Sechs-Punkte-Wochenende für Bietigheim
Bietigheim-Bissingen (js) – Mit einem Sechs-Punkte-Wochenende haben die Bietigheim Steelers den Rückstand auf Tabellenführer Bad Tölz wieder verkürzt. Während die Tölzer spielfrei waren, gewann das Team von Christian Brittig zu Hause 7:2 gegen Landshut. Am Sonntag folgte dann ein 5:3-Auswärtssieg beim SC Riessersee.
Mit 8:0 und 6:0 waren die beiden bisherigen Aufeinandertreffen mit Riessersee zugunsten der Bietigheimer ausgegangen. Noch kein Torerfolg war den Werdenfelsern gelungen. Dass es diesmal jedoch nicht mehr so einfach würde, davor hatte Christian Brittig schon vor dem Spiel gewarnt.
Aber trotz zweimaligen Rückstands ließen sich die Bietigheimer nicht aus der Ruhe bringen, zogen ihr Spiel durch. Und das brachte schon zum Ende des zweiten Drittels die Vorentscheidung. Zuvor war Riessersee bereits in der sechsten Minute durch Mats Schöbel in Führung gegangen. Er hatte Sinisa Martinovic bei dessen Comeback im kurzen Eck überrascht. Die passende Antwort ließ jedoch nur 22 Sekunden auf sich warten. Dann schloss Kasper Degn einen Konter, den er selbst eingeleitet hatte, zum 1:1 ab.
Eine anschließend überstandene doppelte Strafzeit gegen Dan Heilman brachte zusätzliches Selbstvertrauen. Dennoch gingen die Gastgeber zu Beginn des zweiten Drittels durch George Kink (23.) noch einmal in Führung. Doch René Schoofs sorgte mit seinem zweiten Saisontreffer für den wichtigen Ausgleich (30.). Zweieinhalb Minuten später schoss Brent Walton dann die Grün-Weißen in Führung. Und direkt von der Strafbank kommend sorgte Walton drei Sekunden vor der Pausensirene sogar noch für das 4:2.
Auch im letzten Drittel gab es ein ähnlich spätes Tor zu bestaunen. Sechs Sekunden vor dem Ende betrieb T.J. Guidarelli per Penalty aber nur noch Ergebniskorrektur. Denn zuvor hatte Andrej Kaufmann mit einem Rückhandschlenzer gegen seine Laufrichtung für die endgültige Entscheidung gesorgt (45.). Die Garmischer waren zwar stets bemüht, noch einmal heranzukommen, doch gegen die sichere Bietigheimer Deckung war kein Kraut gewachsen. Dies sorgte für Frust in Reihen des SCR. Und so musste Robert Brown dreieinhalb Minuten vor dem Ende nach einem Bandencheck mit Spieldauer-Strafe vom Eis. Wenig später folgte noch Michael Höck mit einer doppelten Strafe, nachdem er zunächst Alexander Serikow per Stockschlag niedergestreckt hatte und dann in eine Schlägerei mit dem Gefoulten verwickelt war. Serikow durfte allerdings auch die letzten knapp drei Minuten von der Strafbank aus anschauen.
Damit endete die Partie unter der Zugspitze, wie auch schon das Heimspiel gegen Landshut aufgehört hatte. Da provozierte EVL-Neuzugang Riley Moher nach Schlusspfiff Justin Kelly und es kam noch zum Austausch von Nettigkeiten. Dabei war die Partie zuvor 60 Minuten lang sehr friedlich verlaufen. Vielleicht weil die Überlegenheit der Gastgeber zu deutlich war. Vor allem Brent Walton, der vor der Saison aus Landshut gekommen war, düpierte seine ehemaligen Mannschaftskameraden einige Male mit technischen Schmankerln. Und auf diese Weise gelangen ihm auch zwei sehenswerte Unterzahltore (10., 39.). Mit zwei Doppelpacks war er damit quasi der Mann des Wochenendes.
Landshut gelang zwar unmittelbar nach dem 1:0, als Bietigheim gerade vier Sekunden wieder vollzählig war, der Ausgleich durch Matthias Wittmann, doch die Gastgeber ließen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Doug Andress sorgte nur vier Minuten später mit einem kuriosen Billard-Tor aus spitzem Winkel, bei dem er einen Landshuter als Bande missbrauchte, für die erneute Führung der Gastgeber. Und die gaben sie nun auch nicht mehr aus der Hand. 37 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels erhöhte Alexander Serikow auf 3:1. Ein wenig brenzlig wurde es, als Landshuts Markus Hundhammer der Anschlusstreffer gelang (35.). Andrej Kaufmann hatte jedoch die passende Antwort parat (37.). Und als auch noch Serikow nach Waltons zweitem Unterzahltor im Powerplay traf (40.), war die Partie nach dem zweiten Drittel quasi entschieden.
Im Schlussdrittel setzte Andrej Kaufmann in der 52. Minute mit dem 7:2 schließlich den Schlusspunkt. Er fälschte in Überzahl einen Schmidt-Schuss unhaltbar ab. „In Über- und Unterzahl waren wir heute sehr effektiv“, freute sich Brittig. Landshuts Trainer Mike Bullard suchte die Schuld dagegen eher bei seinem Torhüter Martin Cinibulk. „Wir haben in den ersten beiden Dritteln aus 16 Schüssen sechs Tore kassiert. Wenn du so eine junge Mannschaft hast, wie wir, dann musst du da auswärts eine bessere Leistung deines Torhüters erwarten können“, polterte Bullard.
