Zweiter Teil der Vaihinger Sportlerehrung
Vaihingen (ev) – Knapp 200 Sportler zeigten im Jahr 2007 so gute Leistungen, dass die Stadt Vaihingen nicht drum herum kam, sie zu ehren. Zum 24. Mal fand am Donnerstag und Freitag die Sportlerehrung in der Vaihinger Stadthalle statt – wie immer mit bekannten Gesichtern, aber auch dieses Mal wieder mit Exoten.
Es ist 20.16 Uhr. Leise öffnet sich die Türe des großen Saals in der Stadthalle. Auf Zehenspitzen schleicht sich Georg Bschlangaul heraus. „Wir haben Training“, sagt der Judoka und hebt entschuldigend die Hände. „Um 20.15 Uhr hat’s angefangen.“ Zum Glück hat er es nicht weit. Die Judostunde findet in den Sporträumen direkt unter der Vaihinger Stadthalle statt. Seine Silbermedaille hat der Sportler von Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch schon in die Hände gedrückt bekommen, den restlichen Teil der Vaihinger Sportlerehrung verpasst der Judoka allerdings und in der Halle schraubt sich die Stimmung gerade in die Höhe. „Schade“, murmelt er, aber wenn der Trainingsfleiß stimmt, dann ist er vielleicht auch im nächsten Jahr bei der Sportlerehrung wieder dabei und vielleicht findet dann an diesem Abend keine Trainingseinheit statt.
Bevor sich Georg Bschlangaul ins Training verdrückte, hatte das Vaihinger Stadtoberhaupt Gerd Maisch einen wahren Ehrungsmarathon zu durchlaufen. 108 Sportler hatten es im vergangenen Jahr geschafft, einen ersten Platz im Bezirk, Rang 1 bis 3 in Württemberg oder Platz 1 bis 6 in Deutschland, beziehungsweise Süddeutschland zu ergattern – und bekamen dafür nun Urkunden, Medaillen und andere kleine Geschenke.
Heinz Krauss zum Beispiel. Der Schwimmer vom TVV ist einer, der fast bei jeder Sportlerehrung dabei ist. Dieses Mal wurde er für seine Europameistertitel in den Disziplinen 100 Meter und 200 Meter Schmetterling ausgezeichnet. Medaillen und Urkunden dürfte der Schwimmer mittlerweile zuhauf besitzen. Deshalb gab’s am Freitag neben dem Papier eine besondere Auszeichnung. OB Maisch übergab dem Schwimmer für seine außergewöhnlichen Leistungen eine Vaihinger Stadtuhr. „Ist die auch wasserdicht“, kam die Frage aus dem Publikum. Gerd Maisch schüttelte den Kopf: „Wasserdicht nicht, dafür geht sie genau.“
Nicht nur Sportler und deren Familienangehörige hatten sich unter das Publikum gemischt (fast alle Plätze waren belegt), auch Gunter Bretschneider, Präsident des Turngaus Neckar-Enz, Helmut Schürmann, Geschäftsführer der Vaihinger Kreiszeitung, sowie zahlreiche Stadträte und Ortsvorsteher verfolgten die Ehrung. OB Maisch lobte das zahlreiche Erscheinen. „Dann hören gleich die richtigen Personen die Wünsche der Sportler“, sagte der Oberbürgermeister.
Das ließ sich VKZ-Redaktionsleiter Albert Arning, der gemeinsam mit Stadtkämmerer Jürgen Liegmann die Leistungen der Sportler aufzählte und hinterfragte, nicht zweimal sagen. „Wie oft trainiert ihr denn?“, lautete die Frage an die Faustballerinnen des TV Vaihingen. „Einmal in der Woche“, antwortete Eva Zimmermann. „Und das reicht?“ Die Faustballerinnen würden ja gern öfter ihr Spielgerät in die Hand nehmen. Dafür reichen aber die Hallenzeiten nicht.
Auch die Leichtathletin Anja Tognotti berichtete Erschreckendes. „In der Sporthalle haben wir uns ein paar Übungsgeräte zusammengebastelt. Die entsprechen aber keinen Sicherheitsstandards“, so die Zehnkämpferin. Auch das Training mit dem Diskus sei nicht so ganz zulässig, denn am Oberen Egelsee gibt es kein Fangnetz. „Wir üben trotzdem“, erzählte sie.
Das gesamte Programm wurde musikalisch von der Gruppe 4-tett, einem A-capella-Quartett, umrahmt. Die einstigen Aurelius Sängerknaben haben sich nach dem Stimmbruch zusammengetan. Heute wandeln sie Vorlagen von Friedrich Silcher und den Comedian Harmonists bis hin zu Udo Jürgens sowie den Prinzen in eigene Texte um.
Und was Udo Jürgens als „Ich war noch niemals in New York“ besang, das transformierten die Sänger in „I war no gar ned in Berlin, i war no ned mal in dr Pfalz“ – zur Unterhaltung des Publikums, das den vier Musikern auch gleich mal zwei Zugaben abverlangte, bevor Helmut Schürmann zum Abschluss die Basketballer des 1. BC Vaihingen und die Handballerinnen der SG Vaihingen-Illingen als Mannschaften des Jahres auszeichnete.
