Donnerstag, 24. Mai 2012

Rafael Krupop verlässt den SC Hohenhaslach


Tritt nicht mehr für den SCH gegen den Ball: Spielertrainer Krupop.
Tritt nicht mehr für den SCH gegen den Ball: Spielertrainer Krupop. Foto: Archiv

Vaihingen (bg) – „Rafael Krupop ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr Trainer des SC Hohenhaslach.“ So vermeldete der in der Kreisliga A3 spielende Verein in der Nacht zum Freitag per Email die Trennung. Krupop hatte selber um die Ablösung gebeten. Manfred Wirth und Uwe Kummer vom SCH-Vorstand bedauern den Verlust.
 Das Ende von Krupops Engagement hatte sich seit Längerem abgezeichnet. Wie Uwe Kummer, 2. Vorsitzender des SC Hohenhaslach berichtet, hatte der Trainer in den vergangenen Wochen mehrfach um seine Ablösung gebeten. Auslöser dafür war die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Krupop erreichte eigener Ansicht nach die Mannschaft nicht mehr. „Krupop hat Vorstellungen, wie man sich im Spiel verhält“, erzählt Kummer, „aber die Spieler befolgten sie nicht.“ Kummer räumt ein: „Es gibt Unterschiede in Einsicht und Motivation, taktische Vorgaben wurden nicht umgesetzt.“ Krupop hatte denn auch beklagt, dass sich einige Spieler schlicht uneinsichtig gezeigt hätten; sie „konnten oder wollten die vom Trainer erwarteten Anforderungen nicht erfüllen“, drückte es der Verein in seiner Email aus.
Rafael Krupop betont, dass seine Kritik nicht gegen alle Spieler gerichtet sei, sondern nur gegen einige. Laufbereitschaft und Einsatz vermisste er. Über die Unzufriedenheit mit jenen Spielern vergaß er den Blick auf sich selbst nicht. „Wenn es nicht läuft, hinterfragt man sich auch als Trainer, wenn man es ernst meint“, sagt der 36-Jährige.
Die aktuelle Tabelle belegt, dass der SCH in der Krise steckt. Mit dem Ziel, einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erreichen, war Hohenhaslach in die Saison gegangen. Doch von Beginn an lief es nicht gut. Zwei Niederlagen und drei Remis gab es zum Auftakt, ehe Mitte Oktober endlich mit einem 4:3 gegen den FV Löchgau II der erste Sieg gelang. Der eine Woche später folgende 2:0-Erfolg in Häfnerhaslach weckte Hoffnungen auf bessere Zeiten. Doch dann setzte es gleich vier Niederlagen in Folge. Das Auf und Ab in den beiden Dezemberspielen war letztlich der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen brachte. Den TSV Bönnigheim schickte der SCH mit einer 5:1-Packung heim, doch postwendend folgte der Absturz. 0:5 unterlag das Team vor heimischer Kulisse gegen den VfL Gemmrigheim. Die Zeit zwischen den Jahren nutzte Krupop zur Analyse, überlegte sich, ob unter seiner Führung eine Besserung in der Rückrunde in Sicht sei. Seiner Ansicht nach hat die Mannschaft zwar durchaus die Qualität, um besseren Fußball zu spielen.
Aber schließlich kam der Coach zum nüchternen Ergebnis: Er erreicht die Mannschaft nicht mehr. Und deshalb zog Krupop, für den Hohenhaslach die erste Trainerstelle bei einer aktiven Mannschaft war, die Konsequenz: Er hört auf. Weder Spielleiter Ralf Herrmann noch das Vorstandsduo Manfred Wirth und Uwe Kummer konnten in Gesprächen den Trainer noch umstimmen. Daher willigten die Führungskräfte des Vereins nun ein – schweren Herzens. „Das tut uns weh“, sagt Uwe Kummer, denn „das Verhältnis war gut. Der Verein wollte die Trennung nicht.“ Verständnis hat er gleichwohl für den unzufriedenen Übungsleiter. „Der Trainer muss schon motiviert sein. Wenn es da fehlt, geht es nicht mehr.“
Wird es Konsequenzen für die kritisierten Spieler geben? „Ich kann nicht mehr machen, als den Spielern nochmal ins Gewissen zu reden“, erklärt Uwe Kummer.
Daniel Nissan, ein junger Mittelfeldspieler des SCH, wurde kalt erwischt von der Nachricht, als die VKZ ihn um eine Stellungnahme von Spielerseite fragte. „Ich will mich dazu nicht näher äußern“, sagt er zum Paukenschlag um Krupop. Er bestätigt jedoch: „Ja, es gab schon Meinungsverschiedenheiten“. Dennoch bedauert er den Abgang des Trainers: „Es tut mir leid, dass er geht“.
Wie geht es weiter? Es sei abzusehen gewesen, dass sich der Coach in der kommenden Saison ein neues Betätigungsfeld suchen würde, teilt der Verein mit, auf einen so schnellen Abgang war man beim SCH aber ganz offensichtlich nicht eingestellt. Nun steht der Sportclub vor großen Problemen. „Ich muss jetzt schnell jemanden finden, der den Job übernimmt. Da haben wir eine Aufgabe für die nächsten zwei Wochen“, blickt der 2. Vorsitzende Uwe Kummer voraus.
Ein spielerisches Problem hat der SCH nebenbei auch: Rafael Krupop wird der Mannschaft auch als Spieler sehr fehlen, schließlich hat er in seiner Zeit bei 08 Bissingen Spielerfahrung bis in die Landesliga gesammelt. Sportlich wird es schwierig, ob es mit dem Klassenerhalt klappt, hänge vor allem davon ab, dass man schnell einen guten neuen Trainer findet, sagt Daniel Nissan.
Und was wird Krupop nun machen? „Ich habe noch nichts geplant“, sagt er. Es gibt Angebote, aber die muss Krupop erst noch sichten, konkret sei noch nichts.


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