Nussdorf (nac). Der TSV Nussdorf hat im Abstiegskampf der Kreisliga A3 als erster Verein die Reißleine gezogen. Für viele überraschend trennte sich der Verein von Trainer Gerd Hausmann. „Man hat sich mit dem Thema beschäftigt. Aber die Entscheidung ist plötzlich gekommen“, sagt Abteilungsleiter Jochen Scudlo. Hausmanns Nachfolger wird Frank Stäbener.
13 Punkte aus 15 Spielen, Platz 14 und damit Vorletzter. Das ist die ernüchternde Bilanz des TSV Nussdorf in der Kreisliga A3. „Wenn wir noch eine Chance im Abstiegskampf haben wollen, brauchten wir eine Veränderung“, erklärt Scudlo. „Es war eine rein sportliche Entscheidung.“ Von den Qualitäten des scheidenden Trainers Gerd Hausmann ist der Abteilungsleiter immer noch überzeugt: „Er ist über die Maßen gut. Noch nie habe ich erlebt, dass ein Trainer so für einen Verein lebt.“ Doch es musste etwas geschehen.
Der Klassenerhalt schien aus Sicht des Abteilungsleiters in Gefahr. „Wir wussten, dass es auch dieses Jahr schwierig wird“, berichtet Scudlo. „Aber nur zehn Punkte plus einem Sieg am grünen Tisch in 15 Spielen…“ Nach der 3:5-Niederlage im Nachholspiel gegen den FC Gündelbach am vergangenen Wochenende haben die Verantwortlichen Nägel mit Köpfen gemacht. Am Dienstag wurden Hausmann und Spielleiter Uwe Girstl, am Donnerstag die Mannschaft informiert. Während Hausmann die Nachricht gelassen entgegennahm („Manche Sachen muss man akzeptieren. Ich bin aber von manchen Leuten menschlich enttäuscht.“), hat es Girstl wie ein Schlag getroffen. „Gerd Hausmann hat sieben Jahre einen guten Job gemacht. Viele haben gar nicht gesehen, wie er mit den Spielern umgegangen ist. Er istein richtiger Profi“, erklärt der Spielleiter. „Wie man so einen Mann einfach absägen kann, kann ich mir nicht erklären. Das ist Aktionismus pur.“
Bereits am Donnerstag präsentierte Scudlo Hausmanns Nachfolger Frank Stäbener. Der neue Mann an der Seitenlinie ist überzeugt, dass der Klassenerhalt möglich ist. „Es ist nicht so, dass der TSV vorne mitspielen kann“, sagt der Renninger. „Ich sehe Nussdorf aber auch nicht als Abstiegskandidat.“ Die Ansprüche des neuen Trainers an die Mannschaft sind groß. „Wir haben noch 13 Spiele. Aber der Spielerkader ist groß genug. Da sollte es machbar sein, dass wir aus den restlichen Spielen rund 20 Punkte holen“, sagt Stäbener. Sprich: Die Mannschaft sollte mindestens sechs Partien gewinnen.
Stäbener ist kein Unbekannter in der Region um Vaihingen. Anfang der 1990er Jahre hat der Renninger den VfB Vaihingen in der Bezirks- und A-Liga trainiert. Zuletzt hat er die A-Junioren des 1. FC Eislingen in der Verbandsstaffel Nord betreut. Weitere Trainerstationen waren im Jugendbereich beim TSV Eltingen und VfL Sindelfingen sowie bei den Aktiven beim SV Magstadt und beim SV Deckenpfronn.
Wie es bei Hausmann und Girstl weitergeht, ist noch offen. Der ehemalige Nussdorfer Trainer möchte dem Sport verbunden bleiben. Zunächst hat er sich aber gestern erst noch telefonisch von seinen Spielern verabschiedet. „Ich habe mit einigen lange zusammengearbeitet. Da kennt man sich auch persönlich“, sagt Hausmann. „Wir haben viele schöne, aber auch schlechte Zeiten miteinander erlebt.“ Und Girstl muss die Nachricht erst einmal sacken lassen. „Wenn man so viele Jahre mit einem Mann zusammenarbeitet, kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, erklärt der Spielleiter. Es stehen Gespräche mit der Abteilungsleitung und dem neuen Trainer an. Scudlo weiß, was er an seinem Spielleiter hat: „Wir wünschen uns natürlich, dass er weitermacht.“
