Steelers stehen im DEB-Pokal-Finale
09/02 2012
Steelers stehen im DEB-Pokal-Finale
Bietigheim-Bissingen (js). Eishockey-Zweitligist Bietigheim Steelers setzt auch im DEB-Pokal seine gerade begonnene Erfolgsserie fort. Im Halbfinale bei den Hannover Indians gewann das Team von Trainer Kevin Gaudet mit 3:0 und zog damit erstmals in der Vereinsgeschichte ins Endspiel ein. Gegner dort wird Zweitliga-Tabellenführer Landshut Cannibals sein.
Eigentlich war es ein Spiel wie immer in den vergangenen Wochen. Die Steelers bestimmten das Geschehen auf dem Eis mit einer starken Defensive und ließen den Gegner kaum zur Entfaltung kommen. Hannovers Trainer Christian Künast hatte allerdings eine andere Sicht der Dinge: „Wir haben heute sauschlecht gespielt. Vielleicht haben wir ja so viele Spieler in der Mannschaft, die schon so viel gewonnen haben, dass wir das Pokalfinale nicht brauchen. Wenn man jedenfalls ein Finale erreichen will, muss man sich komplett anders präsentieren.“ Sprach es und verließ wutentbrannt die Pressekonferenz. Sein Gegenüber, Kevin Gaudet, konnte da schon weit entspannter sein. Schließlich stand sein Team lange auf dem letzten Platz und zog nun eher überraschend ins Finale des Pokals des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) ein. „Die Jungs wollten heute unbedingt gewinnen. Das war etwas sehr Positives für uns, nachdem wir in dieser Saison schon sehr schlechte Zeiten hatten“, erklärte der Steelers-Trainer.
Mann des Abends aus Bietigheimer Sicht war neben dem wieder einmal unglaublich sicheren Schlussmann Sébastien Charpentier vor allem Marvin Tepper. Nachdem der erst vor wenigen Wochen verpflichtete Stürmer am Freitag in Rosenheim sein erstes Tor im Steelers-Trikot erzielte, ließ er nun gleich das zweite zum frühen 1:0 (4. Minute) folgen. Bietigheim konnte mit der Führung im Rücken auf die zuletzt bewährte Defensive setzen. Da fiel es auch überhaupt nicht ins Gewicht, dass Topscorer Brent Walton geschont wurde und deshalb gar nicht mit nach Hannover gereist war. Die Steelers warteten einfach auf die Fehler des Gegners. Und zweimal gewährten die Hannoveraner dann auch einem Bietigheimer freie Bahn aufs Tor. Doch sowohl Mark Heatley als auch Arturs Kruminsch brachten die Scheibe zunächst nicht im Netz unter. Erst im letzten Drittel trug sich Heatley dann in die Torschützenliste ein (48.), auch wenn er dazu zwei Versuche brauchte. Die mustergültige Vorlage, die Heatley viel Zeit und Raum verschafft hatte, kam vom 1:0-Torschützen Tepper.
Hannover stemmte sich nun noch einmal gegen die drohende Niederlage und kam durch Sven Gerbig und Robin Just zu Chancen. Doch Charpentier hielt an diesem Abend seinen Kasten sauber. Als letzte Maßnahme wollte Künast schließlich Schlussmann Thomas Ower für einen sechsten Feldspieler vom Eis holen. Doch das gelang zunächst nicht, da die Steelers mit starkem Forechecking einen geordneten Spielaufbau unterbanden. Als Ower dann doch auf die Bank kam, dauerte es nicht lange, bis Daniel Oppolzer 44 Sekunden vor dem Ende mit einem Schuss ins leere Tor alles klar machte. Alles in allem war es letztlich „eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft“ (Gaudet), die die Steelers erstmals ins Pokalfinale führte. Das wird am Dienstag, 6. März, ausgetragen. Das Heimrecht wird am Wochenende im Rahmen des DEB-Pond-Hockey-Cups auf dem Riessersee bei Garmisch-Partenkirchen ausgelost.
Zuvor stehen für die Steelers aber noch einige Ligaspiele an. Und die sind am Wochenende richtungsweisend. Denn zunächst gastiert am Freitag (20 Uhr) der EV Ravensburg im Ellental. Die Oberschwaben rangieren derzeit auf dem neunten Platz, direkt in Lauerstellung auf die Play-off-Plätze. Und genau die möchten die Steelers ja möglichst noch erreichen. Am Sonntag (18.30 Uhr) geht es dann zum SC Riessersee, der nur einen Rang hinter Ravensburg liegt.
