Donnerstag, 24. Mai 2012

Der Weg zum Titel führt über Linz




05/01 2010

Der Weg zum Titel führt über Linz

Faustball
Das TVV-Angriffstrio Michael Krauß (Foto), Christian Erlenmayer und Kolja Meyer soll die gegnerischen Abwehrreihen auch beim Europapokal ins Schwitzen bringen. Foto: Küppers

Vaihingen (sv). Das neue Jahr ist kaum eine Woche alt, da wird es für die Bundesliga-Faustballer des TV Vaihingen wieder ernst. An diesem Wochenende reisen die Vaihinger zum Europapokal ins schweizerische Bad Ragaz, um ihren Titel zu verteidigen.

Eigentlich sind die Wochen um den Jahreswechsel deutschlandweit faustballfreie Zeit. Dennoch können es sich die Bundesliga-Faustballer des TV Vaihingen momentan nicht leisten, faul auf dem Sofa zu liegen. Bevor es in zwei Wochen am 17. Januar in der heimischen Halle zum Spitzenspiel gegen den derzeitigen Tabellenführer Stammheim kommt, steht für die Vaihinger ein ganz besonderer Leckerbissen auf dem Programm.

Im schweizerischen Bad Ragaz findet an diesem Wochenende der Hallen-Europapokal der Faustballer statt und neben den Meistern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz darf auch der TVV als Pokalverteidiger um den höchsten Titel im Hallenfaustball mitspielen.

Das Alternativprogramm zur faustballfreien Zeit heißt für die Vaihinger also Training, Training, Training. Allein heute und morgen sind drei Einheiten angesetzt, am vergangenen Sonntag war sogar Zweitligst TSV Pfungstadt aus Hessen zu einem Trainigsspiel zu Gast.

Kein Wunder, dass da die Erwartungen an das Team aus der Enzstadt groß sind. Angreifer Kolja Meyer dämpft diese Ansprüche allerdings etwas: „Nur wenn wir ein sehr gutes Wochenende erwischen, ist alles möglich. Wir müssen schon mit dem Finaleinzug zufrieden sein.“ Auf dem Weg ins Endspiel wartet im Halbfinale am Samstag mit dem Österreichischen Meister FBC Linz-Urfahr schon der erste Brocken, den es um 16 Uhr zu bezwingen gilt.

Faustball-Fans werden sich an die vergangenen zwei Begegnungen der beiden Teams erinnern. Vor heimischem Publikum gelang dem TVV beim Hallen-Europapokal 2009 ein 4:0-Halbfinaltriumph gegen die Österreicher. Linz revanchierte sich ein halbes Jahr später im Finale des Feld-Europapokals mit einem ebenso deutlichen 4:0-Erfolg.

Ein kleiner Vorteil für den TVV könnte der Ausfall von FBC-Angreifer Martin Weiß sein. Der 32-Jährige gilt als Dreh- und Angelpunkt im Spiel des Österreichischen Meisters, laboriert derzeit aber an einer Schulterverletzung. Lochmahr: „Mit Christian Koller und Martin Arthold, beide ebenfalls Nationalspieler, hat Linz aber adäquaten Ersatz im Aufgebot.“

Und selbst bei einem Sieg gegen Linz ist der Europapokal noch lange nicht in der Enzstadt. Im zweiten Halbfinale, in dem sich der Schweizer Meister FB Schwellbrunn und der MTV Hammah aus Deutschland gegenüberstehen, wird der eventuelle Finalgegner des TVV für diesen Sonntag ermittelt. Respekt haben die Vaihinger vor beiden Teams.

Als Favorit gilt zweifelsohne Schwellbrunn. „In der Halle ist Schwellbrunn derzeit das Maß aller Dinge“, erklärt Lochmahr. Das begründet der Vaihinger Spielführer mit Cyrill Schreiber, der bei Schwellbrunn und in der Nationalauswahl der Eidgenossen im Angriff steht. Der in Faustballerkreisen als „Fausto“ bekannte Schreiber gilt als einer der besten Angreifer der Welt. Das kann Lochmahrs Teamkollege Meyer nur bestätigen: „Schwellbrunn lebt stark vom Angriff. Wir müssten das mit unserer Abwehr ausgleichen.“

Mit Hammah, dem zweiten möglichen Gegner für das Endspiel oder das Spiel um Platz drei, haben die Vaihinger noch ein Hühnchen zu rupfen. Immerhin waren es die Niedersachsen, die den TVV bei der deutschen Hallenmeisterschaft 2009 um den Titel brachten. 3:0 besiegte der MTV damals die Enzstädter im Finale. Ein Debakel, für das sich Vaihingen in einem möglichen Europapokalfinale zu gerne revanchieren würde.

Personell herrscht beim Titelverteidiger derzeit eitel Sonnenschein. Konkret heißt das, dass der gesamte, neun Spieler umfassende Kader der Vaihinger mit in die Schweiz fährt. Verteidiger Daniel Rothmaier ist wieder fit, nachdem er im vergangenen Bundesligaspiel gegen Rosenheim verletzt ausgewechselt werden musste. Und auf Neuzugang Christian Erlenmayer, der zuletzt zweimal aus beruflichen Gründen passen musste, dürfen sich die TVV-Anhänger ebenfalls freuen.

Daneben spielen im TVV-Angriff noch Kolja Meyer und Michael Krauß. In Abwehr und Zuspiel werden neben den Rothmaier-Zwillingen Daniel und Andreas noch Kapitän Marco Lochmahr, Daniel Wörsinger, Michael Marx und Jungspund Tobias Rommel zum Einsatz kommen.

Egal, welcher der vier Plätze am Ende für den derzeitigen Zweiten der 1. Bundesliga Süd herausspringt – als Standortbestimmung wird die Veranstaltung in Bad Ragaz auf jeden Fall taugen. Das sieht auch Lochmahr so: „Die Liga wird derzeit von Stammheim und uns dominiert. Da gab es bisher nur klare Kisten.“ Dass es beim Europapokal spannender zugehen wird als in der Liga, ist jedenfalls gewiss. Wer am Sonntagnachmittag (das Endspiel beginnt um 14 Uhr) den Pokal in der Hand halten darf und wer als Vierter mit zwei Niederlagen und ohne Medaille im Gepäck heimfahren muss, steht allerdings in den Sternen.




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