Steelers verlieren im Penaltyschießen
Bietigheim-Bissingen (js) – Steelers-Coach Christian Brittig war mit dem Abschneiden seiner Mannschaft gegen Schwenningen überhaupt nicht zufrieden. Der Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen hat sein einziges Spiel an diesem Wochenende verloren. In Schwenningen unterlagen die Steelers mit 1:2 nach Penaltyschießen.
Christian Brittig hatte nach dem Spiel einen richtig dicken Hals. Und so bekamen zunächst einmal die Schiedsrichter ihr Fett ab. „Das Spiel wurde klar durch zwei Fehlentscheidungen entschieden. Vor der Strafe gegen Andress standen die Schwenninger direkt vor unserer Bank eineinhalb Meter im Abseits. Und als Walton und Kelly zwei gegen eins aufs leere Tor fuhren, war es kein Abseits, Kelly stand mit beiden Schlittschuhen noch vor der blauen Linie“, sagte er.
Dabei hätte Brittig durchaus sehen müssen, dass es sein Team selbst in der Hand gehabt hätte, den Sieg zu sichern. Doch nach der frühen Führung durch Greg Schmidt (3.) war zunächst einmal Pech im Spiel. Bietigheim war die klar bessere Mannschaft. Und in Überzahl hätte es keine drei Minuten später auch beinahe schon wieder geklingelt. Doch der Schlagschuss-Hammer von Doug Andress prallte von der Latte an den Pfosten und wieder ins Feld zurück. In dieser Szene waren beide Teams für lange Zeit einem Torerfolg am nächsten. Denn Schwenningen konnte ganz offensichtlich zu diesem Zeitpunkt nicht, Bietigheim wollte ab dem zweiten Drittel nicht mehr. Das Team von Christian Brittig verlegte sich zusehends auf die Sicherung des eigenen Tors.
Im dritten Drittel wurde aber auch den Torhütern bei zweistelligen Minustemperaturen wieder etwas wärmer. Zunächst scheiterte Andrej Kaufmann allein vor Torhüter Martin Fous mit einem Rückhandheber (42.). Dann verpasste Justin Kelly knapp, nachdem Brent Walton und Alexander Serikow die Schwenninger mit zwei Querpässen ausgehebelt hatten (52.). Und fünf Minuten vor dem Ende wurden auch die Gastgeber erstmals etwas gefährlicher. Dany Bousquet traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz.
Für Trainer Kim Collins war dies der Startschuss zum Schlussspurt. Drei Minuten vor dem Ende nahm er Goalie Fous für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Nach einer Strafe gegen Stéphane Robitaille waren die Schwenninger kurzzeitig sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Sekunden später musste aber auch Danny Albrecht nach einem Puckverlust mit anschließendem Halten vom Eis.
Ohne Torwart hatten jedoch nicht nur die Gastgeber Chancen. Gleich dreimal bot sich den Bietigheimern die Möglichkeit, aufs leere Tor zu schießen. Der Abschluss wurde jedoch entweder zu lange hinausgezögert, wie bei der zweifelhaften Abseitsentscheidung gegen Walton und Kelly, oder gar nicht erst gewagt. Und dann kam die Strafe gegen Andress, weil er die Scheibe aus dem eigenen Drittel über die Plexiglasbande hinaus befördert hatte. Wieder war Schwenningen in doppelter Überzahl. Und 57 Sekunden vor dem Ende fälschte schließlich Jon Smyth einen Schlagschuss von Michael Schutte unhaltbar ab.
Nach torloser Verlängerung musste dann die Lotterie Penaltyschießen entscheiden. Dominik Hammer traf als einziger für Bietigheim, Brady Leisenring und Dean Beuker verwandelten für die Gastgeber. Dabei benachteiligten die Schiedsrichter allerdings wiederum die Steelers. Denn beim letzten Penalty durch Alexander Serikow verschob Fous in der Abwehrbewegung das Tor. Nach neuester Regelauslegung hätte Hauptschiedsrichter Steffen Klau in diesem Fall auf technisches Tor erkennen müssen und das Penaltyschießen wäre weiter gegangen.
So blieb den Bietigheimern nach einer über 57 Minuten überzeugenden Leistung, bei der sie nur vergaßen, den Sack zuzumachen, nur ein Punkt. Damit verloren sie auch bereits am Freitag wieder ihre Tabellenführung an den EC Bad Tölz, der diese sogar auf fünf Punkte ausbaute.
