Sonntag, 20. April 2014

Statt Ausschlafen an die Tischtennisplatte




Großer Andrang herrschte schon gestern beim ersten Turniertag in der Halle des TSV Großglattbach. Darum wurde nicht nur im Tischtenniskeller gespielt, sondern auch in der Sporthalle. Markus King (TSV Großglattbach, vorne links) spielt gegen Pascal Wisirenko (TSV Hochdorf, vorne rechts). Fotos: Küppers
Großer Andrang herrschte schon gestern beim ersten Turniertag in der Halle des TSV Großglattbach. Darum wurde nicht nur im Tischtenniskeller gespielt, sondern auch in der Sporthalle. Markus King (TSV Großglattbach, vorne links) spielt gegen Pascal Wisirenko (TSV Hochdorf, vorne rechts). Fotos: Küppers

Großglattbach (nz). „Normalerweise schlafe ich in den Ferien bis zwölf Uhr“, sagt Niko Popovic vom TSV Hochdorf. „Heute musste ich aber schon um sieben raus.“ Denn mit seiner Tischtennismannschaft musste er schon früh in der Halle des TSV Großglattbach antreten, um sich mit 31 Altersgenossen beim Jugendturnier zu messen.

Obwohl die U-18-Tischtennisspieler momentan Schulferien haben, mussten sie am Freitag in aller Frühe ihr Bett verlassen, um das Mannschaftsturnier auszufechten. Eine Umstellung mit der nicht jeder auf Anhieb klar kommt: „Das frühe Aufstehen merke ich. Mein Körper fühlt sich noch etwas träge an“, berichtete Popovic.

Kommen die Jugendlichen dann in der Halle an und stehen zum ersten Mal an der Platte, ist jedoch bei jedem die Konzentration voll da. „Die Konzentration ist das wichtigste im Tischtennis“, erzählt der Großglattbacher Florian Klingel. Weil die Platte so klein ist, müssen die Spieler umso schneller reagieren.

Die Vorbereitungen für das Turnier wurden von allen Teams gewissenhaft angegangen. Trotz der seit einigen Wochen beendeten Hinrunde sind die Spieler des TSV Großglattbach und die des TSV Hochdorf weiterhin ins Mannschaftstraining gegangen. „Das Turnier dient dazu, um in den Ferien in Übung zu bleiben, die Platzierung ist uns eher unwichtig“, erklärte Hochdorfs Nico Rospert. Eine logische Begründung, weil die Hochdorfer in dieser Saison ihre Mannschaft neu angemeldet haben und ein Großteil der Spieler erst seit dieser Saison Tischtennis spielt. Doch Lehrgeld müssen die jungen Spieler definitiv nicht zahlen. Nach der Hinrunde sind sie ungeschlagener Tabellenführer in der Kreisklasse B. Trainer Fritz Kasper legt bei seinem Training besonders Wert auf die Technik: „Du kannst im Spiel so fit sein, wie du willst. Wenn du nicht die richtige Technik dazu hast, hilft dir das garnichts.“ Die Hochdorfer blieben in dem Mannschaftsturnier zunächst sieglos. Ihre Gegner waren zumeist aus höheren Klassen. Wie die Gastgebermannschaft aus Großglattbach, die nicht nur in der Kreisklasse A mit einem der vorderen Plätze liebäugelt. „Das erste Spiel haben wir zwar verloren, dennoch ist der dritte Platz nicht unmöglich“, sagt Benjamin Folk vom TSV Großglattbach.

Auf besondere Rituale vor dem Match legen die Nachwuchsspieler keinen Wert. Zwar wird vor jedem Spiel der Belagreiniger auf den Schläger aufgetragen, um mehr Schnitt die in Bälle zu bekommen, doch diese Handlung ist eher von praktischer Natur. „Normalerweise gehe ich ganz locker in jedes Spiel. Ich habe keine großes Erwartungen an das, was kommt“, erklärt Rospert unbekümmert.

Weil die Pausen zwischen den Spielen einige Zeit in Anspruch nehmen, organisierte die Turnierleitung neben dem umfangreichen Essensangebot auch Pokerkoffer. Schließlich ist das Turnier auf 9.30 Uhr bis 17 Uhr terminiert, mit maximal fünf Spielen pro Mannschaft. Da mit drei Spielern und ähnlich dem Pokalmodus gespielt wird, ist ein Spiel in der Regel nach ungefähr 45 Minuten zu Ende. Bei dem Turnierspielmodus in Großglattbach spielen jeweils die ersten drei Spieler jeder Mannschaft gegeneinander. Das Doppel tragen die Nummer eins mit der Nummer zwei gemeinsam aus. Ziel einer Mannschaft ist es, vier Siege einzufahren. Ist dies nach den ersten vier Spielen nicht geschehen, wird überkreuz gespielt, bis ein Team gewinnt.

Spieler wie Alexander Bann von TSV Hochdorf nutzen die Pausenzeit meist, um die nächsten Gegner zu beobachten. Kommt es dann vor dem Match zum Einspielen, wird der Gegner auf besondere Schwächen gescannt. „Du schaust beim Einspielen natürlich schon genau darauf, ob dein Gegner beispielsweise Schwächen auf der Vor- oder Rückhand hat. Dementsprechend passt du dein Spiel dann den Schwächen des Gegners an“, sagt Klingel. Während der Matches stehen der Trainer oder Mitspieler zusätzlich als Coaches bereit. Ist ein Satz zu Ende, ist vor allem für die noch weniger erfahrenen Hochdorfer Spieler ihr Trainer Kasper ein wichtiger Ansprechpartner. Somit bekommen die Akteure mehr Sicherheit und im Idealfall den siegbringenden Spieltipp. Wenn das schließlich der Fall ist, hat sich das frühe Aufstehen für die jungen Spieler definitiv gelohnt.

Das Turnier wird heute und morgen mit weiteren Wettbewerben fortgesetzt.




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