Donnerstag, 24. Mai 2012

Auf den TVV wartet eine Menge Arbeit




04/02 2010

Auf den TVV wartet eine Menge Arbeit

Faust
Die Aufstiegsmannschaft: (hinten von links) Trainer Marco Lochmahr, Corinne Hunger, Sandra Harsch und Nadine Rothmaier, (vorne von links) Clara Bruch, Stefanie Späth, Julia Igel und Natalie Lochmahr. Foto: privat

Vaihingen (nac). Die Erleichterung war groß. Nach den beiden Kampf- und Krampftsiegen am letzten Spieltag haben die Faustballerinnen des TV Vaihingen die Überraschung perfekt gemacht. Die Vizemeisterschaft in der 2. Bundesliga Süd reicht zum direkten Aufstieg in die deutsche Eliteliga. Für Trainer Marco Lochmahr bedeutet das aber auch eine Menge Arbeit.

Der Sprung von der 2. in die 1. Bundesliga Süd ist gewaltig, weiß Marco Lochmahr. „Wenn man sieht, dass der TSV Calw unten mitspielt, weiß man, was ich meine“, sagt der Trainer der TVV-Faustballerinnen. Er sieht sein Team noch nicht auf Augenhöhe mit den Calwerinnen. Lochmahr: „Unsere Angreiferin beispielsweise ist bei weitem noch nicht so gut wie die in Calw. Und auch unsere jungen Spielerinnen sind noch nicht so weit.“ Der Trainer wünscht sich am liebsten noch die ein oder andere Verstärkung.

Doch personelle Veränderungen wird es in Vaihingen nicht geben. Zumindest nicht für die Feldsaison, die Anfang Mai beginnt. Erst für die Hallensaison kommt Marie-Theres Warnick. Die Angreiferin hat mit dem Ahlhorner SV bereits im Europapokal gespielt. „Mit ihrer Erfahrung wird sie auch unsere Abwehr stabilisieren“, ist Lochmahr überzeugt. Die Freundin von Daniel Rothmaier, Abwehrspieler bei den Erstligafaustballern des TVV, zieht ihrem Lebensgefährten nach Schwaben nach.

Die Vaihingerinnen gehen mit gedämpften Erwartungen in die beiden Erstliga-Spielzeiten. „Man erwartet keine Wunder“, sagt Lochmahr. „Der Klassenerhalt wäre eine Sensation.“ Aber im Tiefstapeln scheint der TVV-Trainer ein Meister seines Fachs zu sein. Denn schon die Saisonaussichten in der abgelaufenen Zweitligarunde hat Lochmahr pessimistisch eingeschätzt: „Ich habe eher gedacht, wir spielen gegen den Abstieg.“ Das der ganz große Wurf doch geglückt ist, lag vor allem daran, dass sich die Vaihinger keine Patzer gegen Mannschaften geleistet haben, die in der Tabelle hinter ihnen standen. Gegen die direkten Konkurrenten, den TV Obernhausen und den SV Amendingen, hatte der TVV eine schlechte Bilanz – drei Niederlagen und nur ein Sieg. Doch im Gegensatz zu der Konkurrenz gewannen die Vaihingerinnen ihre sogenannten Pflichtaufgaben. Lochmahr. „Man muss auch gegen die Hinteren gewinnen.“ Obernhausen hat beispielsweise gegen den Vorletzten TG Landshut verloren. „Wir sind verdient aufgestiegen“, sieht demnach auch Lochmahrs Fazit aus. „Über die Saison gesehen waren wir das zweitbeste Team.“

So richtig an den Aufstieg glauben konnte und wollte Lochmahr lange nicht. „Dresden hatte nach unserem direkten Aufeinandertreffer ein relativ leichtes Restprogramm“, erzählt Lochmahr. „Doch nachdem sie gegen Erlenmoos gepatzt hatten, waren sie weg vom Fenster.“ Das Aufstiegsrennen wurde nur noch unter Amendingen, Obernhausen und dem TVV ausgemacht. Und die beiden Vaihinger Konkurrenten hatten vor den beiden letzten Spieltagen die bessere Ausgangslage. Doch dann schlug der TVV den SV Amendingen. Lochmahr: „Erst ab da war mir klar, dass wir aufsteigen können.“

Die Vaihingerinnen profitieren vor allem von ihrem mannschaftlichen Zusammenhalt, ihrer Ausgeglichenheit und ihrem Trainingseifer. „Wir haben oft auch enge Spiele gewonnen“, berichtet Lochmahr. Während andere Spielerinnen nach dem verlorenen vierten Satz in Selbstmitleid versunken wären, hätten es die Vaihingerinnen immer geschafft, sich im fünften Satz wieder zurückzukämpfen und das Spiel nochmals zu drehen. Keine Spielerin hätte resigniert. Außerdem gab es keine Machtspiele innerhalb der Mannschaft. Jede Akteurin war mit ihrer Spielzeit zufrieden. Lochmahr: „Wir haben sechs oder sieben Spielerinnen, die sich gegenseitig ersetzen können. Und Auswechselungen wurden immer akzeptiert.“ Keine Spielerin habe sich schmollend in eine Ecke verzogen, wenn sie auf die Bank musste.

Zu guter letzt hat sich die Mannschaft stetig weiterentwickelt. Zwar trainieren die Faustballerinnen während der Hallensaison nur einmal in der Woche als Mannschaft. Ein zweites Mal gehen die Spielerinnen noch laufen oder ins Fitnessstudio. Wenig Aufwand, aber maximale Wirkung: Denn selten konnte Lochmahr nicht alle seine Spielerinnen zur Trainingseinheit begrüßen. In der Vorbereitung für die Feldsaison bleibt das hoffentlich auch so, wünscht sich der Übungsleiter. Dann hat er wieder zwei wöchentliche Einheiten zur Verfügung, um seine Spielerinnen fit für das Abenteuer 1. Bundesliga zu machen.

Doch davor steht erst noch die Aufstiegsfeier an. Zwar ließ man die Sektkorken bereits auf der Rückfahrt vom letzten Spieltag in Landshut knallen. Doch so richtige Feierlaune wollte wegen der weiten Strecke nicht aufkommen. Vielmehr soll die Party nachgeholt werden. „Wir wollen aber nicht nur mit der Mannschaft feiern, sondern auch einige Fans einladen“, sagt Lochmahr. „Damit wollen wir ihre Unterstützung die gesamte Saison über honorieren.“




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