09/02 2010
Zweimal Silber für Petra Dobusch
Vaihingen/Essen (nac). Mit der Titelverteidigung ist es nichts geworden. Dennoch hat Petra Dobusch, Trainerin beim TV Vaihingen, etwas zu feiern. Sie gewann bei den deutschen Tennis-Meisterschaften in der Altersklasse Frauen 40 jeweils die Silbermedaille im Einzel und Doppel.
„Das war ein hartes Stück Arbeit“, blickte Petra Dobusch auf die Einzelkonkurrenz zurück. „Ich bin stolz, im Finale gestanden zu sein und mein persönliches Ziel erreicht zu haben.“ Im Endspiel der Frauen-40-Konkurrenz unterlag sie Iris Brembt (TC GW Stadthagen) mit 6:7 und 2:6.
„Mir steckte das Halbfinale gegen Alice Schöpp-Danila in den Beinen“, berichtete Dobusch. „Brembt machte einfach weniger Fehler.“ Dobusch hatte im ersten Satz im Tiebreak beim Stand von 6:3 dennoch drei Satzbälle. Doch in diesen Drucksituationen packte Brembt ihr bestes Tennis aus. Dobusch: „Sie hat in diesen Momenten noch ein bisschen mehr aufgedreht.“ Brembt ließ nun nicht mehr locker. Sie spielte im zweiten Satz konsequent und druckvoll weiter. Nachdem sie Dobusch zweimal den Aufschlag abgenommen hatte, war dieser Durchgang schnell entschieden – 6:2. „Natürlich ist man im ersten Moment traurig. Aber ich muss anerkennen, dass die Gegnerin besser war“, zollte Dobusch Brembt Respekt.
Das ganze Turnier war nicht so recht nach Dobuschs Geschmack verlaufen. Schon in der ersten Runde musste die Freudentalerin, die für den TC Doggenburg Stuttgart spielt, mehr kämpfen, als ihr lieb war. Mit der Spielweise von Anja Böhner (TC BS Düsseldorf) kam Dobusch schwer zurecht. „Sie hatte eine eigenartige Spielart mit sehr vielen angeschnittenen Bällen. Ich habe nicht meinen Rhythmus gefunden“, sagte Dobusch. „Zum Einspielen habe ich lieber etwas Gerades. Aber es kamen keine langen Ballwechsel zustande.“ Dennoch besiegte die Trainerin beim TV Vaihingen Böhner in zwei Sätzen mit 7:6 und 6:4. Allerdings musste Dobusch im ersten Durchgang Satzbälle abwehren.
Was die Freudentalerin in der ersten Runde vermisste, fand sie im Viertelfinale gegen Karin Seele (Ratinger TC GW). Dobusch: „Ihre Spielweise kam mir sehr entgegen.“ Beim 6:3 und 6:2 machte Dobusch kurzen Prozess.
Im Halbfinale hatte sie dagegen wieder schwer zu kämpfen. Gegen Alice Schöpp-Danila (TC BW Elberfeld) musste sie beim 2:6, 7:6 und 6:0 über drei Sätze gehen. „Sie hatte eine ähnliche Spielweise wie Anja Böhner. Es war nur noch ekeliger, weil sie Winkelbälle gespielt hat“, erklärte Dobusch. Die Freudentalerin musste weite Wege gehen. Schöpp-Danila nutzte die gesamte Breite der Halle und streute immer wieder geschickt einige Stopps ein. „Ich war am Anfang nur am Laufen“, sagte Dobusch. Dementsprechend deutlich musste sie den ersten Durchgang abgeben.
Doch im zweiten Satz wendete sich das Blatt langsam. Dobusch kam immer besser ins Spiel. Keine der beiden Halbfinalistinnen konnte sich einen Vorteil erspielen. Der Tiebreak musste entscheiden. Und hier hatte Dobusch knapp mit 7:4 die Nase vorn. Dem Tiebreak-Erfolg folgte ein 6:0 im dritten Durchgang. „Doch das Ergebnis täuscht über den Verlauf hinweg“, berichtete Dobusch. Schöpp-Danila erspielte sich immer wieder Breakpunkte. Genutzt hat sie jedoch keinen.
Neben der Silbermedaille im Einzel stand Dobusch zusammen mit ihrer Partnerin Gabi Kirchner (TC Rot-Blau Regensburg) auch im Doppel im Finale. Doch auch dieses Endspiel verlor die Freudentalerin gegen Shabnam Siddiqi-El Hatri und Dorit Kersten (beide TC BW Neuss) mit 6:7 und 5:7. „Da war ich richtig angefressen“, sagte Dobusch. „Das Finale hätte ich gerne gewonnen. Das war so eng.“ Letztlich machten Kleinigkeiten den Unterschied aus. Dobusch: „Man hat gemerkt, dass die beiden schon seit Jahren zusammen spielen.“ Die Abstimmung fehlte Dobusch und Kirchner. Nach einem Freilos in der ersten Runde half auch das Halbfinale nicht wirklich, um sich richtig einzuspielen. „Das war eine relativ leichte Aufgabe“, sagte Dobusch.
Nicht ganz so gut lief es für Albrecht Neyheusel (TC RW Karlsdorf). Der Vaihinger unterlag bei den Männern 65 bereits im Viertelfinale Peter Rohloff (THC Lüneburg) mit 2:6, 7:6 und 1:6. Damit musste der top gesetzte Neyheusel, der im Sommer Deutscher Freiluftmeister geworden war, erneut in der Halle vorzeitig die Segel streichen. Auch im vergangenen Jahr war im Viertelfinale Endstation. Den Sieg bei den Männern 65 sicherte sich Stepan Koudelka (Lingener TV GW) durch einen 7:5- und 6:3-Sieg über Gerhard Groell (TC Lese GW Köln).
