Anspruch und Wirklichkeit: Kreisliga-A-Vereine im Überblick
Vaihingen (bg) – Die Fußballer machen derzeit Winterpause. Gemessen an der eigenen Zielsetzung sticht der VfB Vaihingen als Tabellenführer klar hervor. Heute prüfen wir wie’s geht und steht für die örtlichen Vereine in der Kreisliga A3.
In unserer VKZ-Fußball-Vorschau hatten wir im August 2007 kompakt alle Mannschaften vorgestellt. Stets waren dabei die Vereine auch um eine Zielvorgabe in eigener Sache gebeten worden. Die Pause gibt nun Zeit, mal Maß zu nehmen. Passen für den einen Verein die selbstgewählten Siebenmeilenstiefel, lebt der andere zurecht auf dem bescheiden vorgebenen kleinen Fuß?
Beim Aufsteiger VfB Vaihingen gaben die Verantwortlichen „Platz fünf“ als Ziel aus. Mutig für einen Neuling, aber offenbar durchaus berechtigter Mut. Denn der Verein für Bewegungsspiele hat sich durch starke Leistungen das angenehme Plätzchen an der Sonne in der Tabelle erspielt. Insbesondere genoss der VfB einen wahrhafte goldenen Herbst. Von Mitte Oktober bis Mitte November sammelte Vaihingen fünf Siege in Folge. Halbzeitfazit: Der VfB liegt als Erster mit zwei Punkten Vorsprung bei einem Spiel weniger klar über dem selbstgesetzten Soll. Angesichts des besten Sturms der Liga dürfte das Ziel nun auch korrigiert werden. Aufstieg?! Man kann’s ja mal versuchen...
Der FV Roßwag will es erneut wissen. Nachdem man 2007 erst im Finale der Relegationsrunde den Aufstieg verpasst hatte, gab der Verein aus dem Vaihinger Westen vor der Saison erneut das Ziel „Aufstieg in die Bezirksliga“ aus. Und wie schaut’s nun aus? Zwar ist nicht alles im grünen Bereich – die beiden Dezember-Spiele verlor der FVR, darunter das Derby gegen den VfB –, aber als aktueller Tabellendritter mit drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Vaihingen hat Roßwag sein Ziel noch gut in Greifweite. Die beste Abwehr der Liga kann ein Fundament fürs große Vorhaben sein.
Aufsteiger Nummer zwei ist der VfR Sersheim. Ein gediegenes Ziel setzten die Verantwortlichen für ihre Kicker: Platz 6 bis 10 wurde anvisiert, gemäßigtes Mittelfeld also. Und nun, zur Winterpause? Der VfR liegt über dem Soll, hätte mit etwas mehr Kontinuität gar noch besser abschneiden können. Als Vierter, mit vier Punkten Rückstand auf den momentanen Liga-Primus VfB, hat Sersheim derzeit drei Zähler Vorsprung auf den Sechsten TSV Wiernsheim.
Ein Herzensanliegen jedes Fußballfans wählten sich die Verantwortlichen des SV Illingen als Ziel für die Saison: Attraktiven Fußball spielen. Attraktiv mögen die ersten Spiele des SVI gewesen sein, es fielen immer einige Tore – meist aber gegen Illingen. Bis Mitte Oktober hatte Illingen acht Nullrunden in Folge gedreht, wobei am Ende der Negativserie die Niederlagen stets knapp waren. Dann wendete sich das Blatt, der SVI punktete nun regelmäßig, holte 19 Punkte aus sieben Spielen. Diese Serie war ohne Zweifel attraktiv für die SVI-Fans und die Auferstehung aus der Asche beeindruckt allgemein. Fazit also: Ziel bislang gut erreicht...
Das bescheidenste aller Ziele (sieht man mal vom gottergebenen Wunsch nach bloßem, ergebnisoffenem Mitspielen ab) haben sich die Macher vom TSV Nussdorf für die Saison gesetzt: Klassenerhalt. Zur Halbzeit liegt der TSV auf Platz neun der Tabelle. Der Vorsprung vor dem gefährlichen zwölften Platz, den Sönmez Bietigheim inne hat, beträgt vier Punkte. Unterhaltsame Spiele bietet Nussdorf allemal. Den drittbesten Sturm hat der TSV, aber auch die löchrigste Abwehr. Da fallen dann auch schon mal zehn Tore, wie beim 4:6 gegen Großglattbach – bislang Saisonrekord.
Mit einem Blick zurück schauten die Verantwortlichen des TSV Häfnerhaslach nach vorn. Einen besseren Platz als in der Saison 06/07 strebt der Verein an. Damals war der SVH auf Platz drei gelandet. Also sollte es nun mindestens Platz zwei werden. Daran gemessen wird man in Häfnerhaslach zur Halbzeit kaum zufrieden sein können. Auf Platz zehn liegt das Team, hat erst 16 Punkte beisammen, schon sechsmal verloren, bei je vier Siegen und Unentschieden. Das angestrebte Ziel ist derzeit zehn Punkte weit weg. Die Kicker des SVH haben also Nachholbedarf.
Der SC Hohenhaslach hat jüngst für Schlagzeilen gesorgt. Spielertrainer Rafael Krupop hat das Handtuch geworfen. Er sah seine Möglichkeiten ausgeschöpft. Er erreiche die Spieler nicht mehr, von denen einige auch unwillig seien. Der Rücktritt zeigt, wie’s steht mit der Zielvorgabe. Einen „Platz im gesicherten Mittelfeld“ war vorgegeben. Zur Pause aber steckt der Club mit nur 13 Punkten im Abstiegssumpf auf dem vorletzen Platz. Erst drei Siege gelangen, bei vier Remis und sieben Niederlage. „Das Ziel ist weit weg“, resümerte daher auch Uwe Kummer, der 2. Vorsitzende, anlässlich des Trainerabgangs.
Als Schlusslicht kann man eigentlich nur sein Ziel verfehlen (außer, man gibt tollkühn „Abstieg“ an). So gesehen hat der TSV Großglattbach in jedem Fall Nachbesserungsbedarf. Ein wenig zumindest, denn die Verantwortlichen haben ein sehr übersichtliches Ziel ausgegeben: Klassenerhalt. Mit 12 Punkten ist der TSV drei Punkte vom rettenden Ufer, also vom elten Platz entfernt. Drei Siege bei drei Unentschieden und acht Niederlagen fuhr der TSV bislang ein. Das Ziel ist noch erreichbar, aber der Elfte, Gemmrigheim, hat drei Punkte Vorsprung und noch ein Spiel mehr. Der TSV muss sich ranhalten.
Ab dem 9. März haben die Clubs wieder die Gelegenheit, ihren Zielen näher zu kommen - oder neue Ziele auszugeben.
