12/01 2009
TV Vaihingen schreibt Geschichte
Vaihingen (ev) – Im Finale des Europapokals setzte sich der Gastgeber TV Vaihingen souverän mit 4:0 durch. Vor voller Halle gab der TVV keinen einzigen Satz ab, aber der TuS Kremsmünster verlangte den Hausherren einiges ab.
„Einigkeit und Recht und Freiheit“ – die TVV-Spieler stehen auf den höchsten Podesten, haben goldene Medaillen um den Hals baumeln und die meisten lassen es sich nicht nehmen, die deutsche Nationalhymne mitzusingen. „Dazu brauche ich glaube gar nichts zu sagen“, sagt Andreas Rothmaier nach dem Spiel mit glänzenden Augen. Es sei für einen Sportler die größte Ehre, ganz oben auf dem Podest zu stehen und die Hymne zu singen.
Die Arbeit, die Vaihingen in die sportliche Vorbereitung gesteckt hatte, wurde belohnt. Beide Mannschaften standen zum ersten Mal in einem Finale bei einem Europapokal. Die Vaihinger erwischten den besseren Start und demonstrierten teilweise eindrucksvoll, in welch starker Verfassung sie momentan sind. Satz eins ging mit 11:6 an den TVV.
Auch im zweiten Durchgang gaben die Vaihinger die Richtung vor, allerdings ließen sich die Österreicher nicht abschütteln. Die lagen zwischendurch sogar einmal kurz in Führung (7:6). Bei 8:8 und 10:10 blieb es spannend. Erst dann machten Kolja Meyer mit einer kurzen Angabe und Michael Krauß den zweiten Satz (12:10) klar.
Immer wieder versuchte TuS-Trainer Dietmar Winterleitner durch Umstellungen und Auswechselungen im Angriff die Vaihinger durcheinander zu bringen. Zunächst sah es aber so aus, als marschierte die Blechschmidt-Truppe auch durch Satz drei.
Vaihingen hatte beim 10:2 den ersten Matchball. Ein Punkt fehlte, doch nun kamen die Kremsmünsterer mit ihrer Wechseltaktik zum Erfolg. „Es ist normal, dass irgendwann die Konzentration nachlässt“, sagte TVV-Trainer Werner Blechschmidt. Bis auf 8:10 kamen die Österreicher ran, dann leistet sich Gabriel Streitwieser einen Fehler. 3:0 für Vaihingen.
Im vierten Satz hatte Michael Krauß nun ein größeres Gewicht als zuvor, als Kolja Meyer der prägende Spieler gewesen war. Teils lag das auch daran, dass die Kremsmünsterer versuchten, Meyer aus dem Spiel zu nehmen. Vaihingen lag mit 2:5 zurück. Beim 6:6 war der TVV allerdings zurück. Vaihingen ging mit 9:6 in Führung, doch die TuS kämpfte weiter, verkürzte auf 8:9. Blechschmidt nahm eine Auszeit. Danach sorgte Meyer für die Entscheidung. Durch sein Ass war der TVV nur noch einen Zähler vom Sieg entfernt. Den Matchball verwandelte Meyer selbst und sorgte dafür, dass der TV Vaihingen zum ersten Mal in seiner Geschichte den Europapokal gewinnen konnte und das bei seiner ersten Teilnahme. Der Jubel bei den Vaihingern war unbändig, der der Kremsmünsterer stand dem aber in fast nichts nach: „Wir haben heute den zweiten Platz gewonnen“, so der Österreicher Klemens Kronsteiner.
Kurz nach dem Spiel ist der Erfolg für Rothmaier noch nicht nachzuvollziehen. „Ich danke unserer Faustballabteilung, dass sie uns dies ermöglicht hat“, sagt der Abwehrspieler nicht ohne Stolz in seiner Stimme. Und ein Trainer fügt nicht weniger stolz hinzu: Heute ist ein Wintermärchen wahr geworden.“
TV Vaihingen: Meyer, Krauß, Lochmahr, Wörsinger, Rothmaier.
TuS Kremsmünster: Hübner, Streitwieser, Kerbl, Eglseer, Winterleitner, Valtliner, Ahrens.
