Vaihingen (sv). Bei den Bundesliga-Faustballern des TV Vaihingen stehen personelle Veränderungen an. Trainer Karl Katz wird nach der Hallenrunde sein Engagement aus Zeitgründen beenden.
Karl Katz wird dem TV Vaihingen nach Ende der Hallensaison im März den Rücken kehren. Für den Entschluss, gibt der Trainer der Bundesliga-Faustballer zu verstehen, gab es keine sportlichen Gründe. Obwohl Titel in seiner Amtszeit bis dato ausblieben, war der TVV mit der Silbermedaille bei der deutschen Meisterschaft im Feld 2009 sowie den zweiten Plätzen beim Feld-Europapokal 2009 und dem Hallen-Europapokal am Sonntag recht erfolgreich. Das Engagement des Trainers, den seine Spieler auf der Rückfahrt vom Europapokal liebevoll als „Vize-Karle“ besangen, endet aus zeitlichen Gründen.
„Alleine meine Tätigkeit im Außendienst kostet mich täglich zehn Stunden. Meine Ämter als Abteilungsleiter beim TSV Grafenau und als Landesjugendfachwart beim Schwäbischen Turnerbund nehmen natürlich auch viel Zeit in Anspruch“, erläutert Katz sein Zeitproblem. Dass seine Tätigkeit nicht auf ewig angelegt sei, war Katz bereits klar, als er sich im Juni zum ersten Mal in Vaihingen an die Linie stellte.
Einsatz als Interimstrainer auf Ein-Jahres-Lösung ausgeweitet
„Eigentlich war ich als Interimstrainer eingeplant und wir haben das jetzt auch immer so gehandhabt, dass die Mannschaft schauen soll, ob sich jemand findet“, sagt der Noch-Coach. Allein, das Angebot fähiger Faustballtrainer auf dem Markt sei knapp. Dazu komme, so Katz, der große Zeitaufwand, den das Trainieren eines Bundesligisten fordere. Wenn man wie er auch nicht im unmittelbaren Umkreis von Vaihingen lebt – Katz wohnt in Sindelfingen-Darmsheim – kämen natürlich auch noch die Fahrtzeit und hohe Fahrtkosten hinzu. Der Übungsleiter: „Mit der Bezahlung kann ich gerade einmal meine Unkosten decken.“
Für die neun Spieler im Vaihinger Kader hat der scheidende Coach nur Lob übrig. Auch wenn er dem Training nicht ständig beiwohnen konnte, hätte die Mannschaft immer fleißig gearbeitet. „Man merkt, dass das Team etwas erreichen will. Ich kann mich nicht erinnern, je eine Mannschaft trainiert zu haben, die so viel Klasse, Vermögen und Disziplin mitbringt“, schwärmt der Darmsheimer. Jedem Faustball-Coach, der einmal eine gute Mannschaft trainieren wolle, könne er den TVV nur empfehlen.
Wer ab März dieses Vergnügen haben wird, steht allerdings noch nicht fest. Gut möglich, dass die Vaihinger vorerst auch auf eine interne Lösung mit Klaus Meyer setzen. Der Vater von Schlagmann Kolja Meyer betreute die Mannschaft auch bisher bei allen Partien, bei denen Katz nicht anwesend war. Der Noch-Trainer traut es dem Vaihinger Faustball-Urgestein, der im Verein schon seit vielen Jahren als Jugendtrainer aktiv ist, jedenfalls zu: „Bis auf Michael Krauß und Christian Erlenmayer haben alle Spieler im Kader seine Schule durchgemacht. Er weiß daher um ihre Stärken.“
Egal, wer der Nachfolger wird. Katz möchte ihm den Deutschen Hallenmeister 2010 vererben. Im fränkischen Bad Staffelstein soll im März der erste und wahrscheinlich auch letzte Titel in der Ära Katz geholt werden. Auch wenn ihm sein Spitzname vielleicht schmeichelt, als „Vize-Karle“ möchte er bestimmt nicht in die Annalen eingehen.
