Enttäuschte Fans blieben beim Treffer stumm
Vaihingen (rkü) – Der VfB Vaihingen hat nach der Winterpause genau so weitergespielt, wie er im Herbst aufgehört hatte. Im Nachholspiel gegen Freudental war gestern nichts zu sehen von der guten Vorbereitung, die für große Erwartungen gesorgt hatte. Die enttäuschten Vaihinger Fans applaudierten nicht einmal, als Ivica Coric eine Viertelstunde vor Schluss den Ehrentreffer zum Endstand von 1:5 erzielte.
VfB-Trainer Goran Musura war nach dem Spiel völlig enttäuscht von der Leistung, die sein Team gestern abgeliefert hatte. Aber er wäre nicht Goran Musura, würde er nicht optimistisch nach vorne schauen. „Ich bin mir sicher, dass wir so nicht mehr auftreten.“ Und er fügte hinzu: „Sonst würde ich ja hinschmeißen.“ Das will er nicht. Noch glaubt er an seine Mannschaft und an ihre Leistungsstärke. „Wir hatten eine gute Vorbereitung und waren guter Dinge. Aber Freudental hat uns von der ersten Minute an den Schneid abgekauft.“
Das war nicht zu verkennen. Die erste Halbzeit gehörte von Anfang bis Ende dem SV Freudental. Vaihingens Torwart Christian Richter hatte unmittelbar nach dem Anpfiff seinen ersten Ballkontakt, als er das Leder aus der Luft fischte. Sein Kollege im Tor der Gäste musste zehn Minuten länger warten, bevor er den harmlos getretenen Ball berühren durfte. Dazwischen lagen mehrere Angriffe des SV und in der siebten Minute der erste Treffer durch Freudentals Timo Etzel. Der 20-jährige Torjäger und seine Zuspieler machten dem VfB gestern gehörig zu schaffen.
„Die haben uns mit langen Bällen immer wieder in Verlegenheit gebracht“, analysiert Musura. Dabei hatte der VfB extra auf Kunstrasen trainiert, um für das gestrige Spiel fit zu sein. Immerhin hatte Freudental bis gestern nur 16 Punkte und belegte den ersten Nichtabstiegsplatz. Davon kann Vaihingen nur träumen, beim VfB stehen weiterhin nur zwei Punkte zu Buche.
Das 0:2 zeigte in der 13. Spielminute das Dilemma der Vaihinger Hintermannschaft auf. Keiner fühlte sich zuständig, Manfred Mosolf schob für Freudental ein. Vier Minuten später musste sich VfB-Torwart Richter nach einem Freistoß an der Strafraumgrenze strecken. In der 25. Minute war es die Eigensinnigkeit von Marc Arnold, die eine höhere Führung der Gäste verhinderte – der SV-Spieler hatte beim Lauf auf das Tor den Ball nicht abspielen wollen, für ihn selbst war schließlich der Winkel zu spitz. Der Ball landete im Außennetz. In dieser Phase sahen die Zuschauer ein Spiel auf ein Tor. Die Konsequenz war in der 37. Minute das 0:3 durch Timo Etzel, nachdem drei Vaihinger Abwehrspieler gegen zwei Freudentaler nichts hatten ausrichten können. Christian Richter ließ seinen Unmut an seinen Vorderleuten aus.
Auch nach dem Seitenwechsel sah es zunächst nach einem rabenschwarzen Tag für die Vaihinger Kicker aus. Der Stadionsprecher verkündete gerade noch die Auswechslungen, als Freudental schon wieder zu zwei Chancen kam. Von da an schaltete der VfB wenigstens ab und zu in den Vorwärtsgang, kam mehrmals sogar in den gegnerischen Strafraum. Ivica Coric drosch das Leder in der 50. Spielminute gegen die Querlatte, was wenigstens kurzzeitig Aufmerksamkeit erregte. Der kurze Sturmlauf verebbte wieder, den Elfmetertreffer zum 0:4 nahmen einige Zuschauer zum Anlass, nicht weiter in der Kälte zu stehen und sich über das Spiel des VfB zu ärgern. Sie verpassten das 0:5, das Timo Etzel in der 63. Minute erzielte.
Aber sie verpassten auch den Ehrentreffer des Vaihinger Teams. Ivica Coric war es, der seinem Beinahe-Tor in der 75. Minute einen echten Treffer folgen ließ. Aus etwa 20 Metern Torentfernung schoss er über die Mauer hinweg, der Ball wurde noch abgefälscht und landete zum 1:5 in den Maschen. Freudental kam zwar ebenfalls noch zu mehreren gefährlichen Situationen, aber bis auf einen Lattenkracher war nichts Sehenswertes mehr dabei.
Unschön waren dagegen einige Szenen kurz vor Spielende. Mehrmals bildete sich ein Pulk protestierender Spieler um den bis dahin sicher leitenden Schiedsrichter. Nachdem er den Vaihinger Schlussmann geschubst hatte und dieser unsanft zu Boden gegangen war, sah Freudentals David Mingolla nur die Gelbe Karte. Hatten sie vorhin beim Tor nicht gejubelt, so erhoben die verbliebenen Vaihinger Fans nach dieser Entscheidung doch noch ihre Stimmen. Kurz drauf war das Spiel beendet und die Enttäuschung machte sich breit.
VfB Vaihingen: Richter – Lindauer (46. Hellwig), Anastasiou (65. Müller), Sousa, Klaric, Golka, Klempin, Coric, Carta, Aslan (46. Alexander Stein), Lichtl.
SV Freudental: Lotze – Mosolf, Wittendorfer, Schwarz (75. Jannotti), Bihary, Schoch, Arnold, Tripoli (69. Lederer), Etzel (72. Cannizzo), Mingolla, Pelz.
