TVV-Faustballer haben sich vorzeitig für deutsche Meisterschaft qualifiziert
Vaihingen (kom) – Im Spitzenspiel der Faustball-Bundesliga Süd hat Tabellenführer TV Vaihingen vor großer Zuschauerkulisse den Verfolger TV Waibstadt mit 5:1 bezwungen.
Beide Mannschaften starteten etwas unruhig ins Spiel. Der TV Vaihingen konnte die Nervosität zwar als Erster ablegen und in Führung gehen, ließ die Gäste dann aber auf 6:8 vorbeiziehen. „Ich dachte schon, das geht ja gut los“, gab TVV-Angreifer Michael Krauß nach dem Spiel zu, dass er in dieser Situation nicht mehr damit gerechnet hatte, den Satz noch gewinnen zu können. Dennoch verlor er nicht die Spannung, ließ mit der nächsten Angabe ein Ass folgen und der TV Vaihingen sicherte sich mit fünf Zählern in Folge doch noch die 1:0-Satzführung.
Der zweite Durchgang (11:4) war eine klare Angelegenheit für TVV-Kapitän Marco Lochmahr und sein Team: „Der lief quasi nach dem Schema Waibstadt macht Angabe, wir wehren ab, spielen zu und machen den Punkt. In diesem Satz ist uns wirklich fast alles gelungen.“ Nach dem Seitenwechsel übernahm zunächst wieder der TV Waibstadt das Zepter und ging mit 6:2 in Führung. Markus Knodel, der beim TVV für Werner Blechschmidt an der Linie stand, nahm eine Auszeit: „Wir sind in der Abwehr zu unkonzentriert, das Zuspiel ist zu dicht am Netz und beim Rückschlag sind wir zu berechenbar“, so die Kritik des Routiniers, der den TV Waibstadt aus seiner eigenen Bundesligazeit bestens kennt. Die Auszeit und Knodels Worte verfehlten ihre Wirkung offensichtlich nicht. Der TV Vaihingen erhöhte seine Satzführung mit einer unglaublichen Serie von neun Punkten in Folge auf 3:0.
Auch im vierten Satz stand der TV Waibstadt nach einem hart umkämpften Start mit 9:7 wieder kurz vor seinem ersten Satzgewinn, doch die Schlussphase gehörte erneut der Heimmannschaft. Mit der Unterstützung von mehr als vierhundert Fans, gelang es dem TVV zum dritten Mal in diesem Spiel einen beinahe aussichtslosen Rückstand aufzuholen und das Team von der Enz gewann auch den letzten Satz vor der Pause mit 11:9.
Vor dem fünften Satz wechselte Markus Knodel Michael Marx auf der rechten Abwehrposition für Markus Malyk ein. Marx fand nicht direkt perfekt ins Spiel, die Angaben von Michael Krauß waren nicht mehr ganz so gefährlich wie vor der Pause und die Punktequote bei den Rückschlägen von Kolja Meyer ging bergab. Dementsprechend ging der TV Waibstadt auch im fünften Satz wieder in Führung. Auch in diesem Durchgang glückte den Vaihingern die Aufholjagd und beim 10:8 hatten sie ihre ersten beiden Matchbälle. Beide wehrten die Gäste ab. Beim 11:10 hatte der TVV erneut Matchball, ließ aber auch diesen ungenutzt und der TV Waibstadt gewann schließlich mit 13:11 seinen ersten Satz. „Jetzt geht’s los!“, war aus dem Waibstädter Fanblock zu hören, doch die Hoffnung, der TV Waibstadt könnte das Spiel noch mal kippen, wurde bald enttäuscht. Mit 10:3 zog der TV Vaihingen im sechsten Satz davon und nutzte diesmal gleich den zweiten Matchball zum 11:4.
Waibstadts Trainer Harald Frommknecht resümierte nach dem Spiel: „Unser Hauptproblem lag in der Angabe. Sebastian Probst blieb - bedingt durch seine langwierige Schulterverletzung - weit unter seinen Möglichkeiten und die adäquate Alternative fehlt uns einfach. Zudem haben wir in einigen entscheidenden Phasen zu viele Angriffschancen ausgelassen. Wir haben auch einige Dinge ganz gut erledigt und erkennen neidlos an, dass Vaihingen für uns heute eine Nummer zu stark war.“
Beim TV Vaihingen stachen besonders Marco Lochmahr mit einem absolut präzisen Zuspiel und Andreas Rothmaier, der in der Abwehr nahezu fehlerfrei agierte, heraus. Klaus Meyer, der die Mannschaft des TVV, von der E- bis in die A-Jugend und auch noch die ersten Jahre in der Bundesliga trainiert hatte und das Spiel als Zuschauer verfolgte, war besonders von der Leistung von Andreas Rothmaier angetan: „Andi war mit Abstand der beste Abwehrspieler auf dem Feld. Besonders technisch hat er sich in den letzten Wochen sagenhaft entwickelt.“
In den weiteren Begegnungen verlor der NLV Vaihingen am Samstag mit 1:5 in Offenburg und Roth gewann mit 5:3 in Tiefenthal. Weil der Stadt unterlag am Sonntag beim TV Stammheim mit 3:5 und schwebt damit weiterhin in größter Abstiegsgefahr.
Der TV Vaihingen qualifizierte sich an diesem Wochenende durch den Sieg gegen Waibstadt und die Niederlage des NLV Vaihingen in Offenburg vorzeitig für die Deutsche Meisterschaft am 8. und 9. März in Aschaffenburg. Die Frage ob der TVV als Südmeister dorthin fahren wird, klärt sich voraussichtlich erst am letzten Spieltag (23. Februar) wenn die FFW Offenburg zum Gipfeltreffen nach Vaihingen kommt. Das nächste Heimspiel des TV Vaihingen gegen den TSV Roth findet am kommenden Samstag nicht wie ursprünglich geplant um 16 Uhr sondern erst um 19 Uhr in der Sporthalle am Alten Postweg statt.
TV Vaihingen: Andreas Rothmaier, Marco Lochmahr, Malyk (Marx), Krauß, Meyer.
