Donnerstag, 24. Mai 2012

Sersheimer für neun Monate gesperrt




Strafe gegen Sersheim
Hakan Atalay und Serdar Caliskan (von links) haben Tätlichkeiten begangen. Der VfR Sersheim hat sich von ihnen abgewandt.Foto: Küppers

Iptingen/Sersheim (nac). Dieses Fußballspiel hat knapp einen Monat gedauert. Nach den Tätlichkeiten der Sersheimer Hakan Atalay und Serdar Caliskan beim Kreisliga-A-Spiel zwischen dem SV Iptingen und dem VfR Sersheim musste sich das Sportgericht des Württembergischen Fußballverbands (WFV) mit der Begegnung beschäftigen. Der Schiedsrichter hatte die Partie in der Nachspielzeit abgebrochen. Das Gericht hat nun die beiden VfR-Spieler jeweils neun Monate gesperrt – Atalay bis zum 8. August, Caliskan bis zum 6. September. „Das sind ziemlich harte Strafen. Aber die beiden sind total ausgetickt in der Situation. Sie sind beide selbst schuld“, sagt Sersheims Spielertrainer Björn Hammel. Iptingens Abteilungsleiter Michael Gille ergänzt: „Ich habe mit knapp einem Jahr gerechnet. Nun haben sie genügend Zeit, darüber nachzudenken, was sie getan haben.“ Außerdem müssen Atalay und Caliskan jeweils 80 Euro zahlen. Der Verein muss 150 Euro Strafe plus 30 Euro Bearbeitungsgebühr überweisen.

Doch was am schlimmsten für Hammel wiegt, ist die Wertung des Spiels am grünen Tisch. Statt eines 2:1-Erfolges – so stand es in der Nachspielzeit, als der Schiedsrichter die Partie abgebrochen hatte – wird der Sieg nun Iptingen mit 3:0 zugeschrieben. „Das war fast zu erwarten. Aber es ist eine harte Strafe für das Team, das sehr fair ist“, erklärt Hammel. „Man sieht, dass es ein Mannschaftssport ist. Das gesamte Team wird bestraft, wenn einige ausrasten.“ Der Sersheimer Spielertrainer hatte auf ein milderes Urteil, vielleicht sogar die Neuansetzung des Spiels gehofft. „Wir fühlen uns bestätigt, dass wir mit dem Ausschluss der beiden Spieler die richtigen Konsequenzen gezogen haben. Das war rein menschlich der richtige Schritt“, berichtet Hammel. „Leider ist das im Urteil nicht berücksichtigt worden.“ Für SVI-Abteilungsleiter Gille ist die 3:0-Wertung ein Zeichen des Verbands: „Das sind drei Punkte, die Sersheim, was wir nicht hoffen wollen, noch weh tun könnten.“Was war passiert? Es war der 8. November. Es lief bereits die Nachspielzeit in Iptingen, als Atalay gefoult wurde. Der Sersheimer beließ es allerdings nicht bei einem Revanchefoul. Er schlug auf den am Boden liegenden Iptinger Matthias Gille mit den Fäusten ein und traf ihn auch am Kopf. Weitere Iptinger eilten Gille zu Hilfe und wurden ebenfalls geschlagen – auch von einem mitgereisten Fan. Als sich die Situation zu entspannen schien, kam VfR-Spieler Caliskan angerannt und sprang mit Anlauf in die Menge. Mit seinem Kung-Fu-Tritt traf er den Iptinger Christoph Glashauser mit den Stollen an der Brust und verfehlte die Köpfe mehrerer Spieler und auch des Schiedsrichters nur knapp.Der VfR hat auf die Entgleisungen der Spieler direkt im Anschluss an das Spiel reagiert. Atalay und Caliskan sind vom Verein ausgeschlossen worden. Das Verhältnis zwischen beiden Vereinen ist durch die Vorkommnisse nicht getrübt worden. Die Sersheimer Verantwortlichen haben sich mehrmals nach der Gesundheit der Iptinger Spieler erkundigt und öffentlich ihr Bedauern bekundet. Außerdem haben sich die Mitglieder des Vorstands und Spielertrainer Hammel persönlich während eines Trainings des SVI bei allen Beteiligten entschuldigt. Der VfR geht nun mit der bitteren Pille dieses Urteils in die Winterpause. Die Begegnung des ersten Spieltags der Rückrunde gegen den FC Gündelbach findet erst am 13. Februar statt.




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