Donnerstag, 24. Mai 2012

Aus der Not eine Tugend gemacht




26/02 2010

Aus der Not eine Tugend gemacht

FB
Die Sersheimer (rechts, hier gegen Iptingen) fühlen sich beim ersten Punktspiel in diesem Jahr beim Spitzenreiter Löchgau wohl in ihrer Außenseiterrolle. Foto: Wirth/Archiv

Sersheim (nac). Für den VfR Sersheim kann es nur eine Richtung geben: nach oben. „Die Spieler sind motiviert, schnellstmöglich so viele Punkte zu sammeln, um den Klassenerhalt zu schaffen“, erklärt Reiner Kussmaul. Die Vorbereitung stimmt den neuen Trainer trotz aller Widrigkeiten zuversichtlich.

Eigentlich hätte ein Schiedsrichter bereits vor zwei Wochen das erste Punktspiel des VfR Sersheim in diesem Jahr anpfeifen sollen. Doch der Winter machte einen Strich durch die Rechnung. Das Nachholspiel gegen den FC Gündelbach wurde genauso abgesagt, wie die Partie gegen den FSV 08 Bissingen II am vergangenen Wochenende. Nun beginnt für die Sersheimer an diesem Sonntag (15 Uhr) beim FV Löchgau II der Ernst des Liga-Alltags wieder. Für Kussmaul kein Nachteil: „Es ist nicht schlecht, dass wir beim Tabellenführer anfangen. Wir gehen als Außenseiter in das Spiel, und keiner meiner Spieler unterschätzt den Gegner.“ Außerdem sei Löchgau keine Übermannschaft. Vielmehr könne in der Liga fast jeder jeden schlagen.

Einen Vorteil können die Sersheimer Verantwortlichen zudem daraus ziehen, dass sie den FV am vergangenen Wochenende gegen Gündelbach haben beobachten können. Das Fazit? „Löchgau hat sich schwer getan gegen ein defensiv eingestelltes Team, das auf Konter gespielt hat“, berichtet Kussmaul. Das heißt für den VfR-Spielertrainer: „Wir wollen das Mittelfeld verstärken.“ Wie die taktische Ausrichtung aussehen wird, ließ Kussmaul allerdings offen. Dreier- statt Viererkette in der Abwehr – es ist eine Überlegung wert. Außerdem grübelt der Übungsleiter, ob er mit zwei schnellen Außenstürmern und nur einem Spieler zentral vorne drin auflaufen soll. Die Entscheidung darüber fiel aber erst nach dem Abschlusstraining.

Die zwei zusätzlichen Wochen Vorbereitung nutzte Kussmaul, um mit seinen Spielern im spielerischen Bereich und im Schnelligkeitsbereich weiterzukommen. „Die Mannschaft hat gut mitgezogen“, erzählt er. Doch auch in Sersheim hat der Schnee viele Pläne des Trainers sabotiert. „Wir waren zwar schon letzte Woche auf dem Platz, als noch Schnee lag“, berichtet Kussmaul. „Wir haben auch versucht, spielerische Sachen zu machen. Aber es war fast zwecklos.“ Deshalb hat der VfR-Trainer aus der Not eine Tugend gemacht. Kussmaul: „Wir haben an der Ausdauer so gearbeitet, dass wir topfit in die Saison gehen.“

Kondition werden die Sersheimer im Abstiegskampf auch benötigen. Nach 14 Spielen steht der VfR mit nur 15 Punkten auf dem zwölften Tabellenplatz. Für den Klassenerhalt brauchen die Sersheimer mindestens 35 Punkte, hat Kussmaul für sich selbst ausgerechnet. „Natürlich muss man erst einmal 20 Punkte holen. Aber das ist mit diesem Team machbar“, sagt der Übungsleiter. Immerhin hätte der VfR in der Hinrunde einige Zähler unglücklich liegen lassen wie beispielsweise beim Spielabbruch gegen Iptingen.

Auf die etablierten Spieler machen zudem vier junge Wilde Druck. Die A-Junioren Maurizio und Sandro Aprigliano sowie Chris Schaaf und Claudio Saccetti haben die gesamte Wintervorbereitung der Aktiven mitgemacht und einen guten Eindruck hinterlassen. Alle vier können sich Hoffnungen auf einen Einsatz gegen Löchgau machen. Kussmaul dämpft aber die Euphorie: „Sie sollen langsam an die Mannschaft herangeführt werden. Da sie noch bei den A-Junioren spielen, müssen wir eine gute Mischung finden.“




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