Donnerstag, 24. Mai 2012

Wolfgang Schubert wirft beim TSV Kleinglattbach das Handtuch


Steht künftig nicht mehr für den TSV an der Seitenlinie: Wolfgang Schubert.
Steht künftig nicht mehr für den TSV an der Seitenlinie: Wolfgang Schubert.

Kleinglattbach (ev) – Nur eine Woche ist es her, da erzählten Karl-Heinz Boch, der Pressewart des TSV Kleinglattbach (Fußball-Kreisliga B5), und Trainer Wolfgang Schubert noch, dass sie bis zum Saisonende zusammenarbeiten wollen. Mittlerweile hat Schubert aber das Handtuch geworfen. Nun sollen es Michael Rother und Steffen Lohfink richten.
Die Schlagzeilen beim TSV Kleinglattbach überschlagen sich in diesen Tagen und manch einer mag sich dabei in einen schlechten Film versetzt fühlen.
Was war passiert? Der TSV Kleinglattbach und Trainer Wolfgang Schubert arbeiteten seit rund zwei Jahren zusammen. Sportlich gab es zwar mehr Tiefen als Höhen, aber sonst schien alles im Lot. In der Winterpause wurde nun entschieden, dass die Beziehung am Saisonende beendet wird – im gegenseitigen Einvernehmen, wie es hieß. Um längeren Diskussionen aus dem Weg zum gehen, präsentierte der TSV gleich noch einen Nachfolger: Siggi Blum wird Kleinglattbach ab der Saison 2008/2009 trainieren. Doch bis dahin sollte der Trainer Wolfgang Schubert heißen.
Kaum ein paar Tage nach Bekanntwerden dieser Vereinbarung, zerbrach die Beziehung ganz. Auch Co-Trainer Jürgen Cracknell wird dem TSV Kleinglattbach den Rücken kehren.
Aber wieso? „Ich gebe keine Auskunft“, sagt Wolfgang Schubert. „Um die Mannschaft tut es uns leid, da wir sie schon irgendwie im Stich lassen.“ Viel mehr ist ihm nicht zu entlocken, nur noch so viel: „Es war eine persönliche Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben. Ich bin enttäuscht, aber mir dieser Leitung ging’s nicht mehr.“
Eins ist demnach klar: Im Guten haben sich Schubert und der TSV Kleinglattbach nicht getrennt. „Für mich ist es unverständlich, dass Wolfgang Schubert das Handtuch geworfen hat“, sagt TSV-Abteilungsleiterin Petra Hahn. Er habe aus dem Bauch heraus, aufgrund von Gerüchten entschieden. „Ein Gespräch hätte vieles klären können“, so die Abteilungsleiterin. Dieses Gespräch gab es auch, aber zwischen Abteilungsleitung und Mannschaft. Viele wären dabei nicht gerade mit einer positiven Grundstimmung erschienen, aber hinterher „haben viele Sachen anders ausgesehen“, sagt Petra Hahn.
Die bisherige Saison lief nicht gut für den TSV Kleinglattbach. Hohen Niederlagen stehen zwar auch teilweise hohe Siege gegenüber, auf Platz 10 kämpft Kleinglattbach in der Kreisliga B5 aber trotzdem gegen den Abstieg und durch den Wechsel auf der Trainerposition ist sicherlich noch einmal etwas mehr Unruhe in die Mannschaft gekommen.
Richten sollen es nun Michael Rother und Steffen Lohfink. Rother trainierte bisher die A-Junioren des TSV Kleinglattbach und will daher auch vermehrt die jungen Spieler einbauen. Steffen Lohfink dürfte an der jetzigen Mannschaft noch nah dran sein, da er bis zur vergangenen Saison selbst noch im Kleinglattbacher Trikot steckte und in dieser Saison immer noch im Kader stand. Ob Lohfink selbst wieder aktiv ins Geschehen eingreifen wird, steht bisher noch nicht fest.
Rother und Lohfink sind ein gleichberechtigtes Duo. „Anders würde es auch nicht funktionieren, da wir beide beruflich ziemlich eingespannt sind“, erklärt Rother. Bisher hatte er erst zweimal die Gelegenheit, mit der Mannschaft zu arbeiten. Lohfink war im Urlaub. „Jetzt brauchen wir erst ein bisschen Zeit. Der Spaß am Spiel soll zurückkommen“, so der neue Trainer des TSV.
Viel Zeit bleibt ihm allerdings nicht. Die Testspiele müssen reichen, denn am 9. März beginnt die Rückrunde und der Kampf um den Klassenerhalt. Und dieser sei laut Rother wichtig, „denn in den nächsten Jahren stoßen kontinuierlich junge Spieler zu den Aktiven“ und die seien bekanntlich leichter in der Kreisliga B5 zu halten als in der C-Klasse.


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