Donnerstag, 24. Mai 2012

Annika Brust trainiert Spezial-Nationalteam in Dubai




Annika Brust trainiert Spezial-Nationalteam in Dubai
Hockey: Die 21-jährige Enzweihingerin lebt seit September in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Vaihingen (abr) – Als Studentin der Fakultät International Business der FH Reutlingen absolviert Annika Brust ein Praktikumssemester in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie nahm Kontakt zum dortigen Hockeyverband auf, um auch am Persischen Golf ihrem Lieblingssport nachzugehen. Dann folgte eine Überraschung.

„Im Dezember bekam ich die aufregende Nachricht, dass ich als Trainerin für das Special Olympic Floorhockeyteam der Vereinigten Arabischen Emirate ernannt bin“, berichtet die Hockeyspielerin aus Enzweihingen. Die Special Olympics werden vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt und sind die einzige Organisation die neben den Olympischen Spielen den Begriff „olympisch“ im Namen tragen darf.  Sie ähneln den Paralympics, nur dass bei den Special Olympics Wettkämpfe für fast jeden Behinderungsgrad angeboten werden. Die Weltspiele der Special Olympics finden ebenfalls alle vier Jahre statt. Ziel des Engagements war, die Mannschaft auf die Winterspiele 2009 in den USA vorzubereiten und sie dorthin zu begleiten.

Die Vorbereitungen waren für die Hockeytrainerin aus Enzweihingen sehr interessant, da Floorhockey etwas anders zu spielen ist als Feldhockey. Floorhockey ist eher vergleichbar mit Eishockey. Man spielt es auf der gleichen Spielfeldfläche, nur eben in der Halle und nicht auf Eis. Die Schläger sind ohne Keule und gespielt wird mit einem Puck, der ein Loch in der Mitte hat. Die Erfahrung, Menschen mit geistiger Behinderung zu trainieren, war für Annika Brust eine neue Erfahrung. Die Sportler waren Feuer und Flamme, eine neue Sportart zu lernen. Darum machte es beiden Seiten viel Spaß, zusammenzuarbeiten. Interessanterweise konnten die Sportler aber nur ein paar Brocken Englisch und die Arabischkenntnisse der Deutschen reichten auch nicht aus, um eine Trainingseinheit durchzuführen. Darum musste ein Übersetzer aushelfen, der sonst die Basketballmannschaft leitet. Immerhin lernte die Enzweihingerin schon in der ersten Trainingsstunde, dass „garrai“ rennen bedeutet. Wenige Wochen vor den Winterspielen zogen die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Teilnahme zurück. Es gab zu viele Probleme mit den Visa für die Delegation.

In ihren Gesprächen mit dem Hockeyverband der Emirate brachte Annika Brust immer wieder Ideen ein, wie aus ihrer Sicht die Aufbauarbeit optimiert werden könnte. Inzwischen wird die Eröffnung der Sports-city mit zwei Vollkunstrasenplätzen sehnsüchtig erwartet, weil sich die Verantwortlichen davon einen Aufschwung fürs Hockey in Dubai erhoffen.

Annika Brust hat sich sehr über die Auszeichnung mit dem „Youth Leadership Certificate“ durch den Welthockeyverband FIH gefreut. Gerne wäre sie mit ihrem Clubfreund Jens Peters nach Duisburg gefahren, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Doch sie blieb sogar an Weihnachten ich in den Emiraten und wird erst Anfang März nach Deutschland zurückkehren. Im  Moment laufen noch Verhandlungen ob die Enzweihingerin als Nationaltrainerin das Damenteam  und den Jugendbereich trainieren soll. Vorläufig habe das Studium Vorrang, erklärt sie. Darum habe sie den arabischen Hockeyspielern angeboten, an Ostern und Pfingsten und in den Semesterferien Trainingseinheiten zu leiten. Ihre Wurzeln in Vaihingen hat Annika Brust nicht vergessen. Sie freut sich, bald wieder in der Heimat zu sein und mit ihren Freundinnen auf dem Hockeyplatz ins Feldtraining zu starten. Außerdem ist sie erleichtert, dass ihr Team den Klassenerhalt in der Oberliga geschafft hat.




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