Nur fünf Punkte – die C-Klasse droht
Riet (ev) – Keine Mannschaft war in der Fußball-Kreisliga B5 in den ersten 13 Spielen schlechter als der SV Riet. Selbst die Wechsel von Trainer und Abteilungsleiter brachten nichts. Bisher holte der SV nur fünf Punkte. Nun droht der Gang in die unterste Liga des Bezirks.
Rückblick: Vom ersten Spieltag an befanden sich die Rieter in akuter Abstiegsgefahr. Abgesehen vom ersten und dritten Spieltag, als der SV Vorletzter war, standen sie durchweg auf dem letzten Tabellenplatz. Zwei Unentschieden und ein Sieg – mehr Erfolgserlebnisse kann die Mannschaft nicht vorweisen. So kam es, dass sich der Verein bereits nach fünf Spieltagen vom neuen Trainer Panagiotis Effrosinidis trennte. „Mit ihm kam die Mannschaft nicht klar. Deshalb kam auch fast niemand ins Training“, erklärt Nachfolger Oliver Buck, der als Spielertrainer fungiert. Schlechte Trainingsbeteiligung bedeutete im Fall des SV Riet auch eine schlechte Fitness. Trotzdem hielt die Mannschaft gegen die Top-Teams der Liga erstaunlich gut mit. Gegen Großglattbach (0:3) stand es bis zur 75. Minute 0:0 und gegen Iptingen verlor Riet nur knapp mit 1:2. Allerdings gab es auf der anderen Seite auch Spiele, die mit 0:6 (Lomersheim) oder 0:5 (Hohenhaslach) verloren wurden.
Irgendwann hatte auch Abteilungsleiter Andreas Wagner die Nase voll. „Es kommt nichts von den Spielern zurück“, monierte er. Denn die Trainingsbeteiligung wurde auch unter Buck nur geringfügig besser. „Bei manchen jungen Spielern mangelt es einfach an der Einstellung“, erklärt der Trainer.
Probleme hat der SV Riet vor allem im Sturm. Mit nur 15 erzielten Treffern hält der Verein den Negativrekord in der Liga. In Frank Feeser steht Buck allerdings auch nur ein echter Stürmer zur Verfügung.
Personal: Neue Spieler gab’s allerdings trotzdem keine. Abgänge und Verletzte aber auch nicht. Einige ältere Spieler, wie Martin Stotz oder Victor Moreira, die sich eigentlich zurückziehen wollten, werden in der Rückrunde wieder zu Einsätzen kommen, sofern sie zur Verfügung stehen. „Irgendwann werden sie die Kickschuhe aber endgültig an den Nagel hängen und dann stehen die Jungen alleine da“, meint Oliver Buck, der düster in die Zukunft blickt.
Ausblick: „Vielleicht wäre es besser, abzusteigen und neu anzufangen, als immer in der B-Klasse gerade so die Klasse zu halten“, meint er. Er will zwar noch einmal alles versuchen, den drohenden Gang in die Sicherheitsliga abzuwenden, viel Hoffnung sieht er allerdings nicht mehr, vor allem auch deshalb, weil sich teilweise schon Resignation breit macht. „Unsere Chancen, die Klasse zu halten, sehe ich bei 30 Prozent“, meint er.
Gerade auch, weil es das Anfangsprogramm in sich hat. Horrheim, Iptingen, Markgröningen – „wenn wir Pech haben, ist die Konkurrenz danach noch weiter weg“, so Buck. Und dann bleiben nicht mehr viele Spieltage, das Ruder rumzureißen.
Grund für Optimismus gibt es wenig, denn auch die Vorbereitung war alles andere als ideal. Der Platz sei eine Katastrophe. Viel mehr als Laufen sei momentan nicht möglich. Dies steigert allerdings nicht gerade die Trainingsbeteiligung, die im Durchschnitt bei sieben bis acht Personen liegt. Einziger Lichtblick in der Vorbereitung war ein 9:3-Sieg gegen Steinegg. Dieses Ergebnis will Buck allerdings nicht überbewerten.
Egal wie es am Ende der Saison für den SV Riet ausgeht, Oliver Buck gibt nach der Runde sein Amt ab. „Mit Familie und Beruf klappt das einfach zeitlich nicht“, meint er. Bis dahin ist es aber noch eine Weile und Buck versucht weiter, an der Einstellung zu arbeiten. Allerdings gehen ihm bald die Ideen aus. „Ich habe schon so viel versucht und nichts hat funktioniert.“
