„Mir geht gerade genug durch den Kopf“
Vaihingen – Seit Wochen trainieren die Faustballer des TV Vaihingen für den Europapokal, der am Wochenende (10./11. Januar) in Vaihingen stattfindet. Aber auch rund um das Spielfeld muss einiges organisiert werden. Markus Knodel, der Faustball-Abteilungsleiter, hat trotzdem ein paar Minuten Zeit gefunden, um im VKZ-Interview im Vorfeld auf die Veranstaltung zu blicken.
Nur noch zwei Nächte bis der Ball beim Europapokal fliegt. Können Sie überhaupt noch ruhig schlafen?
Das geht schon noch. Aber trotzdem geht mir gerade genug durch den Kopf.
Was denn zum Beispiel?
Dass das Wetter nicht ganz in unserem Sinne ist. Wir wollen für unser Zelt draußen Wasserleitungen legen. Durch die Kälte haben wir jetzt das Problem, dass es gefrieren könnte, aber auch das bekommen wir noch in den Griff.
Haben Sie sich die Organisation des Europapokals im Vorfeld so arbeitsintensiv vorgestellt?
Ganz am Anfang nicht. Aber es sind viele Kleinigkeiten, die dann noch dazu kommen. Meine Frau ist mit den Kindern gerade weggefahren, damit ich mich voll auf den Europapokal konzentrieren kann. Viel Zeit werde ich bis Samstag wohl nicht haben. Wenn ich nicht gerade schlafe, bin ich eigentlich nur mit den Vorbereitungen beschäftigt. Aber am Montag ist ja alles vorüber.
Wie ist denn momentan die Stimmung im Verein und in der Stadt?
Die ist gut. Im Verein freut sich jeder, auch wenn es viel Arbeit ist. Schön finde ich es, dass die Menschen in Vaihingen von der Veranstaltung Notiz nehmen. Wenn ich durch die Stadt gehe, werde ich immer wieder angesprochen. So wie gestern, als ich beim Arzt war.
Sie haben den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger als Schirmherr für die Veranstaltung gewinnen können. Wird er vor Ort sein?
Er versucht es, aber so wie es gerade ausschaut, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit aus terminlichen Gründen nicht kommen können.
Wie teuer wird die Veranstaltung eigentlich?
Die Kosten sind erheblich. Wir müssen knapp über 10000 Euro aufbringen.
Wie stemmt die Faustballabteilung diese Summe?
Wir sind schon im Vorfeld tätig geworden und haben Sponsoren gesucht. Alleine im Veranstaltungsheft sind ungefähr 50 vertreten. Ohne diese Unterstützung wäre der Europapokal für uns nicht tragbar gewesen, denn wie viel Bewirtung und Eintrittsgelder einbringen, ist schwer zu kalkulieren.
Bringen Sie das Geld auf?
Ich mache mir da keine Sorgen. Wir haben im Vorfeld gut gearbeitet, sodass der Großteil abgedeckt ist. Außerdem ist das hier eine Faustballregion. Ich denke schon, dass einige Leute kommen werden.
Was erwarten Sie sich eigentlich von der Veranstaltung?
Schwierig. Natürlich wollen wir den Europapokal gewinnen (lacht). Ich hoffe, dass die Veranstaltung uns dabei hilft, neue Zuschauer anzulocken. Faustball ist immer noch eine Randsportart, die nicht sehr bekannt ist. Wir haben zwar ein großes und gutes Publikum, aber es sind doch immer die gleichen Leute, die zu den Bundesligaspielen kommen. Vielleicht werden wir nun öfter mal ein neues Gesicht sehen, wenn die Leute gesehen haben, wie wir spielen.
Zählen Sie den TVV eigentlich zu den europäischen Spitzenmannschaften?
Das kommt drauf an, wie groß die Spitze ist. Wir sind auf jeden Fall eine sehr gute Mannschaft. In der Schweiz gibt es ein, zwei Top-Vereine, in Österreich drei oder vier. Da wir in Deutschland im vergangenen Jahr beide Titel gewonnen haben, denke ich, dass wir hier auch zu den beiden Top-Mannschaften und somit auch zur Top-Ten in Europa gehören.
Werden wir Sie am Wochenende in Aktion erleben?
Eigentlich sollte ich auf der Bank sitzen. Aber ich habe ein dickes Knie, weil ich mich beim Training am Schleimbeutel verletzt habe. Ich hoffe, dass ich bis zum Wochenende wieder fit bin. Wenn es geht, werde ich auf jeden Fall die Zähne zusamenbeißen.
Die Fragen stellte Eva Wirth.
