Donnerstag, 24. Mai 2012

4. Enztal-Schulmeisterschaften in Vaihingen


Die Vaihinger Schulen im Duell.
Die zahlreichen Fans in der Halle am Alten Postweg hatten viele spannende Spiele zu bejubeln. Auch ein Geburtstagskind hat mitgespielt. Foto: Wirth

Vaihingen (ev) – „Mehr geht nicht“, sagt Mikayil Toy von der städtischen Jugendarbeit. Das ist kein Verbot, vielmehr stoßen die Enztal-Schulmeisterschaften in diesem Jahr an ihre Grenzen. Mehr Mannschaften, mehr Spannung und mehr Fußball – das geht nicht.
„Happy Birthday to you, happy Birthday lieber Mattia, happy Birthday to you“, singen die Mädchen der Grund- und Hauptschule Vaihingen. „Dein Geschenk musst du dir aber selbst machen“, ruft eine der Achtklässlerinnen ihrem Klassenkamerad gleich noch hinterher. Das bedeutet jetzt nicht, dass Mattia ins Kaufhaus soll und sich dort nach etwas Passendem umschauen soll. Er soll mit seinen Kumpels die Enztal-Schulmeisterschaften gewinnen – so der Wunsch der mitgereisten Fans.
Die Enztal-Schulmeisterschaften fanden am Donnerstag und Freitag bereits zum vierten Mal statt. Allerdings mit einer wesentlichen Änderung. Bisher wurde das Fußballturnier kurz vor den Sommerferien auf dem Feld ausgetragen. Dieses Jahr fanden die Enztal-Meisterschaften in der Halle statt. Das hat mehrere Gründe.
„Wir veranstalten in diesem Jahr noch ein Seifenkistenrennen. Die Termine wären kollidiert“, erklärt Mikayil Toy von der städtischen Jugendarbeit, die das Turnier , in Kooperation mit der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, ausgerichtet hat. Außerdem hat der neue Austragungsort den Vorteil, dass das Wetter keine Rolle spielt.
Trotzdem müssen die Verantwortlichen zugeben: so ein Hallenturnier ist stressiger als eine Freiluftveranstaltung. Anstatt zwei Spielfelder gibt es nur noch eines, wodurch der Terminplan in die Länge gezogen wird und in der Halle ist lange nicht so viel Platz für Fans und deren gute Stimmung wie draußen. „Morgens um 6 Uhr kommen die Helfer zum Aufbau“, erzählt Toy. Wie immer sind die Helfer teilweise vom Jugendhaus, teilweise von den Schulen. Am Donnerstag kämpften die Fünft- und Sechstklässler von 8 bis 14.20 Uhr um den Titel. Anschließend waren die Siebt- und Achtklässler an der Reihe. Das Turnier, das um 14.30 Uhr begann, dauerte bis 19 Uhr – war dann aber noch nicht vorbei. Die Endspiele stiegen erst gestern Vormittag. Ein weiteres Problem – zumindest für die Schüler des Friedrich-Abel-Gymnasiums (FAG). Das FAG war zwar die Schule, die die meisten Mannschaften stellte, allerdings durften die Siebt- und Achtklässler des FAG am zweiten Tag nicht mehr am Turnier teilnehmen. Dafür rückten andere Mannschaften nach. „Schade, dass die Lehrer so wenig flexibel waren. An der Hauptschule wurden wegen des Turniers sogar Arbeiten verlegt. Wenn das Turnier am Donnerstag hätte über die Bühne gehen sollen, dann hätte ich bis 22 Uhr spielen lassen müssen“, sagt der enttäuschte Toy.
Abgesehen von diesem Ärger und dem Malheur, das im Stromberg-Gymnasium passiert war (die Plakate waren nicht für jeden sichtbar, weshalb sich nur eine Mannschaft angemeldet hat), ist Toy mit der Veranstaltung sehr zufrieden.
Doch nun zurück zum Sportlichen. Gerade sind wieder die United Dream Soccers auf dem Feld. Mit dabei ist auch wieder Geburtstagskind Mattia Maggio. Oben auf der Tribüne lehnt sein Vater über dem Geländer und beobachtet seinen Spross. Was er sieht, dürfte ihm gefallen. Mattia macht eine Körpertäuschung rechts, eine links, zieht den Ball mit der Sohle mit und versucht auch schon mal mit Tricks wie einem Übersteiger. Seine Gegner können da nur schwindelig hinterher schauen – dem Sieg steht nichts mehr im Weg.
Eigentlich ist es nicht ganz fair, dass Mattia bei den Enztal-Schulmeisterschaften mitspielt. Immerhin spielt er bei den C-Junioren des VfB Stuttgart und in der baden-württembergischen Auswahl. „Die anderen Mannschaften haben es da teilweise schon schwer, aber die haben auch gute Spieler“, sagt Mattia.
Und er scheint recht zu behalten. Die Mannschaft von der Hauptschule Eberdingen in Hochdorf ist ebenfalls sehr stark. Spannung liegt in der Luft und weil diese so greifbar ist, pfeift Mikayil Toy das Endspiel selbst. Die Schüler, die sonst als Schiedsrichter agieren, haben Pause. „Wir wollen nicht, dass hinterher jemand sagt, die Spiele wurden manipuliert“, erklärt Toy. Lange steht es 0:0. Dann gehen die Schüler aus Hochdorf in Führung. Mattia Maggio und seine Mannschaft geben zwar noch einmal alles, um das Spiel zu drehen, doch an diesem Tag reichte es nur für Platz2.
Bei den Fünft- und Sechstklässlern hat übrigens eine Mannschaft von der Ferdinand-Steinbeis-Realschule gewonnen. Hinter La Honda landeten Street Soccer (6. Klasse, Grund- und Hauptschule Vaihingen) und Soccer FC 08 (sechste Klasse Friedrich-Abel-Gymnasium) auf den Plätzen zwei und drei.


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