oder anderen ähnlichen Veranstaltung, aber eigentlich beim TSV Ensingen Fußball spielt. „Doch nach den Sommerferien mache ich auch Leichtathletik“, kündigte er schon einmal an. Feierabend wird’s freuen.
Auch Tino Zink von Gazelle Pforzheim ist wieder gekommen. „Das ist eine schöne Strecke, deshalb bin ich da“, meinte er. Anders als im Vorjahr, als er über zehn Kilometer an den Start gegangen war, entschied er sich dieses Mal für die Hälfte der Distanz. „Weil es sehr heiß ist“, verriet der 49-Jährige, der Vierter hinter Philipp Heckhausen, Simon Schimmelpfennig und Lokalmatador Christian Pichl wurde. Erste weibliche Teilnehmerin im Ziel war Verena Kovacs aus Flein vor Annabell Pichl und Anja Wiens aus Ensingen.
Fünf Kilometer hatten auch die Walker zu bewältigen. Als Sieger kam der 62-Jährige Günther Hüftle mit deutlichem Abstand vor Andrea Diener ins Ziel. Die hatte Erstaunliches zu berichten. „Im letzten Jahr bin ich mitgelaufen und war langsamer“, wunderte sie sich.
Ralf Reidenbach war vor einem Jahr ebenfalls über eine andere Distanz dabei. Der Sieger des Zehn-Kilometer-Laufs, startete damals im Halbmarathon, wo er Platz drei belegte. Eines seiner Erfolgsrezepte: Schon vor dem Lauf viel Mineralwasser trinken. Am besten morgens schon. Er selbst habe zwei Flaschen getrunken. Hinter Favorit Reidenbach kamen Ulrich Wagner und Dieter Matzat ins Ziel. Als erste Frau lief Ulrike Schade aus Sersheim ein. Die zwei direkten Plätze hinter ihr belegten Sabine Geyer (Bietigheim-Bissingen) und Ursula Mörgenthaler (Roßwag).
Im Wald „Gas
gegeben“
Im Schlusslauf, dem Halbmarathon, lieferten sich der favorisierte Martin Rapp und Martin Schäfer zunächst einen spannenden Zweikampf. Erst in der dritten und letzten der sieben Kilometer langen Runden setzte sich Rapp allmählich ab. „Da habe ich angezogen“, sagte er kurz nach seiner Zielankunft. Er habe gespürt, dass es windig werde und da habe er nicht immer weiter nur das Tempo machen wollen und seinen Kontrahenten mitziehen. Er startete den Angriff und ging weg. An einer giftigen Steigung im Wald machte er den Sieg dann perfekt. „Da hast du Gas gegeben“, zollte ihm Schäfer hinterher Respekt. „Ich konnte nicht mehr folgen.“
Rapp war übrigens einer der wenigen Läufer, die sich nicht übers Wetter beschwerten. „Das muss man so nehmen, wie es kommt“, sagte der 49-Jährige, der im Wald zudem eine seltsame Begegnung hatte: „Da hat sich eine Kreuzotter über den Weg geschlängelt.“
Es gab viel Lob für die dritte Ausgabe des Ensinger Laufcups, zu der außerdem noch der Bambini-Lauf mit rund 60 Startern gehörte. „Der Laufcup hier hat sich gut eingespielt“, meinte Reidenbach. Artur Bleibinger, Dritter im Halbmarathon, bemängelte hingegen die seiner Meinung nicht ausreichend vorhandenen Verpflegungsstände: „Es gab zu wenig Wasser.“
Wie so oft bei solchen Veranstaltungen gibt es auch Unerfreuliches zu berichten. Gerd Mehl, der für die Streckenposten verantwortlich war, musste die Polizei rufen, weil Landwirte trotz Absperrung auf die Strecke fuhr. „Das gefährdet die Läufer und ist unverantwortlich“, sagte er. Organisator Feierabend schüttelte ungläubig den Kopf, als er von dem Zwischenfall hörte. Sicher gebe es immer Gegner bei diesen Veranstaltungen, auch Anwohner, die beispielsweise die Absperrungen einfach wegreißen würden, sagte er.
 Ob all dies mit dazu führt, dass die dritte schon die letzte Auflage des Ensinger Laufcups gewesen ist, bleibt noch offen. Feierabend beklagt weiter mangelnde Unterstützung und fehlende Sponsoren. Ortsvorsteher Werner Rohloff würde das Aus für den Lauf gerne vermeiden. „Es wäre schade, wenn es den Laufcup nicht mehr gäbe. So eine Veranstaltung ist ein Ereignis für den ganzen Ort.“ Und auch für seine Teilnehmer. Selbst wenn es, wie Feierabend meinte, dieses Mal „fünf Grad zu warm war“.




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