06/02 2010
Erlenmayer sagt "Tschüss"
Vaihingen (sv). Nur ein halbes Jahr lang hat Christian Erlenmayer das Trikot des TV Vaihingen getragen. Zur Feldrunde 2010 wechselt der Faustball-Nationalangreifer zu seinem Heimverein TV Unterhaugstett – Rückkehr nach Vaihingen aber nicht ausgeschlossen.
Wenn am 8. Mai der TV Unterhaugstett zum ersten Spieltag der 1. Bundesliga Süd auf dem Feld beim TV Vaihingen gastiert, ist es für einen ein ganz besonderes Match. Christian Erlenmayer, derzeit noch für den TVV in der Hallen-Bundesliga unterwegs, wird dann das Trikot der Gäste tragen, von denen er erst im Herbst 2009 an die Enz gewechselt ist. Damals hatte sich Erlenmayer offen gelassen, ob er nach der Hallenrunde wieder zu seinem Heimatverein zurückkehrt. Nun ist die Entscheidung pro Unterhaugstett gefallen. „Ich habe meine Wechselabsichten bei der letzten Spielersitzung angesprochen. Für viele Vaihinger Spieler ist der TVV ihr Heimatverein. Daher denke ich, dass ein Großteil versteht, dass ich auch gewisse Verpflichtungen gegenüber dem TVU als meinem Heimatverein habe.“
Diese Verantwortung resultiere, erläutert der Nationalangreifer, aus zwei Faktoren. Zum einen hätten die Faustballer im zu Bad Liebenzell gehörenden Ortsteil einen neuen Sportplatz „hingestellt bekommen“ (Erlenmayer). Zum anderen sei die Leistungsdichte in Unterhaugstett lang nicht so groß wie beim TVV. Daher würde er seine dortigen Kollegen im Stich lassen, würde er nicht wechseln.
Die Situation bei Erlenmayers altem und neuem Klub unterscheidet sich von der in Vaihingen allerdings wesentlich. „Beim TVU wird sicherlich mehr Druck und Verantwortung auf meinen Schultern lasten als beim TVV, wo der Kader mit fünf aktuellen Nationalspielern gespickt ist“, weiß auch der scheidende Angreifer. Deshalb stellt der Wechsel zu einem Team, das unter anderen zu den Abstiegskandidaten gezählt wird, für Erlenmayer auch keinen Rückschritt dar. Im Gegenteil: Vom sportlich tieferen Niveau in Unterhaugstett will der 25-Jährige in der Feldsaison profitieren. „Ich werde auf jeden Fall mehr gefordert sein als in Vaihingen“, sagt er.
Negative Auswirkungen auf seine Nationalmannschafts-Karriere fürchtet der Angreifer aber nicht. Im Gegenteil: Bundestrainer Olaf Neuenfeld ist eingeweiht und befürwortet den Wechsel seines Schützlings. „Er war auch der Meinung, dass es für mich besser wäre, wenn ich in jedem Spiel richtig gefordert werde“, erklärt Erlenmayer.
Eine Rückkehr des Nationalangreifers zum TV Vaihingen nach der Feldsaison 2010 ist indes nicht ausgeschlossen. „Mir hat es in Vaihingen super viel Spaß gemacht, und mein Wechsel hat mit den Leuten hier überhaupt nichts zu tun“, versichert der Noch-Vaihinger. Und da sein Heimatverein in der Hallenrunde derzeit nur in der Schwabenliga antritt, wird sich Erlenmayer ab Herbst wohl wieder das TVV-Jersey überstreifen.
Immerhin war das halbe Jahr in der Enzstadt für den Schlagmann auch in faustballerischer Hinsicht lehrreich. „Die internationale Erfahrung vom Europapokal im Januar werde ich sicherlich auch an neuer Wirkungsstätte gebrauchen können. Außerdem war es mir in Vaihingen möglich, auch im Winter Bundesliga-Spielpraxis zu sammeln, die ich ja in der Feldrunde brauche“, sagt Erlenmayer.
Der Schritt vom TVV zum TVU, den er nach der deutschen Hallenmeisterschaft Anfang März gegt, wird ein Wechsel vom Meisterschaftsfavoriten zum Abstiegskandidaten. Dessen ist sich auch Erlenmayer bewusst: „Mit dem TSV Pfungstadt und TuS Frammersbach sind zwei starke Aufsteiger jetzt im Kreis der Bundesligisten. Das wird wohl die stärkste 1. Bundesliga aller Zeiten. Das Ziel für die Feldrunde heißt ganz klar Klassenerhalt.“
Seinen Kollegen vom TV Vaihingen traut Erlenmayer für die Feldsaison 2010 dagegen einiges zu. „Auch wenn man abwarten muss, wie die Personenkonstellation in Vaihingen zu Beginn der Feldsaison aussehen wird – für mich bleibt der TVV schon allein wegen seiner vielen guten Nachwuchsspieler großer Favorit auf die Feld-Meisterschaft“, sagt Erlenmayer.
