Vaihingen (bg) – BSG-Coach Michael Nachreiner hat für die Basketballer aus Vaihingen und Sachsenheim das Ziel Aufstieg noch lange nicht abgeschrieben. Nach der kurzen Pause zwischen den Jahren will es der Tabellenvierte der Landesliga Neckar/Rems wissen.
Mit 14:8 Punkten liegen die Korbjäger der BSG auf Platz vier der Liga. Gegen die davor rangierenden Vereine TSV Crailsheim 2, BV Hellas Esslingen und ESV Rot-Weiß Stuttgart hat Vaihingen jeweils das Hinspiel daheim verloren. Weil in der Tabelle bei Punktgleichheit erst mal der direkte Vergleich zählt, ist die Aufgabe für die BSG klar: Die Rückspiele in Gegners Halle mit besserem Ergebnis zu gewinnen als die Hinspiele verloren wurden. Leicht wird das sicher nicht, aber Trainer Nachreiner ist optimistisch. „Die Liga ist unglaublich ausgeglichen, da kann jeder jeden schlagen.“ Und so setzt er eben drauf, dass seine Truppe jeden schlägt: „Es geht etwas nach oben. In der Rückrunde haben wir alle Chancen auf unserer Seite.“ Und der 33-Jährige setzt auch Hoffnungen darauf, dass sich die Konkurrenten untereinander auf eine für Vaihingen fügliche Art die Punkte wegnehmen. Dann könnte es noch klappen mit einem der ersten beiden Plätze, die vergangene Saison zum Aufstieg berechtigten (ob’s diesmal auch so ist, ist noch nicht klar).
Die Statistik der bisherigen elf Spiele gibt gute Einblicke ins Spielsystem der Basketball-Spielgemeinschaft. Geht es nach Dreier-Würfen, liegt die BSG mit 40 Treffern nur auf Platz acht der Liga. Aber „das liegt an der Verteilung der Spieler“, erklärt Nachreiner. „Wir haben keinen ausgesprochenen Schützen im Team“, fügt er hinzu. Entsprechend ist das Spiel der BSG anders aufgebaut. „Bei uns liegen die Stärken unter dem Korb.“ Die Statistik belegt es. Bei den Zweier-Würfen ist die BSG mit 299 Treffern Dritter der Liga. Und prompt steht mit Clemens Beisel auch ein Vaihinger Center unter den besten Werfern der Liga. 255 Punkte hat Beisel in den elf Spielen erzielt, macht 23,2 Punkte im Schnitt und den dritten Platz in der Liga-Statistik. Aber auch Thomas Gabriel (154 Punkte in elf Spielen, 14,0 im Schnitt) Themis Koupidis (122/10, 12,2 im Schnitt) und Alexander Stindl (97/7, 13,9 im Schnitt) beweisen, dass bei der BSG der Zug zum Korb geht.
Auch eine beachtliche Marke: Mit 260 Fouls ist die BSG Vorletzter in der Foul-Statistik. Nur Zrinski Waiblingen griff noch beherzter zu (307). Wie kommt’s? „Ich lege großen Wert auf aggressive Verteidigung“, räumt Nachreiner frei heraus körperbetontes Spiel ein. Seine Spieler seien aber nicht übermotiviert, es fehle nur ein bisschen die Erfahrung. „Wir kriegen viele cheap fouls“ – billige Fouls, die man sich nicht unbedingt einhandeln müsste. Nachreiner betont: „Der Mythos vom Basketball als körperloses Spiel hat ausgedient. Blutgrätschen wie im Fußball gibt es zwar nicht. Aber Nickligkeiten wie Trikotziehen sind häufig.“
Dem Ziel, in der Tabelle nach oben zu klettern, stehen derzeit „große Personalsorgen“ entgegen, so Nachreiner. Thomas Gabriel ist angeschlagen, Themis Koupidis schlägt sich mit einer Handverletzung herum. Alex Stindl, Gabriel Dilmac und Benny Krauß waren kurzzeitig krank. Und auf den von Rückenproblemen geplagten Tomi Rukavina wartet Nachreiner schon seit dem vierten Spieltag.
Dennoch, zum Auftakt 2008 will Nachreiner am Sonntag (16 Uhr) bei der SG Schorndorf einen Sieg. Beim Tabellenletzten sollte das Pflicht sein, zumal das Hinspiel klar 75:52 gewonnen wurde. Aber Nachreiner hat’s ja gesagt: Jeder kann jeden schlagen. Und in der Vorsaison hatte die BSG mit den Schorndorfern ihre Mühe. „Wir unterschätzen die Schorndorfer nicht“, verspricht denn auch der Coach.
