„Nur durch den Wald rennen bringt’s nicht!“
Vaihingen (dma) – Die große Kälte ist vorbei, doch das Wetter ist immer noch schlecht und die Fußballplätze der Umgebung leiden unter den Bedingungen. An eine reibungslose Vorbereitung ist vielerorts nicht zu denken.
„Bisher haben wir unser Training in die Weinberge verlegt. Es standen viele Laufeinheiten auf dem Programm“, sagt Ferdinand Haupt, Trainer des SV Illingen. Da die Spieler mit unterschiedlichem Fitnesszustand aus den Ferien zurückkamen, sei dies notwendig. Nur wer zusätzlich großes Eigenengagement zeigt, ist auch tatsächlich fit, ist sich Haupt sicher. Als Ausgleich zu den eintönigen Laufeinheiten besuchen die Illinger viele Hallenturniere, doch hierbei steht vor allem der Spaß im Vordergrund. Im Training wird wegen der schlechten Bodenverhältnisse Wert darauf gelegt, Verletzungen zu vermeiden. Deshalb werden die Zweikämpfe nicht mit der letzten Entschlossenheit geführt. Der SV Illingen ist in der komfortablen Situation, zwei einigermaßen bespielbare Plätze zur Verfügung zu haben. „Den kleinen Platz nutzen wir für intensive Übungsformen, den großen für taktische Einheiten.“
Von solchen Zuständen können die Gündelbacher nur träumen. Der Platz ist momentan unbespielbar, da nach den Schneefällen in den vergangenen Wochen das Wasser nicht mehr abfließen kann. Also weicht der FC entweder in den Wald oder zum Hallenfußball nach Bietigheim aus. „Natürlich bietet auch die Halle spezielle Anreize, sie ist aber kein optimaler Ersatz“, wie FCG-Trainer Reiner Kussmaul angibt. Ihm wäre es lieber, wenn er jeden Tag im Freien auf dem Gündelbacher Naturrasen trainieren könnte. Dies würde er sogar einem Trainingslager im Süden vorziehen.
Diesen Gedanken hatten wohl auch die Kicker des TSV Häfnerhaslach. Fuhren sie in den vergangenen Jahren noch regelmäßig in die Türkei, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten, so bleiben sie in diesem Jahr in heimatlichen Gefilden. Erich Wirth und sein Team haben sich in Hohenhaslach auf dem Kunstrasen eingemietet. Dieser ist ganz neu und „bietet insgesamt super Bedingungen. Wir haben auch relativ viele Einheiten zur Verfügung gestellt bekommen und uns mit dem SC Hohenhaslach abgesprochen“, meint Wirth zufrieden. Zwar ist er der Meinung, dass sich Fußballspielen auf Kunstrasen auf jeden Fall anders anfühlt, „ aber nur im Wald rumrennen bringt’s einfach nicht“. Auch in Häfnerhaslach muss man bei der Fitness nicht bei Null anfangen, aber Wirth hat vorsichtshalber sechs Wochen Vorbereitung eingeplant, bei welcher die Spieler bisher voll mitziehen.
Über mangelnde Trainingsbeteiligung können sich die Trainer in Häfnerhaslach, Gündelbach und Illingen sowieso nicht beklagen. Trotz der widrigen Bedingungen und der vielen Laufeinheiten kommen die Spieler regelmäßig zum Training. „Die Spieler kennen das ja mittlerweile. Die Vorbereitungszeit ist doch jedes Jahr ähnlich, nur das Wetter ist die große Unbekannte“, stellt SVI-Trainer Ferdinand Haupt fest. Wichtig ist für alle, dass die Motivation bei ihren Spielern hoch bleibt und sie sich gegenseitig anspornen. „Sie müssen sich nur immer wieder sagen, dass sie noch drei bis vier Wochen durchhalten müssen, dann wird auch das Wetter wieder besser“, ist sich Haupt sicher. Und dann können die Fußballer endlich auch wieder auf ihr geliebtes Grün.
