2007 gab es 375 Laufveranstaltungen – dieses Jahr sind ähnlich viele geplant
Vaihingen (ev) – Morgens, mittags oder abends – die laufbegeisterte Bevölkerung ist schon wieder vermehrt auf Feld- und Waldwegen gesichtet worden. Kein Wunder, denn in diesem Jahr stehen wieder knapp 400 Volksläufe und ähnliche Veranstaltungen an. Wer mitlaufen will, der muss fit sein.
„Die Deutschen ernähren sich falsch und sind zu dick“, das waren die Schlagzeilen in den vergangenen Wochen, doch wer mit Volkslaufreferent Friedrich Beischroth spricht, kann dies nicht glauben. „Während 2006 165000 Finisher (Anm. d. Redaktion: Läufer, die über die Ziellinie gelaufen sind) gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr über 180000“, gibt Beischroth die nackten Zahlen bekannt. Noch fehlen allerdings zehn Rückmeldungen. Klar ist aber somit auf jeden Fall, dass immer mehr Menschen laufen.
Aber welche Auswirkungen hat dies auf die Veranstaltungen? „Der Zuwachs in der Breite ist sehr erfreulich“, sagt Beischroth zunächst. Bessere Zeiten gäbe es dadurch aber nicht, allerdings können die Veranstaltungen nun durchaus länger dauern. „Während früher ein Halbmarathon nach rund zwei Stunden beendet war, muss man nun eine halbe Stunde bis Stunde dazu rechnen“, erklärt der Volkslaufreferent. Und so schön es sei, dass immer mehr Menschen laufen, ein kleines Problem gibt es mancherorts durch den großen Ansturm: die Absperrungen müssen länger stehen bleiben.
Ein weiteres Problem: Eigentlich sollte, wenn zwei Läufe gleichzeitig stattfinden, eine 50-Kilometerbannmeile zwischen beiden Austragungsorten sein. Bei 375 Veranstaltungen jährlich (so viele waren es 2007) wird das aber schwierig. Im Schnitt sind das nämlich sieben Laufveranstaltungen pro Wochenende.
Trotz dieser kleinen organisatorischen Probleme wird es auch in diesem Jahr zahlreiche alte und einige neue Veranstaltungen geben. Zum Beispiel gibt es 2008 eine Burgen-/Schlossserie, die allerdings bereits begonnen hat. Diese Laufserie kommt auch in die Region, zum Beispiel am 16. April. Startort der vierten Etappe ist in der Nähe von Schloss Kaltenstein in Vaihingen. Die 11. Etappe wird am 22. November in Riet gestartet. „Diese Serie ist eine tolle Sache, da man die Region gut kennenlernen kann“, gibt sich auch Beischroth begeistert.
Neu ist auch, dass der Ensinger Lauf Cup nun zum Volkslauf-Cup der Sparkasse Pforzheim Calw gehört. „Der zweite Halbmarathon ist sicherlich eine Bereicherung“, freut sich Bernd Elfner, bei der Sparkasse für Events und Sponsoring verantwortlich. Auch in Kieselbronn (14. Juni) wird die Distanz über 21,5 Kilometer angeboten.
Der Volkslauf-Cup beginnt am 5. April in Calw und endet am 3. Oktober in Wiernsheim. Nicht mehr zur Wertung gehört dafür der Volkslauf in Illingen (26. April), der wie der Lauf in Ensingen von Harald Feierabend und seinem Team Sportevolution veranstaltet wird. Feierabend bietet auch wieder einen Lauf in Nussdorf (20. September) an.
Interessant für Vaihingen und Umgebung dürften auch folgende Daten sein: Am 6. Juni findet in Oberriexingen ein Volkslauf statt und am 7. September veranstaltet die Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker einen Spendenlauf. Wird das ein Problem werden, dass diese Veranstaltung mit dem Straßenfest zusammenfällt? „Nein“, ist sich Beischroth sicher. „Beide Events können voneinander profitieren.“
Bereits bewährte Highlights dürften auch der Stuttgarter Zeitungs-Lauf am 21. Juni, einem der größten Läufe dieser Art, und der Saisonabschluss, der Bietigheimer Silvesterlauf, am 31. Dezember sein.
2008 wird es auch wieder eine WLV-Volkslauf-Mannschaftsmeisterschaft geben. Was ist das? Jeweils fünf Teilnehmer eines Vereins bilden eine Mannschaft. Insgesamt werden vier Wertungsläufe pro Jahr ausgeschrieben. Bei einem muss die Halbmarathondistanz absolviert werden. In die Wertung kommen immer die drei schnellsten einer Mannschaft. Das schnellste Team kann sich am Ende der Serie Württembergischer Meister nennen. Doch sollten sich 2008 nicht mindestens 50 Mannschaften dazu entschließen, mitzumachen, wird es 2009 keinen Volkslauf-Mannschaftsmeisterschaft mehr geben. „Ich denke aber nicht, dass das ein Problem wird, auch wenn die Cup-Serien eine Konkurrenz sind. Aber es hört sich doch besser an, wenn man sagen kann, dass man Württembergischer Meister ist, als wenn man sagen kann, dass man diese oder jene Laufserie gewonnen hat“, sagt Friedrich Beischroth.
