Donnerstag, 24. Mai 2012

Sport aus meiner Sicht – Heute: Basketball


Doris Hekel besuchte ein Basketballspiel.
Die BSG (weiß/blau) war zwar nicht immer treffsicher, gewann aber am Ende trotzdem gegen Stuttgart 2.Foto: Wirth

Ich weiß ja nicht, ob ihr es wusstet, aber Basketball wurde anfangs mit aufgehängten Pfirsichkörben gespielt. Ein Hausmeister hat in Springfield (Amerika) Pfirsichkörbe an 3,05 Meter hohen Balkonen befestigt. Wie ihr schon erkennen könnt, bin ich dieses Mal zu Gast bei den großen Jungs, beim Basketball.
Die Höhe von 3,05 Meter ist übrigens bis heute noch gültig. Das Spielfeld misst 28 x 15 Meter und es hat verwirrend viele Kreise sowie Linien, die alle verschiedene Funktionen besitzen.
In der Halle treffe ich kurz den Trainer der BSG Vaihingen/Sachsenheim. Meiner Schätzung nach ist er gefühlte 3,80 Meter groß, aber man sagt mir, dass es „nur“ 2,11 Meter  sind. Auf jeden Fall muss ich ganz schön hochschauen. Michael Nachreiner, der Trainer, strahlt eine ziemliche Ruhe aus und mir fällt im Moment wirklich auch nicht eine Frage ein, die ich ihm stellen könnte.
Stattdessen erzähle ich ihm, was mir zum Thema Basketball so einfällt. Irgendwann in grauer Vorzeit – das ist ja wirklich schon ewig her – habe ich dieses Spiel auch mal in der Schule gespielt. Also doppeltes Dribbeln gilt nicht und der Ball muss in den Korb. Der Dirk aus der NBA fällt mir noch spontan ein und netterweise meint der Trainer, dass das doch schon ein Anfang sei.
Neben dem Vaihinger Trainer entdecke ich noch eine zierliche Frau, die wohl zu ihm gehört. Wieder einmal schweifen meine Gedanken ab und ich frage mich, wie die beiden einen Höhenunterschied von mindestens 40 Zentimeter überwinden, aber das ist jetzt wirklich indiskret.
Also zurück zum Spiel. Die BSG tritt gegen den MTV Stuttgart II an. Es sind immer 2 x 5 Spieler auf dem Spielfeld. Auswechselspieler gibt es natürlich auch. Ein Spiel besteht aus vier Vierteln, eines dauert zehn Minuten.
Anders als beim Fußball wird beim Basketball nur die reine Spielzeit gezählt, das heißt, dass bei jedem Spielstopp die Zeit angehalten wird. Die Spieler müssen den Ball in den Korb werfen. Dafür gibt einen, zwei oder drei Punkte. Einen Punkt gibt’s bei einem Freiwurf, zwei bei einem normalen Spielwurf und drei bei einem Wurf, der hinter der Drei-Punkte-Linie geworfen wird. Das sind die Würfe, die mir am besten gefallen. Es sind nämlich die von weit weg.
Das Spiel fängt an der Mittellinie an. Beide Mannschaften versuchen den Ball, den der Schiri in die Luft wirft, zu angeln. Es ist ein sehr schnelles Spiel und die Spieler brauchen eine sehr gute Kondition, um immer schnelle Sprints hinzulegen, wieder zu stoppen, den Gegner nicht aus den zu Augen lassen, rückwärts zu laufen, dribbeln nicht vergessen und immer nach den Mitspielern zu schauen, um keine Chance zu vergeben. Wow.
Mir fällt auch auf, dass viele Ausdrücke englisch sind. Die Spieler werden in verschiedene Positionen eingeteilt, die von eins bis fünf durchnummeriert sind. Jetzt verstehe ich auch, warum zum Beispiel eine Hemdnummer neun mit eins gerufen wird.
Seltsam: Ein Spieler des MTV-Stuttgart hat die gleiche Hose an wie die BSG-Jungs. Darf der dann bei beiden Teams mitspielen? Kleiner Spaß, aber was es mit der Hose auf sich hat, weiß ich nicht.
Während des Spieles wird einem Spieler ein Loch in die Hosen gerissen. So viel zum sogenannten „körperlosen Sport“. Eigentlich ist beim Basketball nur eine Berührung im Moment des Abwurfes verboten,
Was ich hier alles lerne, ist faszinierend, allerdings wird man auch mit einer Fülle von Regeln überschüttet: 8-Sekunden-Regel, 3-Sekunden-Regel, 5-Sekunden-Regel, 24-Sekunden-Regel. Die Jungs müssen das alles wissen und auch noch gut spielen. Hier würde es allerdings zu weit führen, alles zu erklären.
Während der Partie gibt es auch einige Momente, die mich zum Schmunzeln bringen, die aber wahrscheinlich nur ich als Laie bemerkt habe. Einmal hält ein Spieler den Ball ganz lieb fest und ich frage mich, ob er ihn überhaupt noch einmal hergibt. Ein anderes Mal müssen die Bodenlinien festgetreten werden, weil sie sich lösen.
Nebenher erfreue ich mich immer wieder an der herrlichen Zeichensprache der Schiris (es gibt übrigens zwei, die gleichberechtigt sind). Ich frage mich, ob die auch sprechen können. Die Choreographie ist jedenfalls perfekt, Arm hoch, Arm runter – es ist herrlich.
Natürlich kann ich mir als Laie kein Urteil bilden, aber ich glaube, dass Vaihingen viele Chancen vergibt, weil der Ball doch oft am Korb vorbeigeht. Schließlich und endlich gewinnen sie aber mit 80:63.
Es war ein tolles Spiel und was ich wirklich interessant fand war, dass auch durchaus kleine Spieler im Basketball gebraucht werden können. Die können nämlich als Spielmacher schnell zwischen den Großen durchlaufen und das Spiel durchaus bestimmen.
Also, lasst euch nicht von eurer Größe abhalten, einmal Basketball zu spielen und hängt euch auch so einen Pfirsichkorb in den Garten.                     Doris Hekel

Sport-Laie Doris Hekel aus Kleinglattbach schreibt in der VKZ über sportliche Ereignisse aus ihrer ganz persönlichen Sicht.


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