Steelers liefern gegen zwei Angstgegner die Punkte ab
Landsberg/Bietigheim (js) – Landsberg und Essen bleiben Angstgegner von Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen. In Landsberg unterlagen die Steelers mit 1:2 nach Verlängerung und damit zum dritten Mal in vier Saisonspielen. Gegen Essen gingen durch das 3:4 vom Sonntag sogar alle vier Partien verloren.
„Es hört sich nach einer Niederlage komisch an, aber ich bin relativ zufrieden. Heute hat der Spielaufbau um einhundert Prozent besser funktioniert als noch am Freitag“, bilanzierte Steelers-Coach Christian Brittig nach dem 3:4 gegen Essen. Sein Team hätte als Sieger vom Eis gehen können, wenn es nicht reichlich Geschenke an die Gäste verteilt hätte. „Das ist reichlich ungewöhnlich für unsere bisherige Spielweise, aber zwei oder drei Tore haben wir den Essenern geschenkt. Das war der Knackpunkt“, so Brittig.
Nach dem 1:0 durch den in der Anfangsphase stark verbesserten Alexander Serikow (15. Minute), bei dem Teemu Kesa mit einem Check gegen Martin Sekera die Vorarbeit leistete, hatten die Bietigheimer das Spiel im Griff. Doch 91 Sekunden vor Drittelende unterlief der Abwehr der erste Fehler. Lars Müller durfte ungehindert von der Bande hinterm Tor passen und Patrick Saggau nahezu unbedrängt einschießen. Mit einem schönen Spielzug schafften die Gastgeber die erneute Führung. Zwar war das Powerplay an diesem Abend auf beiden Seiten schwach, doch als die Steelers nach 26 Minuten einen Mann mehr auf dem Eis hatten, zauberten sie die löchrige Essener Abwehr regelrecht auseinander. Neuzugang Steve Washburn hatte in den Lauf von Neuzugang Rod Hinks gespielt und dieser mit unwiderstehlichem Antritt die Abwehr überrumpelt. Bei all dem Tempo hatte er noch das Auge für den besser postierten Nebenmann Jaakko Hagelberg der frei stehend die Scheibe links oben ins Eck hob.
Die Hoffnungen auf den ersten Sieg der Steelers gegen den Angstgegner platzten dennoch. Essens Torhüter Patrick Reimer ließ die Steelers-Stürmer verzweifeln und vorne entschied Top-Scorer Martin Bartek das Spiel. Dabei standen die Gastgeber ein wenig Pate. Beim 2:2-Ausgleich in der 32. Minute hatten die Steelers gerade eine Unterzahl überstanden, brachten aber dann die Scheibe nicht aus der eigenen Zone. Bartek sagte Danke. Bei der ersten Essener Führung konnte keiner dem Antritt von Matt Hubbauer folgen. Bartek lauerte erneut vor dem Tor und brauchte nur noch den Schläger hinzuhalten (35.). In der 42. Minute glich Rod Hinks mit seinem Premierentor (42.) aus, wobei ein Essener den Schuss unhaltbar abfälschte. In der 45. Minute wurde Martin Bartek endgültig zum Matchwinner. Und wieder halfen die Gastgeber mit. Bietigheim war in Überzahl, doch beim Spielaufbau behinderten sich Kapitän Mike Smazal und Torhüter Patrick Koslow gegenseitig. Bartek war zur Stelle und schob die Scheibe ins leere Tor. Bietigheim ließ in der Folge beste Möglichkeiten ungenutzt. Wegen der haarsträubenden Fehler in der Steelers-Abwehr gewann Essen schließlich nicht unverdient. Trainer Brittig sah trotz der Niederlage auch Gutes: „Die beiden Neuen haben sich heute schon viel besser eingebracht. Sie haben es noch schwer mit unserem System, doch das war eindeutig ein Schritt nach vorne. Die beiden können uns noch sehr helfen, wenn sie sich weiter so verbessern.“ Und noch etwas Positives vermeldete Brittig: „Der Heilungsprozess bei Justin Kelly schreitet schnell voran. Vielleicht kann er in vier Wochen schon wieder spielen. Mit ihm, Alexandre Jacques und den beiden Neuzugängen hätten wir dann optimale Optionen für die Play-offs.“
Weit weniger spektakulär als die Partie gegen Essen, war das Freitagsspiel in Landsberg. Im ersten und letzten Drittel bekamen die knapp 1000 Zuschauer gepflegte Langeweile vorgesetzt. Mit nur 14 gesunden Feldspielern war Landsberg nicht in der Lage, Druck zu machen. Bei den Steelers hakte es an den zahlreichen Umstellungen, die angesichts der Verletztenliste und der Neuzugänge Washburn und Hinks notwendig geworden waren. Nachdem Landsberg kurz nach Beginn des zweiten Drittels durch ein Powerplay-Tor von Kevin Young in Führung gegangen war, machten die Gäste Druck. Erst eine Einzelaktion von Martin Schweiger führte aber zum Ausgleich (24.). Im Schlussdrittel entpuppte sich der Bietigheimer Druck als Strohfeuer. Landsberg, das kurz vor Schluss auch noch Torhüter Peter Aubry ersetzen musste, rettete sich in die Verlängerung und schlug dort durch ein erneutes Powerplay-Tor von Kevin Young zu. Der erste Sieg seit dem 16. Dezember war unter Dach und Fach und Bietigheim war wieder mal ein idealer Aufbaugegner.
Trainer Brittig ist froh, dass nun der Skoda-Cup ansteht. „Die Pause kommt sehr gelegen. Da können wir noch einmal gezielt an unseren Schwächen arbeiten.“
Bevor es soweit ist, müssen seine Jungs aber heute Abend noch einmal auf dem Eis ran. Um 20 Uhr steht das am 30. Dezember abgesagte Spiel gegen Regensburg an. Wieder sollte dringend ein Sieg her, denn die Donaustädter halten schon seit geraumer Zeit die Rote Laterne in ihren Händen. In der Vergangenheit waren die Eisbären jedoch stets eine Art Angstgegner für die Steelers. Zumindest in der Donau-Arena gab es selten etwas zu erben. In dieser Saison ist die Bilanz mit zwei Siegen nach regulärer Spielzeit (8:1, 3:2) jedoch positiv.
