- Einmal gegen den VfB Stuttgart spielen – dieser Wunschtraum so manches Jugendfußballers ist gestern für die Illinger F-Junioren (blaue Trikots) in Erfüllung gegangen. Foto: Küppers
Sersheim (rkü). Die Teilnahme an den Turnieren des VfR Sersheim um den Fontanis-Cup ist bei vielen Jugendmannschaften aus der Region heiß begehrt. Ein Grund hierfür ist, dass sie dort mit etwas Glück gegen so bekannte Vereine wie den VfB Stuttgart oder den Karlsruher SC spielen. Aber auch die Siegerehrung ist etwas ganz Besonderes.
Wenn beim Sersheimer Hallenfußballturnier die Pokale und Medaillen vergeben werden, geschieht dies nicht im dichten Gedränge der Betreuer vor der Turnierleitung im Stil von „Wie viele brauchst du? Da nimm mit und verteil.“ Nein, die Jugendlichen stehen zum Abschluss eines anstrengenden Tags noch einmal im Rampenlicht. Wenn das Hallenlicht ausgeht und nur noch die jungen Sportler angestrahlt werden, dürfen sie noch einmal den Lohn für ihre Leistung genießen. Um das Spektakel vollends abzurunden, bemühen sich die Organisatoren des Turniers immer auch um eine Showeinlage für diesen Zeitpunkt.
Dieses Mal gab es allerdings ein kleines Problem mit dem richtigen Timing. Auf Samstagabend war die Guggenmusik „Wefzga“ aus Bietigheim zur Siegerehrung in die Sport- und Kulturhalle bestellt. Die Musiker waren auch da, aber die Nachwuchskicker hatten Verspätung. Fünf Siebenmeterschießen in der Schlussphase des mit 17 Mannschaften sehr gut besuchten Turniers – da geriet der Zeitplan aus den Fugen. Weil die Guggenmusiker so kurz vor Fasching nicht viel Zeit mitgebracht hatten, mussten die Organisatoren den Auftritt kurzerhand vorziehen. Sowohl in der Halle als auch auf den Zuschauerrängen wurde gespielt.
Die Sersheimer Fußballkinder hatten zu dieser Zeit schon nichts mehr mit dem sportlichen Geschehen zu tun. Sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft hatte im Turnier der E-Junioren am Samstag die Vorrunde nicht überstanden. Weil aber nur die ersten acht Plätze in jeder Altersklasse ausgespielt wurden, gehörten sie zum großen Feld der „Neunten“ in der Abschlusstabelle. Ebenso wie der SV Horrheim, der SV Illingen und der VfB Vaihingen, die in ihren Vorrundengruppen allesamt nicht Erster oder Zweiter geworden waren. Dies wäre Voraussetzung gewesen, um in die Zwischenrunde der acht besten Mannschaften einzuziehen. Auch der SSV Reutlingen, einer der größeren Vereine im illustren Teilnehmerfeld, scheiterte schon in der Vorrunde. Ins Endspiel schafften es der Karlsruher Sportclub und der SGV Freiberg. Der 3:1-Sieg für den KSC stand erst nach Verlängerung fest. Auffällig war, dass die Mannschaften, die nach der Vorrunde noch im Rennen waren, ein sehr homogenes Leistungsniveau zeigten. Der KSC gewann sein Viertelfinale gegen die TG Heilbronn erst nach Neunmeterschießen mit 6:5. Freiberg musste sogar zweimal ins Strafstoßschießen, um ins Endspiel einzuziehen. Im Viertelfinale gegen Waiblingen endete dieses mit 8:7, im Halbfinale gegen Schwieberdingen hieß es 7:6.
Auch gestern, als 14 Mannschaften der F-Junioren dem Ball nachjagten, gab es in Sersheim wieder einen bunten Mix aus bekannten Vereinen, die teils sogar in der Bundesliga spielen, und Nachwuchskickern aus der Region. „Ungefähr 50:50 soll das Verhältnis sein“, sagte Sieghard Geske, der für die Einladungen an die Vereine zuständig ist. „Gute Kontakte zu den Betreuern, auch unterm Jahr, sind eine wichtige Voraussetzung, dass die bekannten Vereine zu uns kommen.“ Außerdem müssten sich die Gäste beim jeweiligen Turnier wohl fühlen, wenn eine Zusammenarbeit auf Dauer angestrebt sei. Das Turnier in Sersheim fand am Wochenende zum 18. Mal statt. Viele der bekannten Vereine sind schon Dauergäste. „Unsere Art der Siegerehrung, aber auch das Rahmenprogramm mit Videospielen, Bastelecke, Preisausschreiben und Salatbüfett kommen offensichtlich gut an“, freute sich der Mitorganisator.
In sportlicher Sicht war für die meisten Teams aus der Region wieder nach der Vorrunde Schluss. Der VfR Sersheim und der SV Illingen hatten in ihrer Gruppe gegen den VfB Stuttgart gespielt, der sich standesgemäß mit 5:0 und 6:0 durchgesetzt hatte. Nachdem der SV Horrheim zu Turnierbeginn eine 1:10-Klatsche gegen den FSV Waiblingen kassiert hatte, holte er gute Ergebnisse und kam als einziges Team aus der Umgebung ins Viertelfinale. Dort trafen die Horrheimer auf den VfB Stuttgart und mussten beim 0:5 die Segel streichen. Die Stuttgarter ihrerseits fanden kein Mittel gegen den FSV Waiblingen – das Endspiel ging mit 3:1 an den FSV. Im Spiel um den dritten Platz setzte sich der SSV Reutlingen mit 3:1 gegen 08 Bissingen durch.
Die gestrige Siegerehrung wurde durch einen Auftritt der Wettkampfgymnastikgruppe des TV Sersheim aufgewertet. Sie zeigte Ausschnitte aus dem Stück „König der Löwen“.