Donnerstag, 24. Mai 2012

Bewährungsprobe auf internationaler Ebene steht bevor




Felix Franz ist in seiner Altersklasse einer der besten 400-Meter-Läufer. Foto: Görlitz
Felix Franz ist in seiner Altersklasse einer der besten 400-Meter-Läufer. Foto: Görlitz

Kleinglattbach (rkü). Der Kleinglattbacher Leichtathlet Felix Franz hat die Nominierung für die Europäischen Jugendspiele in Moskau praktisch in der Tasche. Am Wochenende nahm der 16-Jährige spontan an der deutschen Meisterschaft der A-Jugend teil, um sich Jugendnationaltrainer Volker Beck vorzustellen.

400 Meter in gut 50 Sekunden – mit diesem Wert ist Felix Franz in seiner Altersklasse einer der schnellsten Jungen in Deutschland. Darum war Nationaltrainer Beck daran gelegen, das Talent aus Kleinglattbach persönlich kennenzulernen, beim Wettkampf und in einem begleitenden Gespräch. Vater Gerald Franz sagte: „Das Kennenlernen war noch wichtiger als die Teilnahme an dem Lauf.“
Dass Felix Franz bei der deutschen Meisterschaft in Halle an der Saale überhaupt an den Start gehen sollte, war recht kurzfristig zustandegekommen. Seine Vorbereitung mit Heimattrainer Thomas Riegraf (LG Neckar-Enz) war schon ganz auf die Freiluftsaison ausgerichtet, als die Anfrage von Beck gekommen ist. Die Hallen-DM der A-Jugend hat ohnehin nie auf dem Terminplan des noch in der B-Jugend startenden Kleinglattbachers gestanden. Zu groß war der Vorsprung der älteren Jahrgänge. Außerdem schien es dem erfolgreichen Gespann wenig sinnvoll, für einen Lauf die sechs Stunden Fahrt nach Halle und auch wieder zurück zu investieren.

Beim Wettkampf wurde Felix von einer Erkältung geplagt und musste auf der ungeliebten Innenbahn starten. Das war für den 16-Jährigen besonders problematisch, weil er relativ groß ist und entsprechend große Schritte macht, was auf dieser Bahn nicht gerade vorteilhaft ist. Angesichts dieser Rahmenbedingungen war das Ergebnis von 50,53 Sekunden über 400 Meter umso erfreulicher. Das reichte zwar nicht fürs Finale, aber von seinen Altersgenossen war kaum jemand schneller.

Das sah auch Trainer Beck so und nominierte ihn für die Europäischen Jugendspiele, die vom 21. bis 23. Mai in Moskau stattfinden. Der Sportausschuss muss diese Nominierung noch bestätigen, was Anfang März erfolgen soll. Beck sieht offenbar gute Chancen, dass Felix Franz in der Altersklasse U18 im europaweiten Vergleich weit vorne landet. Sollte das Nachwuchstalent einen der ersten drei Plätze belegen, dürfte der Weg frei sein zu den Olympischen Jugendspielen in Singapur. Diese werden im Jahr 2010 zum ersten Mal ausgerichtet und finden vom 14. bis 26. August statt. Am Start sollen mehr als 3000 Teilnehmer im Alter von 14 bis 18 Jahren sein. Dieser neue Wettbewerb soll von nun an alle vier Jahre stattfinden und deutlich kleiner bleiben als die Olympischen Spiele der Erwachsenen.

Egal ob Felix Franz sich hierfür qualifiziert oder nicht – seine sportlichen Aktivitäten sind nicht ausschließlich auf die Leichtathletik ausgerichtet. Beim Klettern beispielsweise lernt er völlig andere Techniken, Menschen und Herausforderungen kennen als beim Lauftraining. Ein Grund für seine mentale Ausgeglichenheit? Der Vater lacht und sagt: „Ich staune immer wieder, wie locker Felix in den Wettkampf geht. Wenn ich ihn hinfahre, kommt es vor, dass er im Auto einfach schläft – und wenn wir da sind, macht er seinen Wettkampf und gibt sich zumindest nach außen hin ganz ruhig.“ Zu verbissen dürfe die Vorbereitung auf Höhepunkte der Leichtathletik-Saison nicht angegangen werden.

Gerade bei Jugendlichen, die kurz vor dem Abitur stehen, müsse man auch diese Prüfung im Auge behalten. „Wir müssen Felix massiv daran erinnern, dass er nicht nur Training, sondern auch noch Schule hat“, sagt sein Vater. Der 16-Jährige geht derzeit in die elfte Klasse des Friedrich-Abel-Gymnasiums und will in einem Jahr Abitur machen. Durch Training oder Kaderlehrgäng für die besten Sportler auf Landes- und Bundesebene fehlt Felix Franz hin und wieder während der Schulzeit. Normalerweise werden Trainingslager aber auf die Ferienzeiten gelegt.

Ebenfalls bei der Jugend-DM in Halle am Start war Julia Lehmann aus Oberriexingen. Sie belegte bei der weiblichen Jugend B im Speerwurf mit 35,06 Metern den 14. Platz und im Diskus-Finale mit 42,40 Metern den fünften Rang.




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