Großglattbach (rkü) – Die Fußballer des TSV Großglattbach schwimmen auf einer Welle des Erfolgs. Inwieweit sie nach dem Weggang ihres Torjägers Bülent Dönmez in unruhiges Fahrwasser geraten, bleibt abzuwarten. Trainer Güngör Topal erwartet, dass die zweite Hälfte der Saison für sein Team deutlich schwieriger wird als die Hinrunde.
Rückblick: In der Kreisliga B5 steht der TSV Großglattbach auf dem ersten Tabellenplatz und hat zwei Punkte Vorsprung auf Verfolger Iptingen. Für Trainer Güngör Topal ist das umso erfreulicher – nach eigener Aussage aber auch überraschender – weil er vor einem halben Jahr zum ersten Mal die Aufgabe des Trainers übernahm. „Die Mannschaft zieht mit, die Jungs wollen alle“, lautet sein kurzes Fazit. „Sie haben sich mit dem Abstieg aus der A-Klasse nicht einfach abgefunden, sondern zeigen jetzt, dass sie mehr können.“ Topal, der die Großglattbacher Mannschaft bis zum Sommer kaum und die übrigen Vereine aus der B5 gar nicht kannte, ging mit einer klaren Vorstellung an seine neue Aufgabe heran: „Ich wollte, dass wir offensiv spielen.“ Bislang hat er damit offenbar Erfolg gehabt.
Personal: Bülent Dönmez hat den TSV Großglattbach verlassen. Nach einer sehr erfolgreichen Hinrunde in Mühlackers Höhenstadtteil will er künftig für den griechischen Verein Hellas Mühlacker spielen. Sein bisheriger Trainer, der Dönmez im Sommer zum Wechsel nach Großglattbach veranlasst hatte, sagt hierzu: „Ich hätte kein Problem damit, wenn er zu einem höherklassigen Verein wechseln würde, weil er sich weiter entwickeln will. Aber als ich den Verein erfahren habe, fand ich das enttäuschend – Hellas steht schlechter da als wir.“ Der Mühlacker Verein ist Siebter der B-Klasse im Fußballkreis Pforzheim, C-Klassen gibt es dort nicht.
Einen Zugang hat der Großglattbacher Trainer auch zu vermelden: Okan Ilhan wechselt vom VfB Vaihingen zum TSV. „Er ist der Mittelfeldspieler, den ich wollte“, sagt Topal. In Großglattbach habe es schon seit längerer Zeit eine Lücke im Mittelfeld gegeben, die Ilhan nun schließen soll. Dafür fehlt in Dönmez nun ein wichtiger Angreifer. Inwieweit sich das auf den Mannschaftserfolg auswirkt, bleibt abzuwarten. Der Trainer sagt weiterhin: „Auch Dirk Schäfer soll ein guter Spieler sein, aber der ist schon die ganze Runde verletzt, ich habe ihn noch nie spielen sehen.“ Schäfer wurde kürzlich operiert und wird auch nicht so bald einsetzbar sein. Marcel Kohler laboriert an einer Schulterverletzung, die er sich in der Winterpause beim Skifahren zugezogen hat. „Ansonsten sind noch einige krank, aber sie fallen nicht durch Verletzungen für längere Zeit aus.“
Ausblick: Die Vorbereitung während der Winterpause ist nicht nach dem Geschmack des Trainers verlaufen. Schlechte Platzverhältnisse und mangelnde Beteiligung ließen ihm nur wenige Möglichkeiten, die Mannschaft für die bevorstehenden Aufgaben fit zu machen. „Im Schnitt waren wir nur 13. Das könnte in der Rückrunde unser Problem werden.“ Denn auch wenn der Rasenplatz in den vergangenen Wochen meist nicht benutzbar war, so hätte Topal mit seinen Spielern doch gerne Kondition trainiert. Einige der Kicker seien krankheitsbedingt ausgefallen, andere geschäftlich verhindert. Trotzdem seien 13 Teilnehmer viel zu wenig, wenn man bedenke, dass es sich dabei um den Kader für beide Mannschaften handelt. Probleme mit ungünstigen Witterungs- und Platzverhältnissen träfen die übrigen Vereine ebenso, aber konditionell könnte es nun sein, dass der TSV Großglattbach hinterher hinke. Das bestärkt den Trainer in seiner Einschätzung, die er schon vor Wochen abgegeben hat: Die Rückrunde werde viel schwerer als die Hinrunde. An seinem Saisonziel gibt es dennoch nichts zu rütteln. Platz eins bis fünf hat Topal im Sommer vorgegeben. Dass viele Beobachter angesichts der guten Hinrunde auf den sofortigen Wiederaufstieg hoffen, ficht ihn nicht an. „Mein Ziel ist auf jeden Fall zu erreichen.“ Mehr sei möglich, aber nicht ganz einfach. „Es kommt auf die ersten paar Spiele nach der Winterpause an“, meint Topal.
