Derby gegen Heilbronn lockt die Fans
Bietigheim-Bissingen (js) – Ausgerechnet vor dem Heim-Derby gegen Heilbronn (heute um 20 Uhr), plagen Steelers-Trainer Christian Brittig erstmals in dieser Saison Personalsorgen. Am Sonntag in Freiburg (18.30 Uhr) ist wenigstens Doug Andress nach seiner Sperre wieder dabei.
Nach dem Foul des Tölzers Rainer Suchan musste Andreas Geipel bereits die Zweitliga-Partie in Crimmitschau mit Schulterproblemen von draußen ansehen. Ein Einsatz an diesem Wochenende ist noch fraglich. Da aber auch Doug Andress nach seinen zwei Disziplinarstrafen in Crimmitschau gegen Heilbronn gesperrt sein wird, wäre der Ausfall doppelt bitter. Die beiden zählen nicht nur defensiv zu den stärksten Verteidigern der Liga, sie sind auch ein wichtiger Teil des so starken Bietigheimer Überzahlspiels. Vor allem Geipel stellte dies zuletzt mit drei Toren in seinen letzten beiden Einsätzen gegen die direkten Konkurrenten München und Bad Tölz unter Beweis.
Dabei würde die Partie gegen die Heilbronner Falken auch mit den beiden Top-Verteidigern schon schwer genug. Der Lokalrivale vom Neckar kämpft schließlich noch um Platz vier und das damit verbundene Heimrecht in der ersten Play-Off-Runde. Dass ihnen die Duelle gegen Bietigheim liegen, haben die Eishockey-Cracks um Trainer Rico Rossi mit fünf Siegen in den vergangenen sieben Liga-Duellen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zuletzt hatte jedoch Christian Brittig ganz im Sinne der Steelers Fans die richtigen Mittel gegen Rossis Taktik gefunden und sein Team zu einem 2:1-Auswärtssieg in Heilbronn geführt. Ein Ausgleich für die 3:6-Schmach, die die Steelers am 21. November zu Hause erlitten hatten, wäre Balsam für die Bietigheimer Anhänger. Passend in Form wäre das Team von Christian Brittig. Immerhin seit dem 23. Dezember haben die Grün-Weißen zu Hause keinen Punkt mehr abgegeben. Und nach den zuletzt eher schwachen Zuschauerzahlen gegen den Tabellendritten München (1753) und Tabellenführer Bad Tölz (2341) wird dieses Mal wohl auch die Kulisse stimmen. Mehr als 2000 Tickets wurden bereits im Vorverkauf abgesetzt.
Ganz so viele Zuschauer dürfte das baden-württembergische Derby in Freiburg nicht anlocken. Zu schwach waren dazu die bisherigen Auftritte der Breisgauer gegen den schwäbischen Rivalen. Sang- und klanglos ging das Team von Peter Salmik zuletzt mit 1:7 und 2:8 gegen Bietigheim unter. Nur beim ersten Aufeinandertreffen im Bietigheimer Ellental konnte die mit vielen Ex-Bietigheimern gespickte Mannschaft aus Südbaden beim 2:3 mithalten.
Das sportliche Geschehen der zweiten Eishockey-Bundesliga tritt trotz der bevorstehenden Play-Offs (beginn der Pre-Play-Offs am 10. März) derzeit ein wenig in den Hintergrund. Schuld daran ist Tabellenführer Bad Tölz mit seiner katastrophalen Finanzlage. Ein Sanierungsgespräch am Mittwochabend endete ergebnislos. Bereits davor hatte der Tölzer Bürgermeister Josef Janker mitgeteilt, dass sich die Stadt nicht an der Sanierung der TEG, der Spielbetriebsgesellschaft der Tölzer Löwen, beteiligen wird. In einem Pressegespräch sprach er von „Halb- und Falschinformationen“, von „Seilschaften mit fragwürdigen Zielen“ und einer „katastrophalen Geschäftsführung“. Dazu passen würde das bislang unbestätigte Gerücht, dass die TEG bei der Lizenzierung die Nettogehälter der Spieler für Brutto angegeben habe. Eine laufende Sonderprüfung der ESBG hierüber Aufschluss geben.
