Spaß am Sport steht im Vordergrund
Illingen (nac). Es ist eine deprimierende Situation. Die Illinger Handballer haben in der Kreisliga B bisher jedes Spiel im Schnitt mit rund 20 Toren Unterschied verloren. Frust wird dennoch nicht geschoben. „Jeder, der bei uns spielt, wusste, worauf er sich einlässt“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter Fabian Kärcher.
Illingen. Im Sommer kam mit der Auflösung der Handball-Spielgemeinschaft Vaihingen-Illingen die große Zäsur. In Illingen stand ein Neuanfang an. Aus der SG-Zeit entschieden sich für den SVI nur Günter Strangfeld und Michael Steffan. Der Rest der Mannschaft wurde praktisch aus dem Ruhestand zurückgeholt. „Es sind zwar alles Spieler, die in Illingen groß geworden sind“, sagt Kärcher. „Aber sie haben zum Teil jahrelang nicht mehr Handball gespielt.“
Die neu formierte SVI-Mannschaft ist in der Kreisliga B überfordert. Neun Spiele sind in der Vorrunde absolviert. Neunmal gingen die Illinger als Verlierer vom Feld. Und die Niederlagen fielen deftig aus. Rund 20 Tore betrug im Schnitt der Vorsprung der Gegner. Kärcher: „Wir haben noch nie zusammengespielt. Im ersten Jahr müssen wir uns erst finden. Da war uns von vornherein klar, dass da nichts zu holen ist.“ Am liebsten wären die Illinger in der Kreisliga C, der untersten Klasse gestartet. Doch im Vertrag der Spielgemeinschaft war festgelegt, dass bei einer Trennung der SV Illingen das Startrecht der zweiten Mannschaft der SG übernimmt. Und die war in der vergangenen Saison von der C- in die B-Liga aufgestiegen.
Von Motivationsproblemen ist in Illingen dennoch nichts zu spüren. „Jedem, der bei uns angefangen hat, war klar, dass es so oder so ähnlich laufen würde“, berichtet Kärcher. „Aber ich habe noch keinen Mannschaftskameraden gesehen, der wegen der Ergebnisse den Kopf hat hängen lassen.“ Die Spieler sind engagiert und motiviert – sowohl im Training als auch im Spiel. „Außerdem sind uns das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Möglichkeit, Kameradschaften zu pflegen, wichtig“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter. Nach den Spielen sei die Mannschaft so gut wie immer geschlossen ausgegangen.
Auch nach der 16:40 (7:18)-Niederlage gegen die SG BBM Bietigheim VI hat keiner den Kopf hängen lassen. Dabei präsentierten sich die Illinger phasenweise verbessert und arbeiteten in der Abwehr gut. Doch am Ende ließ die Kondition und damit die Konzentration nach, so dass die Niederlage doch noch deutlich ausfiel.
Als im Sommer feststand, dass es in Illingen wieder ein eigenständiges Handballteam geben würde, liefen erst einmal die Telefonleitungen heiß. Kärcher hat eine Mannschaft zusammentelefonieren müssen. „Die meisten Leute kannte ich noch aus der A-Jugend. Und fast alle haben zugesagt“, berichtet der stellvertretende Abteilungsleiter. So kam eine buntgemischte Truppe aus erfahrenen, aber auch jungen Akteuren zusammen. Selbst einige Jugendliche spielen bereits in der Männermannschaft. Kärcher: „Von 17 bis 50 Jahren ist alles dabei.“ Der Altersschnitt liege bei rund 25 Jahren.
Aber es sind alles Handballer, die nicht den Wettkampfgedanken in den Vordergrund stellen. „Unsere Zielgruppe sind Leute, die aus Spaß Handball spielen. Vor allem auch Wiedereinsteiger, die wegen des Studiums oder des Berufs kürzer getreten sind“, erklärt Kärcher. Dieser Gedanke herrsche aber nicht bei allen Teams vor. Vor allem den drei Mannschaften, die in der Tabelle zurzeit oben stehen, merke man es an, dass sie unbedingt aufsteigen wollen. Das sind die TSG Backnang II, der TV Großbottwar III und die SG Weissach im Tal, aber auch der TSV Affalterbach.
SV Illingen: Bedrich – Strangfeld (7), Kärcher (1), Alexander Martin, Ulrich Martin, Behre (6), Bartz (1), Mannhardt (1).
