Donnerstag, 24. Mai 2012

Der Reiz von David gegen Goliath




Der Reiz von David gegen Goliath.
Der VfB Vaihingen (links) im Duell mit den Stuttgarter Kickers. Foto: Simecek

Sersheim (sv) – Auch bei seiner 17. Auflage hat der Sersheimer Fontanis-Junior-Cup nicht an Attraktivität verloren. Am Wochenende fanden erneut einige Jugendmannschaften höherklassiger Vereine den Weg ins Mettertal, um sich dort mit den Nachwuchskickern aus Sersheim und Umgebung zu messen.

Favoritenstürze gab es in Sersheim am Wochenende zwar keine. In den E-Junioren des Karlsruher SC und den F-Junioren der Stuttgarter Kickers gewannen zwei Favoriten den 17. Fontanis-Cup in Sersheim. Trotz manch empfindlicher Niederlage gegen die hochklassigen Vereine war die Veranstaltung auch für die Jugendfußballer aus der Umgebung eine großartige Erfahrung.

„Das Kräftemessen zwischen den Kleinen und den Großen ist doch der Reiz an einem solchen Turnier“, erklärt Sieghard Geske, der gemeinsam mit VfR-Vorstand Thomas Gast und Franz Schmieder den diesjährigen Fontanis-Cup koordiniert hat. Das Turnier unter Schirmherrschaft des Mineralwasserherstellers in Sersheim hat eine lange Tradition und war auch schon in den vergangenen Jahren gut besetzt. Geske: „Gerade im E-Junioren-Bereich sind regelmäßig große Namen dabei. So war im vergangenen Jahr der 1. FC Kaiserslautern zu Gast bei uns.“ Dieses Mal haben beispielsweise der VfB Stuttgart, der Karlsruher SC, der SSV Ulm, die Stuttgarter Kickers und der SSV Reutlingen ihre E-Junioren-Vertretungen ins Rennen geschickt. Die Kickers und Reutlingen waren auch tags darauf beim F-Junioren-Turnier mit von der Partie.

Dass so viele namhafte Vereine den Weg nach Sersheim finden, führt Geske auf die Arbeit des VfR Sersheim zurück: „Wir haben anfangs sehr viel Kommunikationsarbeit leisten müssen. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass wir hier etwas Besonderes bieten. Bei uns geht zum Beispiel keine Mannschaft leer aus.“ Der Aufwand für den von Geske als „erstes Highlight im Jahr“ bezeichneten Fontanis-Cup ist dafür auch immens. So wird neben einem großen Helferteam auch eine lange Vorlaufzeit benötigt. „Die ersten Einladungen gehen schon vor den Sommerferien raus“, weiß Geske.

Eine solche Einladung hat beispielsweise die E-Jugend des VfB Stuttgart im Briefkasten gefunden und ihre Teilnahme zugesagt. Jochen Rota, Co-Trainer der Rot-Weißen, beschreibt, warum: „An früheren Auflagen hat der VfB schon ein paar Mal teilgenommen. Wir treten generell mit Spielern an, die ein Jahr jünger als die Konkurrenz sind, um unsere E-Junioren zu fordern.“ So habe ein unter Nervosität erkämpfter 3:0-Sieg – wie in der Vorrunde gegen Ellhofen – für die jungen Kicker einen größeren Lerneffekt als einen Kantersieg nach dem anderen einzufahren. Auf das Treppchen schaffen es die Stuttgarter mit dieser Taktik nicht. Nach einer 1:5-Viertelfinalniederlage gegen den SSV Ulm belegt der VfB den achten Platz.

Auch die Sersheimer E-Junioren haben sich eine Erfolgsstrategie zurechtgelegt. Trainer Xhavit Halilaj beschreibt: „Wir haben unsere Mannschaften leistungsbezogen durchgemischt und treten mit zwei Teams an.“ Die Nachwuchsfußballer sollen, so der VfR-Coach, sehen, ob sie mit den großen Namen mithalten können. Halilaj bleibt auf dem Boden: „Mit den Favoriten mitspielen werden sie sicherlich nicht können.“
Das haben auch Marco und Jonas gewusst, die für die E-Junioren des VfR Sersheim auflaufen. Obwohl sie gerade erst eine 0:8-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers hinnehmen mussten, sind sie eigentlich nicht enttäuscht. „Leider haben wir verloren, aber das war uns irgendwie klar.“ Für die beiden Nachwuchsfußballer steht der Lerneffekt im Vordergrund. Jonas, der im Tor steht: „Ich denke, dass ich auch vom Kickers-Torwart etwas lernen kann.“ Ihre Antwort auf die Frage, welche beiden Teams sie denn gerne im Finale sehen würden, zeugt dann aber doch von Lokalpatriotismus. Klarer Fall: Eine Endspielbegegnung zwischen den beiden Teams des VfR Sersheim hätte auf jeden Fall ihren Reiz. Ihr Wunsch wurde nicht erfüllt. Am Samstagabend schlug der KSC den SSV Reutlingen mit 2:1. Den Titel bei den F-Junioren holten sich am Sonntag die Stuttgarter Kickers durch einen 1:0-Sieg gegen den SGV Freiberg.




Seitenanfang