„Der Spaß soll im Vordergrund stehen“
Vaihingen (dma) – Der Laufsport in Württemberg boomt. Die Volksläufe in der Region verzeichnen seit Jahren steigende Teilnehmerzahlen, denn die Veranstaltungen öffnen sich für die breite Masse.
Im Jahr 2008 fanden allein in Württemberg 375 Volksläufe statt. Das sind im Schnitt acht Veranstaltungen pro Wochenende und auch dieses Jahr wird diese Zahl wieder erreicht. Langfristig möchte der Württembergischen Leichtathletikverband (WLV) die Marke von 200000 Teilnehmern erreichen. Da die Zahlen in den vergangenen Jahren konstant stiegen und 2008 185000 Läufer am Start waren, ist dieses Ziel mittelfristig durchaus realistisch.
Doch nicht nur die Teilnehmerzahlen nehmen zu, auch das Angebot wird breiter. Die Strecken reichen von 700 Metern über 10 Kilometer bis zum klassischen Marathon über 42,195 Kilometer. Die Läufer können sich bei Benefizläufen wie zum Beispiel in Vaihingen beziehungsweise City- und Crossläufen messen. Für Jung und Alt, trainiert oder untrainiert – für jeden ist etwas dabei.
Die Veranstalter der Läufe können auf die Hilfe von Friedrich Beischroth, dem Volkslaufreferent des WLV, zurückgreifen. Dieser kümmert sich im Vorfeld um die terminliche und räumliche Einteilung der Läufe, vermittelt bei Streitigkeiten und steht mit Rat und Tat zur Seite. Auch bei der Organisation von Personal, Versicherungsfragen und dem Absperren der Strecke kann er helfen. „Für die Sicherheit muss alles getan werden“, meint Beischroth.
Ein Volkslauf kann nur dann veranstaltet werden, wenn auch ein Verein mit im Boot sitzt, es darf sich nicht um eine rein kommerzielle Veranstaltung handeln, denn „es soll immer der Spaß im Vordergrund stehen“, wie der Volkslaufreferent anmerkt. Doch die Kosten für solch ein Event müssen durch Sponsoren und Startgebühren gedeckt werden. Ein Athlet muss bei einem Zehn-Kilometer-Lauf mit 5 bis 15 Euro rechnen.
So unterschiedlich das Angebot ist, so unterschiedlich sind auch die Teilnehmer. „Bei den Kinderstrecken sind schon Bambini dabei, die gerade so an der Hand der Eltern laufen können“ berichtet Beischroth voller Stolz. Und je länger die Strecken, desto höher die Anforderungen. Auf den Mittel- und Langstrecken sind hauptsächlich Freizeitsportler am Start, doch auch Profis nutzen die schönen Volksläufe der Region als Vorbereitung. Das Ziel ist, „dass sich die Allgemeinheit bewegt und Spaß dabei hat“, meint Friedrich Beischroth.
Viele der Läufer machen auch mehrere Volksläufe im Jahr, denn einen Zehn-Kilometer-Lauf kann man, wenn man fit und gesund ist, jedes Wochenende laufen. Wer jedoch Marathon läuft, sollte sich mit drei bis vier im Jahr begnügen, um sich keinen gesundheitlichen Risiken auszusetzen. Gerade deshalb rät Beischroth davon ab, Strecken ab zehn Kilometer ohne Training anzugehen. Wer trotzdem bei einer Langstrecke antreten möchte, sollte sich auf das Walken beschränken.
Qualitativ unterscheiden sich die verschiedenen Volksläufe kaum und auch landschaftlich haben alle ihren Reiz. Doch es gibt auch ein paar Besonderheiten in der Region. So läuft man zum Beispiel beim Volkslauf in Wiernsheim hauptsächlich durch ein weitreichendes Waldgebiet. In Tuttlingen gibt es einen einzigartigen Marathon, bei dem die Läufer nicht im Kreis laufen, sondern die gesamte Strecke von A nach B verläuft. Besonders ist auch die Veranstaltung beim Behr-Lauf in Mühlacker. Da diese Strecke zur einen Hälfe durch die Stadt und zur anderen Hälfe auf dem Land verläuft. Zudem ist ein 100-Kilometer-Lauf rund um Ulm geplant, bei welchem allein, zu zweit oder zu viert gelaufen werden kann.
Friedrich Beischroth ist sehr zufrieden mit der Entwicklung der Volksläufe in Württemberg und meint nicht ohne Stolz: „Wir sind einer der wenigen Verbände mit stetig steigenden Teilnehmerzahlen und auch die Qualität unserer Veranstaltungen ist hervorragend. Ich hoffe, dass es so erfolgreich weitergeht und es wäre schön, wenn auch die Stadt Vaihingen in näherer Zukunft einen Volkslauf veranstalten würde.“
