Donnerstag, 24. Mai 2012

Stebe erreicht das Achtelfinale




27/01 2010

Stebe erreicht das Achtelfinale

Tennis
Die Rückhand war gegen den Polen Michal Przysiezny der Paradeschlag des Enzweihingers Cedrik-Marcel Stebe: "Die Beinarbeit hat gestimmt."

Talheim (nac). Cedrik-Marcel Stebe hat beim ATP-Tennisturnier Heilbronn Open für eine erste positive Überraschung gesorgt. Der Enzweihinger besiegte bei der mit 125000 Dollar dotierten Veranstaltung in Talheim gestern in der ersten Runde den Polen Michal Przysiezny mit 7:6 (8:6) und 6:3.

„Das ist einer der schönsten Tage“, sagte Stebe nach der Erstrundenbegegnung gegen den in der ATP-Rangliste um 409 Plätze besser geführten Polen glücklich. „Ich kannte den Gegner vorher gar nicht. Habe noch nie etwas von ihm gehört gehabt.“

Nach etwas nervösem Beginn hat sich der 19-Jährige ins Match gekämpft. „Die Nervosität konnte ich aber schnell abschütteln“, berichtete der Enzweihinger. „So konnte ich mich schnell auf mein Spiel konzentrieren.“ Stebe – in der Weltrangliste auf Position 601 – war mit einer Wildcard ins Hauptfeld gerutscht. Turnierdirektor Uli Eimüller: „Wir wollen bewusst den deutschen Nachwuchs unterstützen. Deshalb haben wir die Wildcards an Nils Langer, Cedrik-Marcel Stebe und Louk Sorensen vergeben.“ Im vergangenen Jahr musste Stebe noch durch die Qualifikation, schied dann in der ersten Runde gegen den Franzosen Arnaud Clement mit 5:7 und 3:6.
Paradeschlag Rückhand bringt Przysiezny in Bedrängnis

Stebe musste im ersten Satz gegen Przysiezny dennoch drei Satzbälle abwehren. Der Enzweihinger lag bereits mit 3:6 im Tiebreak zurück. „Das war eng“, erklärte der Deutsche Hallenmeister. „Ich habe dann einfach versucht, gut aufzuschlagen. Und dann kam auch meine Rückhand.“

Die Rückhand war gestern sein Paradeschlag. Stebe: „Der Schlag kam generell sehr gut. Aber ich war mit allen meinen Schlägen zufrieden. Die Beinarbeit hat gestimmt.“ Im zweiten Durchgang gegen Przysiezny nahm er dem Polen zu Beginn des Satzes bereits Spiele zur 4:1-Führung ab. Diese brachte er bis zum 6:3 ins Ziel. Der Rest war „Freude pur“, wie Stebe sagte. „Es war ein geiles Spiel. Ich habe mich gefreut, dass ich so eine gute Leistung gezeigt habe.“ Auch Dirk Schwarzer, der sportliche Leiter der Heilbronn Open, war zufrieden: „Natürlich ist das eine schöne Bestätigung dafür, dass wir ihm eine Wildcard zur Verfügung gestellt haben.“

Im Achtelfinale trifft Stebe voraussichtlich am morgigen Donnerstag entweder auf den an Nummer zwei gesetzten Daniel Brands aus München oder den Sieger von 2008, Andrey Golubev aus Kasachstan. Das Spiel war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. „Golubev kenne ich nicht so gut. Brands serviert gut“, analysierte Stebe seine möglichen Gegner und kam zu dem Schluss: „Mir wäre Brands lieber.“

Etwas Besonderes sind die Heilbronn Open auf jeden Fall für Stebe. Der 19-Jährige ist Heimschläfer. Für seine Partien pendelt er die rund 40 Kilometer von Enzweihingen nach Talheim vor den Toren Heilbronns. „Das Hotel wäre sicher auch schön, weil es näher ist“, berichtete Stebe. „Aber zu Hause habe ich meine gewohnte Umgebung. Da fühle ich mich wohl.“

Für das Jahr 2010 hat Stebe großes vor. Der Turnierplan steht zwar noch nicht hundertprozentig. Aber: „Mein Ziel ist es, in der Weltrangliste unter die Top 300 zu kommen, so dass ich die Qualifikation für die US Open noch schaffe“, sagt der 19-Jährige. „Platz 300 ist gerade so die Grenze, in der man in die Qualifikation reinkommt. Und das sind die Bereiche, in denen es sich finanziell lohnt.“ Mit dem Erreichen der zweiten Runde der Heilbronn Open hat er zumindest schon einmal neun weitere Punkte für sein Konto gesammelt. In den Regionen um Platz 600 bedeuten neun Punkte einen Sprung von rund 50 Plätzen.




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