Das Turnen ist vor allem jung und weiblich
Enzweihingen (bg) – Die Turnfreunde des Turngaus Neckar-Enz geben sich am Samstag, 16. Februar, um 14 Uhr in der Halle des TSV Enzweihingen ein Stelldichein. Geturnt wird dabei freilich nicht. Vielmehr gilt es, die Tagesordnung des Gauturntages des zweitgrößten Gaus im Schwäbischen Turnerbund abzuarbeiten.
„Zum Turngau gehören 126 Vereine mit 65058 unter Turnen gemeldeten Mitgliedern aus dem Landkreis Ludwigsburg und aus dem Enzkreis“, umreißt Gunter Bretschneider, der in Vaihingen lebende Präsident des Turngaus, die Dimension, die der Sport in der Region hat.
Einen ganz leichten Mitgliederzuwachs hatte der Turngau im vergangenen Jahr zu verzeichnen. 315 neue Mitglieder, das bedeutet ein Plus von 0,5 Prozent – der Schwäbische Turnerbund (STB) hat im gleichen Zeitraum 0,25 Prozent Mitglieder verloren. Angesichts seiner Mitgliederstärker ist der Turngau Neckar-Enz nach dem Turngau Stuttgart (fast 84000 Mitglieder) auch weiterhin der zweitgrößte der insgesamt 15 Gaue im STB.
Drei örtliche Vereine unter den 15 mitgliederstärksten
Wie Bretschneider berichtet, gehören drei Vereine aus Vaihingen und Umgebung zu den größten Vereinen des Turngaus (gemessen an der B-Meldung unter Turnen): Auf Platz acht findet man den TV Vaihingen mit seinem 1221 Mitgliedern. Auf Platz elf steht der TV Sersheim mit 1043 Mitgliedern. Und der Gastgeber des Gauturntages, der TSV Enzweihingen, der ebenfalls knapp die Tausender-Marke übertrifft (1006 Mitglieder), steht auf Platz 15. Der größte Verein im Gau ist der MTV Ludwigsburg mit fast 3500 Turn-Mitgliedern.
Turnen ist ein junger Sport, wie Bretschneider mit seinen gewichteten Zahlen eindrucksvoll belegen kann. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre im Turngau Neckar-Enz liegt bei über 43 Prozent und damit zwei Prozent höher als im STB. Genau 28481 „junge Hüpfer“ meldet Bretschneider. Der Anteil der Älteren über 60 Jahre liegt hingegen nur bei 13,4 Prozent (und damit niedriger als im STB). Der Turngau Neckar-Enz ist also ein junger Gau.
Noch eine Erkenntnis, die das Zahlenmaterial des Präsidenten zulässt: Turnen ist vorwiegend weiblich und zwar fast genau im Verhältnis 2:1. Fast 43000 Mädchen und Frauen sind im Turngau registriert. Die Buben und Männer bringen es nur auf etwas über 22000 Mitglieder.
Altehrwürdig seit Turnvater Jahns Zeiten erscheint der Turnsport. Das belegen auch die Vereinsjubiläen. Sieben Vereine feierten 2007 ihr 100-jähriges Bestehen, darunter der Gastgeber des Gauturntages, der TSV Enzweihingen. Und 2008 begehen drei Vereine das 100-Jährige: Der TV Ochsenbach, der TV Schützingen und der GSV Hemmingen.
Und doch ist der Gau nicht in Beton gegossen: Zwei neu hinzugekommene Vereine vermeldet Gunter Bretschneider in seiner Übersicht. Der SV Freudental und der VC Freudental sind neu dabei.
Ein wichtiges Ereignis für den Turngau war im vergangenen Jahr der Umzug der Geschäftsstelle von Besigheim nach Enzweihingen, den ohne eine funktionierende Schaltzentrale ist ein Gau mit 65000 Mitgliedern ja nicht zu steuern. „Am 16. April 2007 war es endlich soweit. Die Technik war funktionstüchtig, alle Akten und Möbel von Besigheim nach Enzweihingen transportiert“, berichtet Bretschneider. Unzählige Stunden und rund 1400 Kilometer Fahrstrecke meist mit Auto und Anhänger brauchte es, ehe alles in der neuen Geschäftsstelle war.
Grußworte, Berichte und die Aussprache eröffnen den Gauturntag. Als wichtigster Programmpunkt stehen an achter Stelle im Programm die Neuwahlen. Das Präsidium und die Mitarbeiter des Gauausschusses stehen ebenso zur Wahl wie zwei Kassenprüfer und die Delegierten zum Landesturntag in Ulm Ende April.
