SG-Damen und Trainer Konrad trennen sich
Vaihingen (ev) – Vor dem Handball-Derby der SG Vaihingen-Illingen (Bezirksliga) beim TSV Wiernsheim am Samstag (7. Februar) ist bekannt geworden, dass sich die Frauenmannschaft und Trainer Frank Konrad getrennt haben. Nachfolger bei den abstiegsbedrohten Frauen sind Helmuth Lindner, Abteilungsleiter des TV Vaihingen, und Manfred Kromer.
Es war keine einfache Saison für die Damen der SG Vaihingen-Illingen. Es ist die letzte Saison, in der TV Vaihingen und SV Illingen gemeinsam auf Torejagd gehen. Die Vereine befinden sich im Umbruch. Kurz vor der Saison merkten die Verantworlichen, dass es nicht genug Personal für eine zweite Frauenmannschaft gibt. Also ging nur eine Mannschaft an den Start. Diese und ihre neuer Trainer Frank Konrad hatten das Ziel, um den Aufstieg mitzuspielen.
Dann dezimierte die eine oder andere berufliche oder private Entscheidung die Mannschaft zusätzlich. Das Verletzungspech häufte sich. Insgesamt holte die SG in zehn Spielen nur drei Punkte. Die Motivation war im Keller, bei den Spielerinnen und teilweise auch beim Trainer. „Da fährt man eine weite Strecke ins Training und es sind mit mir nur sechs Leute. Teilweise waren nur drei Stammspielerinnen da“, berichtet der Trainer, der aus Karlsruhe kommt. Seine Motivation sei dann auch fast auf Null gewesen.
So muss es auch der Mannschaft ergangen sein. „Es war wohl keine Motivation mehr da von Seiten der Frauen.“ Deshalb habe der Verein „die Notbremse“ gezogen, sagt SG-Vorsitzende Ingrid Göbgen. Die Frauen haben sich dafür ausgesprochen, es mit einem neuen Duo zu versuchen. Vor eineinhalb Wochen wurde Konrad diese Entscheidung mitgeteilt. „So ist eben das Trainergeschäft“, meint er. Eine Mannschaft könne man nicht entlassen, wenn es nicht laufe. Ein wenig bedauert er die Trennung aber trotzdem: „Ich hätte gerne mit der Mannschaft in den noch ausbleibenden Spielen den Klassenerhalt gesichert.“
Das soll nun ein neues Duo übernehmen. Helmuth Lindner, Abteilungsleiter und vor einigen Jahren schon Trainer des TV Vaihingen, und Manfred Kromer haben das Traineramt bis zum Ende der Saison inne. Im Trainingsalltag werden die beiden bei Bedarf von Heidi Hees unterstützt.
Zunächst soll nun die Motivation zurückkehren. Diese habe Lindner in den vergangenen beiden Trainingseinheiten bereits wieder gespürt. Da er ursprünglich aus der Leichtathletik kommt, will er unter anderem an der Kondition arbeiten. Was die Spielzüge betrifft, sollen zunächst keine neuen Wege gegangen werden, sondern bereits Gelerntes wieder aufgefrischt werden.
Eine gute Nachricht hat Lindner auch schon zu vermelden: Torjägerin Daniela Hees, die sich vor der Saison zurückgezogen hat, ist zurück. Sie trainiert bereits wieder mit der Mannschaft und wird gegen Wiernsheim zum Einsatz kommen.
Und wie geht es bei Konrad weiter? Ihm liegen bereits einige Angebote vor. Eine Entscheidung hat er noch nicht getroffen, aber ihm schwebt eine Aufgabe in einer höheren Liga vor. Dort sei die Einstellung professioneller. „In den unteren Klassen ist Handball eben ein Hobby. Es gehen viele Dinge vor. Das ist aber in Ordnung“, sagt er.
Insgesamt blickt er nicht verbittert zurück. Zwischenmenschliche Probleme hat es seiner Wahrnehmung nach nicht gegeben. „Die waren alle nett.“ Es sei eine gute Zusammenarbeit gewesen. Einzig die SG-Auflösung hätte eine Zeit lang einen negativen Einfluss gehabt. „Das war aber das einzig Negative.“
Und die SG-Damen kämpfen um den Klassenerhalt. „Wir wollen den Spielerinnen, die bleiben, und unseren A-Juniorinnen eine Perspektive geben. Die Mannschaft kann was“, sagt er. Das muss sie nun nur noch zeigen. Sechs Spiele sind noch zu bestreiten, dann steht fest, wer die Klasse hält und vielleicht auch, wer die SG-Damen in der nächsten Saison trainiert.
